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Perseverance: Nasa-Rover topfit trotz ungewisser Rückkehr-Mission

Während die US-Rückholmission wackelt, erkundet Perseverance weiter den Mars. Der Rover ist laut Nasa in hervorragendem Zustand.
/ Nils Matthiesen
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Perseverance wartet auf MSR-Zukunft (Bild: Nasa)
Perseverance wartet auf MSR-Zukunft Bild: Nasa

Fast fünf Jahre nach seiner Landung im Jezero-Krater befindet sich der Mars-Rover Perseverance einem Bericht von Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) zufolge in einem exzellenten Zustand . Ursprünglich sollte bereits im Jahr 2026 oder 2028 eine Nachfolgemission starten, um die vom Rover gesammelten Gesteinspatrone zur Erde zu bringen.

Doch während das milliardenschwere Programm Mars Sample Return (MSR) aufgrund explodierender Kosten von bis zu elf Milliarden US-Dollar und politischer Unsicherheiten in der Schwebe ist, muss das Fahrzeug deutlich länger durchhalten als geplant. Sollte MSR überhaupt realisiert werden, gilt ein Start vor den 2030er Jahren inzwischen als unwahrscheinlich.

Zertifizierung für 100 Kilometer Fahrtstrecke

Die Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory (JPL) bereiten den Rover nun darauf vor, weit über die ursprünglichen Erwartungen hinaus zu funktionieren . Eine aktuelle Evaluierung ergab, dass Perseverance bis mindestens 2031 operieren kann. Da die Radionuklidbatterie auf Plutoniumbasis zuverlässig Strom liefert, gelten vor allem der Roboterarm und das Fahrwerk als potenziell limitierende Faktoren. Steve Lee, stellvertretender Projektmanager bei der Nasa, erklärte auf der Herbsttagung der American Geophysical Union, dass das Team das Mobilitätssystem derzeit für eine Gesamtlaufleistung von 100 Kilometern zertifiziert sei.

Bisher hat Perseverance rund 40 Kilometer zurückgelegt – das entspricht bereits dem Doppelten der ursprünglichen Spezifikation. Um die 100-Kilometer-Marke sicher zu erreichen, führt das JPL derzeit Belastungstests für die Bremsen und die Rotationsantriebe durch, die Anfang 2025 abgeschlossen sein sollen. Diese Reichweite ist notwendig, damit der Rover nach der Erkundung des Kraterrandes zu einem geeigneten Landeplatz für eine zukünftige Rückholsonde zurückkehren kann.

Strategiewechsel bei der Probenahme

Trotz der Unsicherheit über die Zukunft von MSR hat der Rover bereits 33 Titan-Röhrchen mit Proben gefüllt. Ein Teil davon wurde schon in Depots auf der Oberfläche hinterlegt, den Rest führt das Fahrzeug mit sich. Die Wissenschaftler haben ihre Strategie nun angepasst: Neue Proben werden zwar gesammelt, aber teilweise noch nicht endgültig versiegelt. Dies ermögliche es, Proben später durch wissenschaftlich wertvollere Funde zu ersetzen, falls der Rover am Kraterrand auf noch interessantere geologische Formationen stoße.

Während die Nasa ihre Strategie unter dem neuen Administrator Jared Isaacman neu ordnen muss, rückt die Konkurrenz näher. China plant mit der Mission Tianwen-3 einen eigenen Probenrücktransport, der bereits 2028 starten und 2031 Gestein zur Erde liefern könnte. Damit würde China die USA bei diesem prestigeträchtigen Ziel voraussichtlich überholen. Ob die Nasa auf kommerzielle Partner wie SpaceX oder Blue Origin setzt, um die Kosten von MSR zu senken, ist derzeit noch offen.


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