Abo
  • IT-Karriere:

Peng-Kollektiv: Ein Pass für Zwei

Einen Pass, den zwei Menschen benutzen können: Damit will das Künstlerkollektiv Peng gegen Biometrie und staatliche Überwachung ankämpfen. Erreicht wird das mit einem Passbild, das beiden gleichermaßen ähnelt.

Artikel veröffentlicht am , Moritz Tremmel
Peng verschmilzt Fotos von zwei Personen zu einem.
Peng verschmilzt Fotos von zwei Personen zu einem. (Bild: Peng)

Was haben die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und die Aktivistin Billie Hoffmann des Peng-Kollektivs gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig, doch das Peng-Kollektiv hat einen Reisepass geschaffen, den theoretisch beide nutzen könnten. Dazu hat die Künstlergruppe, die für spektakuläre Polit-Aktionen bekannt ist, Fotos der beiden verschmolzen. Auf der Internetseite Mask.id bietet Peng Interessierten die Möglichkeit, selbst ein Foto hochzuladen und mit einem anderen zu fusionieren. Das Kollektiv nutzt die Technik auch, um Flüchtlingen bei der Einreise nach Europa zu helfen.

Stellenmarkt
  1. Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen
  2. IQTIG - Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, Berlin Tiergarten

Mit dem aus den Fotos von Hoffmann und Mogherini entstandenen Bild hatte die Peng-Aktivistin in einem Berliner Bürgeramt einen Reisepass beantragt - und hatte Erfolg: Die Bundesdruckerei erstellte das Dokument, und nur wenige Tage später konnte sich Hoffmann international damit ausweisen. Mit demselben Pass könnte sicherlich auch Mogherini reisen, da das Bild ihr ebenso ähnlich sieht. Mogherini ist für die Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union zuständig. "Wir haben im ersten Teil unseres Stücks Mask.ID die Bundesdruckerei gehackt", verkündet Peng auf seiner Webseite.

Das Kollektiv protestiert mit der Aktion gegen die um sich greifende Überwachung: Mit jedem beantragten Pass landen Fingerabdrücke und Gesichtserkennungsdaten in staatlichen Datenbanken. Immer mehr Behörden, selbst Geheimdienste, haben Zugriff auf die Daten. Dieser Entwicklung gelte es entgegenzutreten, erklären die Aktivisten. Die verschmolzenen Bilder sollen von Gesichtserkennungsprogrammen nicht zugeordnet werden können. So könnten beispielsweise Personen nicht mehr identifiziert werden, indem Fotos aufgrund biometrischer Merkmale mit den Passbildern in den Datenbanken staatlicher Behörden abgeglichen werden.

Peng rät Nutzern der Website vorerst nicht, selbst Pässe mit den verschmolzenen Fotos zu beantragen. Sie sollen ein rechtskräftiges Urteil zum Mogherini-Pass abwarten. Peng selbst hat jedoch nicht auf ein Urteil gewartet und damit europäische Pässe erstellt, mit denen Flüchtlinge aus Libyen in die Europäische Union einreisen sollen.

Das Künstlerkollektiv hat sich mit diversen Aktionen einen Namen gemacht, darunter ein Aussteigerprogramm für Geheimdienstmitarbeiter, massenhafter telefonischer Protest von Entmieteten gegen Immobilienfirmen, ein Aufruf zu aktiver Fluchthilfe und ein Hack der Sendung Astro-TV.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 449,90€ (Release am 26. August)
  2. (u. a. Tropico 6 für 24,99€, PSN Card 10€ für 9,49€, PSN Card 20€ für 18,99€)
  3. (u. a. Switch-Spiele: Daemon X Machina für 49,99€, The Legend of Zelda: Link's Awakening; PS4...
  4. GRATIS im Ubisoft-Sale

franzbauer 28. Sep 2018

Fast: In before (in einem anderen Beitrag/Thema). Ergibt für mich allerdings an der...

Eheran 28. Sep 2018

Ja also? Problem geklärt. Man kann dafür ja Gründe haben, wie man will. Da findet sich...

Icestorm 28. Sep 2018

Oh je ... Im Vorraum unserer Pass-Stelle steht (bzw. stand, ist schon 3 Jahre her) ein...

ap (Golem.de) 27. Sep 2018

Wir haben diese Diskussion stehen lassen, auch wenn bereits der Start sehr hart an der...

Johnny Cache 27. Sep 2018

Wir reden hier von Politik und Aktivisten... komm jetzt bitte nicht mit Logik daher! ;)


Folgen Sie uns
       


Hyundai Kona Elektro - Test

Das Elektro-SUV ist ein echter Langläufer.

Hyundai Kona Elektro - Test Video aufrufen
Elektromobilität: Die Rohstoffe reichen, aber ...
Elektromobilität
Die Rohstoffe reichen, aber ...

Brennstoffzellenautos und Elektroautos sollen künftig die Autos mit Verbrennungsantrieb ersetzen und so den Straßenverkehr umweltfreundlicher machen. Dafür sind andere Rohstoffe nötig. Kritiker mahnen, dass es nicht genug davon gebe. Die Verfügbarkeit ist aber nur ein Aspekt.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Himo C16 Xiaomi bringt E-Mofa mit zwei Sitzplätzen für rund 330 Euro
  2. ADAC-Test Hohe Zusatzkosten bei teuren Wallboxen möglich
  3. Elektroroller E-Scooter sollen in Berlin nicht mehr auf Gehwegen parken

Smarte Wecker im Test: Unter den Blinden ist der Einäugige König
Smarte Wecker im Test
Unter den Blinden ist der Einäugige König

Einen guten smarten Wecker zu bauen, ist offenbar gar nicht so einfach. Bei Amazons Echo Show 5 und Lenovos Smart Clock fehlen uns viele Basisfunktionen. Dafür ist einer der beiden ein besonders preisgünstiges und leistungsfähiges smartes Display.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Nest Hub im Test Google vermasselt es 1A

WEG-Gesetz: Bundesländer preschen bei Anspruch auf Ladestellen vor
WEG-Gesetz
Bundesländer preschen bei Anspruch auf Ladestellen vor

Können Elektroauto-Besitzer demnächst den Einbau einer Ladestelle in Tiefgaragen verlangen? Zwei Bundesländer haben entsprechende Ergebnisse einer Arbeitsgruppe schon in einem eigenen Gesetzentwurf aufgegriffen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Startup Rivian plant elektrochromes Glasdach für seine Elektro-SUVs
  2. Elektroautos Mehr als 7.000 neue Ladepunkte in einem Jahr
  3. Elektroautos GM und Volkswagen verabschieden sich vom klassischen Hybrid

    •  /