Abo
  • Services:
Anzeige
Casper van der Meer vom Perpetual Plastic Projekt
Casper van der Meer vom Perpetual Plastic Projekt (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)

Perpetual Plastic Project: Ringe aus dem Plastikmeer

Casper van der Meer vom Perpetual Plastic Projekt
Casper van der Meer vom Perpetual Plastic Projekt (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)

Ein Künstlerkollektiv aus den Niederlanden will Kunststoff in Kunst verwandeln - mit Hilfe von 3D-Druckern. Konzertbesucher können leere Plastikbecher sammeln und daraus Schmuck machen. Langfristig wollen die Künstler die Meere von Plastikabfällen befreien.

Was tun mit den Bergen von Plastikbechern, die auf Open-Air-Festivals übrigbleiben? Das niederländische Künstlerkollektiv Better Future Factory hat sich etwas ausgedacht, dass das Problem nicht nur löst, sondern auch noch spektakulär aussieht: das Perpetual Plastic Project . Die Installation verwandelt Trinkbehälter in Souvenirs und bindet die Besucher aktiv in den Prozess ein.

Anzeige
  • Die Waschanlage für die Kunststoffbecher (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)
  • Der Schredder (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)
  • Der Extruder samt Heizelement (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)
  • Im Extruder wird aus den geschredderten Bechern das Filament für den 3D-Drucker. (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)
  • Im 3D-Drucker entsteht dann das Souvenir. (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)
  • Upcycling: Aus Abfall was Wertvolles machen. (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)
  • Die Recyclingkette (Bild:Perpetual Plastic Project)
Die Recyclingkette (Bild:Perpetual Plastic Project)

Auf dem Musikfestival Lowlands 2012 haben sie ihre Installation Perpetual Plastic Project erstmals aufgestellt. Besucher brachten ihre leeren Becher hin, diese wurden gewaschen und dann in einem durchsichtigen Kasten mit einem Gebläse getrocknet. Die Becher klackerten und wirbelten darin herum. Ja, das sollte ein Hingucker sein, sagte Künstler Casper van der Meer. Danach kamen die Becher in eine Mühle, die aussah wie ein Geschirrtrockner mit Klingen. Die war aus Stahl und musste per Hand gekurbelt werden. Auch das sollten die Zuschauer selbst machen - ein Kunstwerk zum Anfassen.

Perpetual - immerwährend - so soll der Müll einer Wegwerfgesellschaft nach und nach in einen regenerativen Kreislauf eingebunden werden. Die Künstler wollen aber ein wenig mehr als Recycling. Sie wollen aus dem Müll hochwertige Produkte machen, solche, die sogar mehr Wert haben als das achtlos weggeworfene Produkt, aus dem sie entstanden sind. Auch das hat einen Namen bekommen: Upcycling. Aus alten Weinfässern wird teures Parkett, aus Strandgut werden kostspielige Möbel. Recycling müsse sich lohnen, denn der Aufwand sei hoch, sagte van der Meer vom Perpetual Plastic Project. Müll lande auch deshalb in Verbrennungsanlagen, weil es oft viel zu teuer sei, die Materialien tatsächlich nochmals wiederzuverwenden. Und es mangele oft auch an zündenden Ideen.

Recycling als Hingucker

Darauf wollen die Künstler der Better Future Factory hinweisen. Und sie nutzen dafür aktuelle Technik, etwa 3D-Drucker. Die sind aber nur Mittel zum Zweck. Sie wollen den Menschen nahebringen, wie einfach es ist, aus vermeintlich nutzlosem Material etwas Sinnvolles, Wertvolles zu machen. Da ist es auch egal, dass die wiederverwerteten Becher aus Polymilchsäure (PLA) sind, das ohnehin biologisch abbaubar ist.

Plastikkonfetti

Die Kunststoffspäne werden gesiebt, damit sie ungefähr die gleiche Größe haben, wenn sie im nächsten Schritt geschmolzen werden. Es bleibt nur etwa die Hälfte der Späne übrig. Sie liegen überall um die Installation herum - buntes Plastikkonfetti, verstreut auf dem Boden.

Für den nächsten Schritt haben die Künstler einen Extruder umfunktioniert, der normalerweise in einem 3D-Drucker das Material erhitzt, aus dem ein Objekt entsteht. Die verlesenen Späne werden in einem Trichter gesammelt und durch den Extruder - wieder per Handkurbel - gedrückt. Heraus kommt ein Filament, ein Kunststoffdraht, der dann in dem 3D-Drucker zu einem Souvenir verarbeitet werden kann.

Probleme mit Plastik

Für die 3D-Druckermesse Fabcon 3.D haben die Künstler keine von Messebesuchern benutzten Kunststoffbecher verwendet, sondern eigens mitgebrachte. Sie bestehen nicht aus PET (Polyethylenterephthalat) oder anderem Plastik, das biologisch kaum abbaubar ist, sondern aus Biokunststoff. "PET ist weitaus schwieriger in ein Druckmaterial zu verwandeln. Die Schmelzpunkte sind zu verschieden. Daher kann kein geeignetes Druckmaterial entstehen. Und selbst wenn wir das Material erzeugen können, lässt sich damit nicht drucken," erklärte van der Meer Golem.de. "Aber wir arbeiten an einer Lösung." Auf der Messe klappte das Extrudieren des Materials aus Polymilchsäure (PLA) aber auch nicht immer. Das Filament brach oft in zu kleine Teile.

Zunächst soll eine Software her, mit der ein Nutzer das zu druckende Objekt selbst gestalten kann, sagte van der Meer. Immerhin könnten sie jetzt das Muster auf dem Ring bestimmen, der bei der Aktion ausgedruckt werde. Ohnehin sei das Perpetual Plastic Project eher eine Kunstaktion und solle neue Recycling-Möglichkeiten aufzeigen. "Eines Tages wollen wir mit unserem Projekt den Plastikmüll im Meer in Kunst verwandeln."


eye home zur Startseite
spacemochi 01. Jun 2013

Genau, der Großteil des Plastiks im Ozean ist soweit aufgelöst, dass er die...

Endwickler 01. Jun 2013

Da fällt mir ein alter Spruch ein: "Kunst kommt von können und nicht von wollen, denn...

SoniX 01. Jun 2013

Ja, Ja und Ja. Gebe dir Recht. :-)



Anzeige

Stellenmarkt
  1. HerkulesGroup Services GmbH, Burbach
  2. HMS Industrial Networks GmbH, Karlsruhe
  3. Karer Consulting AG, Weingarten, Göppingen (Home-Office möglich)
  4. Vodafone GmbH, Düsseldorf


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 19,99€
  2. (-75%) 8,75€
  3. (-80%) 4,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Reverse Engineering

    Das Xiaomi-Ökosystem vom Hersteller befreien

  2. Fritzbox 7583

    AVM zeigt neuen Router für diverse Vectoring-Techniken

  3. Halbleiterwerk

    Samsung rüstet Fab 3 für sechs Milliarden US-Dollar auf

  4. Archos Hello

    Smarter Lautsprecher mit vollwertigem Android

  5. Automaton Games

    Mavericks will Battle Royale für bis zu 400 Spieler bieten

  6. Sipgate

    App Satellite hat Probleme mit dem Vodafone-Netz

  7. AMDs Embedded-Pläne

    Ein bisschen Wunschdenken, ein bisschen Wirklichkeit

  8. K-1 Mark II

    Pentax bietet Sensorwechsel für seine Vollformat-DSLR an

  9. Ohrhörer

    Neue Airpods sollen Hey Siri unterstützen

  10. Amazon Go

    Sechs weitere kassenlose Supermärkte geplant



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Age of Empires Definitive Edition Test: Trotz neuem Look zu rückständig
Age of Empires Definitive Edition Test
Trotz neuem Look zu rückständig
  1. Echtzeit-Strategie Definitive Edition von Age of Empires hat neuen Termin
  2. Matt Booty Mr. Minecraft wird neuer Spiele-Chef bei Microsoft
  3. Vorschau Spielejahr 2018 Zwischen Kuhstall und knallrümpfigen Krötern

Homepod im Test: Smarter Lautsprecher für den Apple-affinen Popfan
Homepod im Test
Smarter Lautsprecher für den Apple-affinen Popfan
  1. Rückstände Homepod macht weiße Ringe auf Holzmöbeln
  2. Smarter Lautsprecher Homepod schwer reparierbar
  3. Smarter Lautsprecher Homepod-Reparaturen kosten fast so viel wie ein neues Gerät

HP Omen X VR im Test: VR auf dem Rücken kann nur teils entzücken
HP Omen X VR im Test
VR auf dem Rücken kann nur teils entzücken
  1. 3D Rudder Blackhawk Mehr Frags mit Fußschlaufen
  2. Kreativ-Apps für VR-Headsets Austoben im VR-Atelier
  3. Apps und Games für VR-Headsets Der virtuelle Blade Runner und Sport mit Sparc

  1. Re: Grafik

    baltasaronmeth | 11:46

  2. Re: Passwörter sind nicht das Problem

    bombinho | 11:44

  3. Re: Viermal mehr Spieler

    baltasaronmeth | 11:43

  4. Re: und lidl & co. bekommen nix auf die kette

    AnDieLatte | 11:40

  5. Re: Daumen hoch Pentax

    Clown | 11:38


  1. 12:00

  2. 11:29

  3. 11:07

  4. 10:52

  5. 10:38

  6. 09:23

  7. 08:40

  8. 08:02


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel