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Pentagon besorgt: Russland könnte Satellit mit Atomsprengsatz entwickeln

US-Beamte sind besorgt, dass Russland Atomwaffen im Weltall platzieren könnte. Das russische Veto gegen eine UN-Resolution ist Grund für die Besorgnis.
/ Patrick Klapetz
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USA sind über mögliche Atomwaffen im Weltall besorgt (Symbolbild). (Bild: Pixabay)
USA sind über mögliche Atomwaffen im Weltall besorgt (Symbolbild). Bild: Pixabay

Der nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, hat in der vergangenen Woche bestätigt, dass "die Vereinigten Staaten davon ausgehen, dass Russland einen neuen Satelliten entwickelt, der einen Atomsprengsatz tragen kann" . Aus einem Bericht vom 1. Mai 2024(öffnet im neuen Fenster) des stellvertretenden Verteidigungsministers für Weltraumpolitik, John Plumb, geht das katastrophale Ausmaß hervor, das eine nukleare Explosion in der Erdumlaufbahn hätte.

"Mehrere Analysten sind überzeugt, dass eine Detonation im Weltraum in der richtigen Größenordnung und am richtigen Ort den erdnahen Orbit für eine gewisse Zeit unbrauchbar machen könnte" , erklärte Plumb am Mittwoch bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus. Der Beamte geht davon aus, dass die Detonation einer Nuklearwaffe im Weltraum den erdnahen Orbit für ein Jahr unbrauchbar machen könnte.

In dem Bericht werden Cyberangriffe auf kommerzielle Satellitenkommunikationsnetze erwähnt, die von Russland durchgeführt wurden. "Russland entwickelt auch eine Anti-Satelliten-Fähigkeit im Kontext eines neuen Satelliten, der einen nuklearen Sprengsatz trägt" , heißt es weiter.

Plumb stufte dies als Bedrohung für alle staatlichen und kommerziellen Satelliten ein. Davon seien auch "die lebenswichtigen Kommunikations-, wissenschaftlichen, meteorologischen, landwirtschaftlichen, kommerziellen und nationalen Sicherheitsdienste" betroffen. Er machte bei der Anhörung jedoch klar, dass diese Bedrohung nicht unmittelbar sei.  

Keine unmittelbare Bedrohung

Die Besorgnis des Ministeriums beruht auf einem russischen Veto gegen eine Resolution der Vereinten Nationen für ein Verbot der Stationierung von Atomwaffen im Weltraum. Plumb nannte es "heuchlerisch" und "unglaublich" , dass Russland behaupte, keine Waffen im Weltraum zu stationieren, während es sich weigere, die UN-Resolution zu unterzeichnen.

Damit wiederholte Plumb die Worte von Sullivan(öffnet im neuen Fenster) nach der Abstimmung in der UNO: "Wir haben Präsident Putin öffentlich sagen hören, dass Russland nicht die Absicht hat, Atomwaffen im Weltraum zu stationieren. Wenn das der Fall wäre, hätte Russland kein Veto gegen diese Resolution eingelegt."

Dabei bekräftigt die Resolution eigentlich nur, worauf sich Russland, die Vereinigten Staaten und alle anderen Raumfahrtnationen bereits verpflichtet haben - den Verzicht auf die Stationierung von Atomwaffen im Weltraum.  

Zu den Quellen

Bericht vom Weißen Haus vom 24. April 2024: Statement from National Security Advisor Jake Sullivan on Russia's Veto of the UN Security Council Resolution on the Outer Space Treaty(öffnet im neuen Fenster) (Erklärung des nationalen Sicherheitsberaters Jake Sullivan zum Veto Russlands gegen die Resolution des UN-Sicherheitsrats zum Weltraumvertrag).

Erklärung von John F. Plumb vom 1. Mai 2024(öffnet im neuen Fenster) vor dem Ausschuss für bewaffnete Dienste des Repräsentantenhauses.


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