Staatstrojaner: Apple schließt NSO-Sicherheitslücke in iOS
Apple hat eine Sicherheitslücke in seinen Betriebssystemen geschlossen, die von der Trojanersoftware Pegasus der NSO Group genutzt worden sein soll, um die Geräte zu infizieren und anschließend die Betroffenen auszuspionieren. Mit der Sicherheitslücke ist ein sogenannter Zero-Klick-Angriff möglich, bei dem ein Gerät ohne Zutun des Gerätebesitzers gehackt werden kann.
Forscher des Citizen Lab der Universität Toronto stießen bei der Analyse des Smartphones eines saudi-arabischen Aktivisten auf die Sicherheitslücke (CVE-2021-30860) und meldeten sie an Apple. Das Gerät sei mit der Überwachungssoftware Pegasus der israelischen Firma NSO infiziert gewesen(öffnet im neuen Fenster), berichtete Citizen Lab. Die Forcedentry genannte Sicherheitslücke soll mindestens seit Februar 2021 ausgenutzt worden sein.
Forcedentry-Sicherheitslücke durch manipulierte PDF-Datei ausgenutzt
Um die Lücke auszunutzen, wurden präparierte PDF-Dateien an die betroffenen Geräte gesendet. Obwohl es sich um PDF-Dateien handelte, wurden sie mit der Dateiendung .gif gesendet. Nach dem Empfang der Datei durch iMessage wurde diese von Apples Bild-Rendering-Bibliothek Coregraphics verarbeitet. Hier wurde die Sicherheitslücke, ein Integer-Overflow, ausgenutzt, um Schadcode auszuführen. Dies nutzte die NSO, um ihre Trojanersoftware Pegasus auf den betroffenen Geräten zu installieren und deren Eigentümer umfassend zu überwachen.
Apple hat Forcedentry gemeinsam mit einer weiteren Sicherheitslücke (CVE-2021-30858) in der Rendering-Engine Webkit, mit der ebenfalls Schadcode ausgeführt werden kann, geschlossen. Entsprechende Softwareupdates veröffentlichte Apple für iPhones, iPads(öffnet im neuen Fenster), Macs(öffnet im neuen Fenster) und die Apple Watch(öffnet im neuen Fenster). Die aktualisierten Versionen iOS 14.8, iPadOS 14.8, MacOS Big Sur 11.6 sowie WatchOS 7.6.2 sollten umgehend eingespielt werden.
NSO wird für Pegasus kritisiert
Mit der Schadsoftware Pegasus, die an staatliche Organisationen verkauft wird, wurden unter anderen Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, Anwälte und Politiker gehackt und überwacht. Ein geleakter Datensatz enthält 50.000 Telefonnummern, bei denen es sich um potenzielle Ausspähziele von NSO-Kunden aus den Jahren 2016 bis 2021 handeln soll.
Erst kürzlich wurde bekannt, dass auch das Bundeskriminalamt (BKA) zu den Kunden der NSO gehört. Dabei hatte die baden-württembergische Polizei sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erst vor wenigen Wochen vor der Schadsoftware gewarnt.
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