Abo
  • Services:

Peering: Provider-Streit um Netflix-Traffic lähmt unbeteiligte Firmen

Manche Unternehmen können zeitweise ihrem Geschäft kaum nachgehen - nur weil Netflix einen neuen Vertrag abgeschlossen hat. Der Streit um den Streaming-Traffic zwischen großen Peering-Providern und den Versorgern von Privathaushalten in den USA eskaliert.

Artikel veröffentlicht am ,
Netflix-Gebäude in Los Gatos, Kalifornien
Netflix-Gebäude in Los Gatos, Kalifornien (Bild: AFP/Getty Images)

Wenn die Leitungen von Mitarbeitern, die über ein Virtual Private Network (VPN) von ihrem Heimbüro aus für ihren Arbeitgeber tätig sind, plötzlich langsamer werden - dann kann das daran liegen, dass für die Anwender fast unsichtbare Provider sich um Geld streiten. Zu diesem Schluss kommt die Juraprofessorin, Journalistin und Netzaktivistin Susan Crawford in einem bemerkenswerten und sehr langen Artikel auf der Plattform Medium.com.

Inhalt:
  1. Peering: Provider-Streit um Netflix-Traffic lähmt unbeteiligte Firmen
  2. Unterhaltungsprovider bauen nicht schnell genug aus

Sie schildert darin unter anderem eine Situation, deren Klärung die Administratoren des betroffenen Unternehmens NEPC insgesamt rund 200 Stunden beschäftigte. Die Firma, die sich mit Finanzberatung beschäftigt, hat nach eigenen Angaben über 230 Beschäftigte an sieben Standorten der USA. Viele davon arbeiten von zu Hause, wofür ein VPN zum Einsatz kommt, das die Verbindung zu den NEPC-Servern herstellt. Darüber laufen auch die internen Telefonate.

Lahmes VPN und unmögliche VoIP-Telefonie

Von November 2013 an gab es Gesprächsabbrüche bei den Heimarbeitern, und auch das Öffnen von Dateien per Remote-Desktop und VPN dauerte nicht Sekunden, sondern bisweilen Minuten. Das wurde bis zum Januar 2014 immer schlimmer, so dass einige Mitarbeiter kaum noch produktiv sein konnten. Analysen am eigenen Netz und der Software zeigten keine Fehler, so dass NEPC dann bei den Übergabepunkten seines eigenen Providers zu den Netzbetreibern nachsah, über welche die Homeoffices angebunden waren.

Und dort wurden die Techniker fündig: Sobald Daten von dem Unternehmen, das die Filialen von NEPC vernetzt, an die privaten Anschlüsse übergeben wurden, gab es massive Paketverluste und Latenzen - Dinge, die ein gut verschlüsseltes VPN recht schlecht verkraftet. Das Unternehmen, das die Niederlassungen verbindet, heißt Cogent und war seit Jahren ein verlässlicher Partner. Der Haken war nur: Cogent hatte kurz zuvor eine Kooperation mit Netflix abgeschlossen, das einen Großteil seines Traffics nun über diesen Firmenprovider zu den privaten Anschlüssen brachte.

Stellenmarkt
  1. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg
  2. DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Oberpfaffenhofen

Solche Unternehmen, hier waren vor allem Comcast und Verizon betroffen, bezeichnet der Artikel als die "eyeball networks", grob übersetzt: Unterhaltungsprovider. Sie stellen vor allem für Privathaushalte die Verbindung ins Internet her und müssen dazu mit anderen Netzwerkvernetzern wie Cogent kooperieren. Diese Beziehungen, in Deutschland meist Peering genannt, kosten Geld.

Unterhaltungsprovider bauen nicht schnell genug aus 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-55%) 17,99€
  2. 4,99€
  3. (-15%) 12,74€

teleborian 06. Nov 2014

Also der von der Schweizer Regierung vorgegebene Betrag gilt nur für die Berghütten im...

rromijn 06. Nov 2014

es ist und bleibt das gleiche in allen Bereichen. Du musst ein gewisses Maß an Freiheit...

exxo 06. Nov 2014

+46 = 0

Anonymer Nutzer 06. Nov 2014

Vielleicht ist Dir nicht klar, was ein Eyeball Provider ist ... Es sind Provider, die...

Trockenobst 06. Nov 2014

Genau das Gegenteil. Netzneutralität verteilt 10.000 Anfragen auf Netflix Streams exakt...


Folgen Sie uns
       


iPad Mini (2019) - Fazit

Nach vier Jahren hat Apple ein neues iPad Mini vorgestellt. Das neue Modell hat wieder einen 7,9 Zoll großen Bildschirm und unterstützt dieses Mal auch den Apple Pencil.

iPad Mini (2019) - Fazit Video aufrufen
Energie: Warum Japan auf Wasserstoff setzt
Energie
Warum Japan auf Wasserstoff setzt

Saubere Luft und Unabhängigkeit von Ölimporten: Mit der Umstellung der Wirtschaft auf den Energieträger Wasserstoff will die japanische Regierung gleich zwei große politische Probleme lösen. Das Konzept erscheint attraktiv, hat aber auch entscheidende Nachteile.
Eine Analyse von Werner Pluta


    Cascade Lake AP/SP: Das können Intels Xeon-CPUs mit 56 Kernen
    Cascade Lake AP/SP
    Das können Intels Xeon-CPUs mit 56 Kernen

    Während AMD seine Epyc-Chips mit 64 Cores erst im Sommer 2019 veröffentlichen wird, legt Intel mit den Cascade Lake mit 56 Kernen vor: Die haben mehr Bandbreite, neue Instruktionen für doppelt so schnelle KI-Berechnungen und können persistenten Speicher ansprechen.
    Von Marc Sauter

    1. Cascade Lake Intel legt Taktraten der Xeon SP v2 offen
    2. Optane DC Persistent Memory So funktioniert Intels nicht-flüchtiger Speicher
    3. Cascade Lake AP Intel zeigt 48-Kern-CPU für Server

    Batterieherstellung: Kampf um die Zelle
    Batterieherstellung
    Kampf um die Zelle

    Die Fertigung von Batteriezellen ist Chemie und damit nicht die Kernkompetenz deutscher Autohersteller. Sie kaufen Zellen bei Zulieferern aus Asien. Das führt zu Abhängigkeiten, die man vermeiden möchte. Dank Fördergeldern soll in Europa eine Art "Batterie-Airbus" entstehen.
    Eine Analyse von Dirk Kunde

    1. US CPSC HP muss in den USA nochmals fast 80.000 Akkus zurückrufen
    2. Erneuerbare Energien Shell übernimmt Heimakku-Hersteller Sonnen
    3. Elektromobilität Emmanuel Macron will europäische Akkuzellenfertigung fördern

      •  /