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Verfügbarkeit und Fazit

Ebenso, wie wir in Persona 5 zwischen dem echten Tokio und der Parallelwelt, zwischen teils trister 3D-Grafik und Animesequenz hin- und herwechseln, können wir das Spiel innerlich auf sehr unterschiedliche Arten verfolgen. Wir können einen Großteil als Fantasy mit teils etwas merkwürdigen Regeln verstehen.

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Wir können die Vorgänge aber auch als direkte Anspielung auf die analytische Psychologie nach C. G. Jung verstehen, in der zentral eben auch die Begriffe Persona und Maske stehen. Die Protagonisten in Persona 5 tragen vor ihrem ersten Kampf plötzlich eine Maske, die sie sich in einer ziemlich makabren Animation vom Gesicht reißen. Dann ist eine zweite Maske aus Fleisch und viel Blut zu sehen, was in diesem Moment - vereinfacht - für so etwas wie ihr wahres Ich steht.

Solange wir nicht der Haupthandlung folgen, können wir uns im Spielverlauf zunehmend frei in Tokio bewegen. Wir lernen ein paar Freunde kennen, die dann auch in der Parallelwelt mit uns kämpfen. Außerdem gehen wir ins Kino oder ins Cafe und bekommen so ein bisschen ein Gefühl dafür, wie japanische Jugendliche wohl so ticken. Nebenbei bescheren uns derlei Aktivitäten ein paar zusätzliche Skillpunkte. Trotz der Ansätze von Openworld und ein paar Möglichkeiten zum Grinding ist Persona 5 aber kein Rollenspiel, in dem das Sammeln von Erfahrungspunkten für den Talentbaum besonders wichtig ist.

  • Das Lehrerzimmer unserer Schule in Tokio (Screenshot: Golem.de)
  • Igor - so heißt diese Figur, der wir in Träumen begegnen. (Screenshot: Golem.de)
  • Wir haben eine neue Persona freigeschaltet. (Screenshot: Golem.de)
  • Im Dialog müssen wir "X" drücken. (Screenshot: Golem.de)
  • Per Smartphone unterhalten wir uns mit einem Kumpel. (Screenshot: Golem.de)
  • Sportlehrer Kamoshida-san in einer animierten Zwischensequenz ... (Screenshot: Golem.de)
  • ... und als irrer König in seinem Palast (Screenshot: Golem.de)
  • Anonyme Massen laufen durch die Echtwelt-Umgebungen. (Screenshot: Golem.de)
Sportlehrer Kamoshida-san in einer animierten Zwischensequenz ... (Screenshot: Golem.de)

Die Grafik wirkt über weite Strecken beeindruckend, was aber fast ausschließlich den schick gezeichneten Dialogen und sogar den Menüs zu verdanken ist. Wer einen Kampf erfolgreich geschafft hat, bekommt beispielsweise eine sensationell animierte Abrechnung mit Erfolgen, der Beute und so weiter angezeigt. Die eigentliche 3D-Grafik wirkt wiederum veraltet: Es gibt sehr viele matschige Texturen, und die Areale sind meist winzig klein, so dass oft nach wenigen Schritten der nächste Abschnitt geladen werden muss - was immerhin ziemlich fix geht.

Persona 5 ist nur für Playstation erhältlich. Die Version für die PS3 kostet rund 50 Euro, die Ausgabe für die PS4 ist für rund 70 Euro zu haben. Das Spiel erscheint hierzulande mit der englischen Sprachausgabe und mit englischen Untertiteln - beide klingen etwas künstlich, sind aber gut verständlich. Wer mag, kann sich außerdem die japanische Tonspur auf seine Konsole laden. Beim Spielen läuft im Hintergrund meist ein sehr entspannter, spieleuntypischer Soundtrack aus leichtem japanischem Pop mit ein paar Jazz-Einsprengseln. Von der USK hat das Spiel eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit

Persona 5 ist die Art von Spiel, über die Doktorarbeiten geschrieben werden. Das potenzielle Themenspektrum ist breit: Es reicht von der Charakterzeichnung bis zum Grafikdesign, vom Kampfsystem bis zur Psychologie des Erwachsenwerdens. Die vielen ernsten Inhalte sind hier nicht nur Beiwerk, wie oft in Spielen, sondern ziemlich zentraler Bestandteil der Geschichte und des Gameplays.

Trotzdem kann man sich von Persona 5 auch prima einfach viele Abende unterhalten lassen und sich über die teils wunderbaren Ideen der Entwickler freuen - und sei es nur die stilvolle Aufbereitung selbst nebensächlicher Menüs. Trotz des hohen Wahnsinnsfaktors bleibt die Handlung fast immer verständlich und vor allem interessant.

Das hat allerdings den Preis, dass die Story sehr im Vordergrund steht. Es gibt immer wieder längere Abschnitte, in denen man sich beim Abarbeiten von Dialogen oder Nebenaufgaben wünscht, endlich selbst wieder die Initiative beim Schleichen oder in den schicken Kämpfen ergreifen zu können.

Und das, obwohl die 3D-Grafik dabei alles andere als gelungen ist, die Texturen oft matschig aussehen und ständig neue, winzige Abschnitte nachgeladen werden. Außerdem hakelt die Steuerung gelegentlich. Trotz der Mängel: Dank seiner vielen Stärken ist Persona 5 ein kleines Meisterwerk, das auch Spielern im Westen viel zu sagen hat.

 Persona 5 im Test: Zwischen Final Fantasy und Pennälerpsyche
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derKlaus 11. Apr 2017

ich sehe es ähnlich, zumal bei deutschen Übersetzungen meistens eine wahre Textflut im...

derKlaus 11. Apr 2017

Bei Persona 3 kannst Du beispielsweise mit einem Schulkameraden nachmittags ins...

SirFartALot 10. Apr 2017

Das ist leider typisch bei Spieletests auf Golem und ich ueberspring dann gleich mehrere...

Spiritogre 09. Apr 2017

Schade, der Test gibt meiner Ansicht nach einen ziemlich verfälschten Eindruck vom Spiel...

HibikiTaisuna 07. Apr 2017

Ich hab die Version für 64 Euro beim Saturn gekauft. Auf die 5 Euro kommt es auch nicht...


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