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Performance Marginality: AMD ersetzt fehlerhafte Ryzen-7-Prozessoren

Obwohl es noch keine offizielle Mitteilung seitens AMD gibt, scheint das Unternehmen den Fehler in seinen Ryzen-7-Prozessoren behoben zu haben. Er führte unter Linux bei hoher Last zu Schutzverletzungen. Betroffene können die fehlerhaften Prozessoren umtauschen.
/ Jörg Thoma
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AMD tauscht fehlerhafte Ryzen-7-Prozessoren aus. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
AMD tauscht fehlerhafte Ryzen-7-Prozessoren aus. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Neuere Chargen der Ryzen-7-Prozessoren beheben offenbar das als Performance Marginality bezeichnete Problem , das unter Linux bei Volllast Schutzverletzungen (Segmentation Fault, SegFault) verursachte. Das berichten zumindest Nutzer in einem inzwischen umfangreichen Thread im AMD-Forum(öffnet im neuen Fenster) und bei der Webseite Phoronix. Offenbar müssen sich Besitzer fehlerhafter Prozessoren aber einen Ersatz bei AMD besorgen, denn es gibt kein Update des Microcodes und spezielle Einstellungen im Bios beheben den Fehler zwar in Einzelfällen, führen aber zu Leistungseinbußen. AMD bestätigte den Fehler vor wenigen Wochen und ersetzt die anfälligen Prozessoren, hat aber bislang keine Details genannt.

Den Berichten in den verschiedenen Foren zufolge sind frühe Chargen der Ryzen-Prozessoren 1600, 1600X, 1700, 1700X, 1800 sowie 1800X betroffen. Laut der Webseite Phoronix(öffnet im neuen Fenster) funktionieren Prozessoren-Chargen ab der 25. Woche fehlerfrei. Eine nachweisliche Eingrenzung ist mangels offizieller Mitteilung AMDs freilich nicht möglich. Zumindest berichten Nutzer, dass ihre ausgetauschten Prozessoren alle später gefertigt wurden. Die Angaben zum Zeitpunkt der Fertigung sind auf dem Prozessor in der zweiten Zeile zu lesen. Die ersten vier Zahlen verraten das Jahr und die Woche. Ob eine Abfrage des Fertigungsdatums per Software möglich ist, ist nicht bekannt und eher unwahrscheinlich.

Austausch oft mit Verzögerung

Inzwischen ersetzt AMD offenbar bereitwillig die fehlerhaften Prozessoren und verlangt keine Auskunft mehr über die genauen Bios-Einstellungen oder ob Nutzer ihren Prozessor übertaktet haben. Die Flut der RMA-Anfragen (Rücksendenummer, Return Merchandise Authorization) bei AMD führt aber gegenwärtig oft zu Verzögerungen, wie einige Nutzer im AMD-Forum berichten(öffnet im neuen Fenster) .

Das Skript kill-ryzen.sh(öffnet im neuen Fenster) kann genutzt werden, um den mittlerweile reproduzierbaren Fehler auszulösen. Bei einigen Nutzern erfolgte die Schutzverletzung bereits nach wenigen Minuten, bei anderen tauchte der Fehler erst nach mehreren Stunden auf. AMD bestätige den Fehler gegenüber der Webseite Phoronix(öffnet im neuen Fenster) , wies aber darauf hin, dass weder die Prozessoren der Threadripper-Reihe noch der Zen-Prozessoren wie Epyc betroffen sind. Fest steht, dass der Fehler aber von Anwendern selbst nicht behoben werden kann. Betroffene müssen sich demnach bei AMDs Customer Care um Ersatz bemühen.


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