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Raspberry Pi: Spieglein, Spieglein, werde smart!

Ein Spiegel, ein ausrangierter Monitor und ein Raspberry Pi sind die grundlegenden Bauteile, mit denen man sich selbst einen Smart Mirror basteln kann. Je nach Interesse können dort dann das Wetter, Fahrpläne, Nachrichten oder auch stimmungsvolle Bilder angezeigt werden.

Eine Anleitung von Christopher Bichl veröffentlicht am
Gut aussehend und informiert in den Tag
Gut aussehend und informiert in den Tag (Bild: Christopher Bichl)

Wer häufiger in How-To- oder Do-it-yourself-Webseiten für den Raspberry Pi stöbert, ist sicher schon auf Projekte mit sogenannten Smart Mirrors gestoßen. Mich haben sie erst nicht sonderlich interessiert, erst als ich genauer nachlas, was man damit alles machen kann, wurde ich neugierig. Nachrichten, Wetter und Fahrpläne auf einem schön gerahmten, selbst zusammengebauten Spiegel-Monitor? Das klang dann doch reizvoll. Also probierte ich es aus.

Was brauche ich dazu?

Wie der Name Smart Mirror schon sagt, ist der Spiegel ein wichtiges Element. Einseitig durchlässig muss er sein, genauer gesagt mit einer achtprozentigen Transmission. Um zu verstehen, was das bedeutet, muss man sich nur Verhörsituationen in Kriminalfilmen vorstellen, bei denen auf der einen Seite der Verdächtige und die Ermittler sitzen und auf der anderen Seite die Beobachter stehen - die aber selbst von den Personen im Verhörraum nicht gesehen werden können.

Natürlich habe ich mich gefragt, ob es unbedingt ein Spiegel sein muss - oder ob nicht auch eine Folie oder Ähnliches in Frage käme. Nach einigen Seiten und Foren merkte ich jedoch schnell, dass das nicht einwandfrei geht, da man diese Folie wohl kaum falten- und knitterfrei auf eine Glasscheibe bekommt. Weiter wird oft von Luftblasen gesprochen und somit war die Folie aus dem Rennen. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Glaser, der einseitig durchlässige Spiegel im Sortiment hat - schon nach wenigen Telefonaten fand ich einen.

  • Was aussieht wie ein normaler Spiegel... (Foto: Christopher Bichl)
  • ... wird mit Hilfe eines alten Displays ... (Foto: Christopher Bichl)
  • ... und einem Raspberry Pi ... (Foto: Christopher Bichl)
  • ... zum smarten Darstellungsgerät. (Foto: Christopher Bichl)
  • Dank fertigem Software-Framework werden die verschiedensten Informationen angezeigt. (Foto: Christopher Bichl)
Was aussieht wie ein normaler Spiegel... (Foto: Christopher Bichl)

Als nächstes brauchte ich einen Tischler, denn der Spiegel musste ja in einen Rahmen oder in ein Gehäuse. Ich überlegte kurz, den Spiegel rahmenlos aufzuhängen, was wahrscheinlich für die Belüftung des Monitors auf der Rückseite am besten wäre. Ich entschied mich dann trotzdem für einen Holzrahmen mit wunderschöner Maserung. Der Tischler klärte mit dem Glaser die Maße ab, ich wählte eine Breite von 88 cm und eine Höhe von 55 cm. Wobei es hier auch um das Budget geht, denn der Quadratmeter des speziellen Spiegels kostet circa 100 Euro und natürlich muss der Monitor hinter den Spiegel passen. So bekam ich bald einen passenden Rahmen, in dem sich schon der Spiegel befand - einen sehr schönen, aber sehr schweren Spiegel, der seitdem bei mir zu Hause steht. Aber dazu später mehr, denn jetzt gehört der Monitor zerlegt.

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Es sollte also der Monitor hinter das Glas. Ungeduldig wie ich bin, hielt ich erst einmal das schwere alte Ding direkt dahinter, um zu sehen, ob das mit der einseitigen Durchlässigkeit überhaupt funktioniert. Es ist ein alter Eizo Monitor, der zwar nicht die heutige übliche Auflösung mehr bringt, aber für diesen Zweck mehr als nur gut funktionieren wird. Ich war begeistert, als ich sah, dass der Monitor von vorne nicht zu sehen war.

Dann schloss ich den Monitor an einen Raspberry Pi an, um zu sehen, ob auch das gewünschte Verhalten funktionierte. Eingeschaltet sah ich, was am Monitor passierte. Wenn er ausgeschaltet war, sah es aus, als stünde kein Monitor hinter dem Spiegel. Ich habe einen Raspberry Pi v3 benutzt. Mit älteren Geräten (also der ersten oder zweiten Generation) funktioniert es nicht, weil sie nicht genügend Leistung bieten und kein WLAN haben.

Wie kommt der Monitor hinter den Spiegel?

Mit dem Spiegel im Rahmen, dem Monitor und dem Raspberry Pi lagen nun alle Bauteile bereit und ich konnte mit der Arbeit beginnen. Zunächst musste der Monitor zerlegt werden: weg mit dem Gehäuse und dem unnötigen Metallschrott unter der Plastikhülle. Beim Monitor-Panel angekommen, stellte ich fest, dass alles zusammen nur einen Bruchteil dessen wog, womit ich gerechnet hatte. Eine simple Befestigung mit doppelseitigem Klebeband, mit dem laut Hersteller 20 Kilogramm pro Meter haften bleiben, reichte also aus. Um sicherzugehen, klebte ich dennoch ausreichend Klebeband auf die Vorderseite des Monitor-Panels. Geplant war eigentlich, eine Haltevorrichtung aus Holz am Rahmen zu befestigen, der den Monitor dahinter verkeilt.

Nun mussten die Platinen, die beim Zerlegen des Monitors von den Metallschienen geschraubt wurden, wieder auf der Rückseite des Monitors befestigt werden. Da Kork eine hohe Brennfestigkeit hat und sehr leicht ist, schraubte ich die Platinen auf eine kleine Korkplatte und klebte sie auf die Rückseite des Monitors. Ich schloss die Platinen auch genau so wieder an wie ich sie abgesteckt hatte. Alles passte perfekt, der Monitor war wie eingegossen mit dem Holzrahmen und dem durchlässigen Spiegel befestigt.

Jetzt war es Zeit für einen ersten Probedurchlauf: Ich schloss meinen Raspberry Pi an den Monitor an und schaltete ihn ein. Mit der achtprozentigen Transmission leuchtete der Monitor stark durch den Spiegel und ich erkannte sofort, wie Linux startete und bis zum Desktop bootete. Begeistert von der Schärfe und Helligkeit meines neuen Spiegel-Monitors, machte ich weiter mit der Installation der Software Magic Mirror. Diese Software ermöglicht es, Informationen schön groß am Bildschirm darzustellen und den Rest des Monitors in Schwarz leuchten zu lassen.

Allerdings installierte und konfigurierte ich den Raspberry auf einem geradestehenden Monitor, der sich nicht hinter einem hängenden Spiegel verbirgt. Das Betriebssystem für den Raspberry Pi hatte ich zuvor von www.raspberrypi.org heruntergeladen und nach der Anleitung installiert. Mit dem fertigen Betriebssystem, in einem Terminal, lud ich mit dem Befehl

bash -c "$(curl -sL https://raw.githubusercontent.com/MichMich/MagicMirror/master/installers/raspberry.sh)"

ein GIT-Projekt herunter. Dieser Link und eine Anleitung sind auf der Seite des Projektes zu finden.

Der Installer startete und warnte mich, dass die Installation etwas länger dauern könne. Mein Raspberry Pi v3 brauchte 15 bis 20 Minuten, die Software startete danach automatisch. Der Installer fragte mich zwischendurch, ob er gleich einen Autostart beim Booten einrichten solle. Was ich dem Installer mit ja beantwortete.

Das war alles noch recht einfach. Als die Installation abgeschlossen war, sah ich die Uhrzeit, das Datum und die Nachrichten aus New York City. Das sah schon ganz gut aus, allerdings wollte ich gerne noch das aktuelle Wetter und Abfahrtszeiten meiner nahegelegenen öffentlichen Verkehrsanbindung sehen. Mit ein paar Modulen (und der Anleitung des GIT-Projektes) ließ sich das recht leicht bewerkstelligen - etwas Erfahrung mit Javascript kann dabei allerdings nicht schaden. Bei diesem Projekt wird vieles über Module gelöst. Diese dienen dazu, Objekte anzuzeigen oder andere Dienste einzubinden.

Wann fährt die nächste Bahn? 
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Jolla 12. Feb 2019 / Themenstart

Welches Glas hast du denn genommen?

batzi 11. Feb 2019 / Themenstart

Wer möchte, kann sich meine Doku dazu mal durchlesen: https://www.sebastian-reeh.de...

Vollstrecker 11. Feb 2019 / Themenstart

Bilderrahmen von Ikea + Spiegelfolie kosten nur ein Bruchteil eines echten Spiegels. Klar...

amagol 08. Feb 2019 / Themenstart

Meiner Erfahrung nach laufen 3.3V als High Pegel recht stabil, aber die Leitung darf...

whiffle 06. Feb 2019 / Themenstart

Ja da gibt es viele, aber welcher is der Schönste des ganzen Landes.....

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