Performance Management: SAP führt Bewertungssystem für Softskills ein

SAP hat ein neues System zur Leistungsbewertung eingeführt. Informationen des Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) zufolge sind Führungskräfte des Konzerns seit Anfang März aufgefordert, ihre Teammitglieder in drei Leistungskategorien einzuteilen. Zudem sollen sie neben der inhaltlichen Arbeit künftig "professionelle Standards" berücksichtigen, etwa den Umgang mit Kollegen.
Beschäftigte sollen "jeden am Arbeitsplatz respektvoll behandeln" . Zudem sollen "Kollegen für Diskussionen und Fragen zu Verfügung stehen" . Auch die Beteiligung an Diskussionen und der Umgang mit Feedback gelten als Kriterien.
"Es ist nach wie vor nicht erfreulich, dass es eine Leistungsbeurteilung in dieser Form gibt. Es ist eine Herausforderung für die gute Zusammenarbeitskultur zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften" , sagte Eberhard Schick, Vorsitzender des Betriebsrats bei SAP SE, Golem.de auf Anfrage.
Homeoffice-Regelung hart umkämpft
Der Softwarehersteller bestätigte dem Handelsblatt am 17. März 2025, dass das Performance Management nach einem Pilotprojekt mit Führungskräften im vergangenen Jahr kürzlich in der Konzernmutter SAP SE und den internationalen Landesgesellschaften eingeführt wurden. In der Landesgesellschaft Deutschland arbeite man an den letzten Schritten.
Zudem formalisierte SAP in Deutschland die Präsenzpflicht. Beschäftigte sollen gemäß einer neuen Betriebsvereinbarung ab April 2025 drei Tage pro Woche im Büro arbeiten, der Konzern gesteht ihnen zusätzlich einen Anspruch auf zwei Tage Mobilarbeit zu. International gilt bereits eine ähnliche Regelung. Sowohl das Bewertungssystem als auch die Präsenzpflicht waren unter Mitarbeitervertretern auf massive Kritik gestoßen. Zwischenzeitlich stritten Konzern und Betriebsrat vor Gericht.
Viele der Beschäftigten bei SAP leisteten durch die praktizierte Vertrauensarbeitszeit mehr, als sie müssten, erklärte der Betriebsrat auf einer Betriebsversammlung am 10. Dezember 2024(öffnet im neuen Fenster) . Den Beschäftigten sei das nötige Vertrauen entgegenzubringen, im Homeoffice genauso motiviert zu arbeiten, wie vor Ort. "Viele Beschäftigte haben ihre persönlichen Lebensumstände durch diese flexible Regelung anders gestaltet und wären gezwungen, hier einiges auf den Kopf zu stellen" , wurde erklärt.



