Pentagon Papers: Russland setzte elektronisches Störsystem gegen Starlink ein

Aus den Pentagon Papers geht hervor, dass Russland mit dem elektronischen Kriegsführungskomplex Tobol experimentiert, um Starlink in der Ukraine zu stören.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden
Starlink-Antenne
Starlink-Antenne (Bild: Starlink)

Starlink steht in der Ukraine unter Beschuss aus Russland: Gemeint sind elektronische Gegenmaßnahmen (EloGM), die die Kommunikation zwischen den Starlink-Satelliten und den Antennen am Boden stören sollen. Das geht aus Geheimdienstdokumenten hervor, die mutmaßlich über Discord von Jack Teixeira, einem Mitglied der Massachusetts Air National Guard, in einem Discord-Chatroom verbreitet und von der Washington Post ausgewertet (Paywall) wurden.

Die Washington Post berichtet, dass Russlands Bestreben, den Internetzugang der ukrainischen Streitkräfte durch gezielte Angriffe auf Starlink zu stören, ausgefeilter sei als bisher angenommen.

Dabei wird der Name von russischen Bodenstationen des Tobol-Projektes genannt. Offiziell nenne Russland den Einsatzzweck von Tobol nicht, es scheine sich um eine Einrichtung zum Schutz russischer Satelliten vor elektronischen Angriffen zu handeln, schreibt die Washington Post.

In Russland gibt es nach Angaben von The Space Review sechs und nach Informationen der Washington Post sieben Tobol-Komplexe. Das durchgesickerte Dokument beschreibt Russlands Versuch, Starlink über der Ukraine mit Russlands Tobol-1 anzugreifen. Angeblich wurden dazu drei Standorte in Russland eingesetzt, die nahe der Städte Pionerskiy, Shcholkovo und Armavir sein sollen.

Die Störmaßnahmen sollen Ende September 2022 gestartet worden sein und dauerten laut der Einschätzung der US-Geheimdienste, die in den geleakten Dokumenten zitiert werden, 25 Tage. Ob die Operation die gewünschte Wirkung erzielte, geht aus den Pentagon Papers nicht hervor. Besonders die Region um die seit Monaten umkämpfte ukrainische Stadt Bachmut sei gestört worden.

Starlink als Kommunikationsmittel im Krieg

Starlink ist für das ukrainische Militär relativ wichtig, weil damit die Aufklärungsergebnisse von vorgeschobenen Beobachtern, Drohnen, Artillerie und Infanterie koordiniert, Schadensbeurteilung betrieben und wohl auch Sprengboote gesteuert werden können.

Die Ukraine deutete bereits früher an, dass SpaceX den Internetzugang in einigen Gebieten eingeschränkt habe. Das könnte zeitweilig auch eine falsche Beobachtung gewesen sein – womöglich war die vermutete Einschränkung auf die Tobol-Experimente oder andere Mittel der elektronischen Kampfführung wie das Tirada-2-System zurückzuführen.

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