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Unterhaltungsprovider bauen nicht schnell genug aus

Wenn nun ein großer Partner wie Cogent plötzlich deutlich mehr Datenaufkommen erzeugt, müssten die Unterhaltungsprovider eigentlich ihre Kapazitäten für das Peering mit Cogent ausbauen. Dem Bericht zufolge war das aber nicht der Fall, weil Firmen wie Comcast und Verizon für Privathaushalte von Netflix dafür bezahlt werden wollten, dass dessen Videos auch ohne Stocken bei den Kunden ankommen. Cogent wiederum ist unter Providern bekannt dafür, günstige Angebote an der Grenze der eigenen Kapazitäten zu machen. In diesem Fall ging das offenbar schief.

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Das Unternehmen NEPC befand sich also in der bizarren Situation, dass es mehr oder weniger zufällig denselben Provider wie Netflix gewählt hatte und dadurch nun Geschäftseinbußen hinnehmen musste. Bei Standleitungen, wie NEPC sie verwendet, ist auch ein abrupter Wechsel nicht ohne weiteres möglich und mit Wartezeiten und Kosten verbunden. Den Finanzberatern kam gerade noch rechtzeitig zugute, dass Netflix sich mit den für NEPC wichtigen Privatprovidern einigte, inzwischen bezahlt der Streamingdienst alle vier großen US-Provider.

Belege für überlastete Netze

Ohne handfeste Daten könnten solche Erfahrungsberichte nach Verschwörungstheorien klingen, aber die Belege existieren inzwischen. Das Unternehmen M-Lab untersucht alle großen Peering-Punkte der USA auf den Datenfluss zwischen den professionellen und den Unterhaltungsprovidern und konnte in dem für NEPC kritischen Zeitraum genau die beschriebenen Effekte feststellen: Sobald Netflix Kunde bei Cogent wurde, ging bei den Verbindungen zu Comcast und Verizon fast nichts mehr. Dagegen kann ein in der Topologie des Internets mindestens eine Ebene über den Eyeball-Networks stehendes Unternehmen wie Cogent fast nichts tun, so dass der Provider bereits 2013 seine Aktionäre vor möglichen Schwierigkeiten warnte. Die entsprechenden Grafiken sind in Crawfords Artikel enthalten.

Dieses Beispiel der Dreiecksbeziehung zwischen Cogent, NEPC und den Unterhaltungsprovidern zeigt deutlich, wie wichtig der sperrige Begriff der Netzneutralität ist: Nur, weil Cogent sich mit einem Unternehmen wie Netflix, das viel Bandbreite belegt, zusammengetan hat, dürften völlig unbeteiligte Firmen bei einem funktionierenden Internet eigentlich keine Nachteile zu erwarten haben. Das wäre möglich, wenn Netzneutralität gesetzlich vorgeschrieben wäre.

Darüber wird in den USA wie in Europa gerade vermehrt gestritten, die US-Regulierungsbehörde FCC tendiert derzeit eher zu einem Zwei-Klassen-Internet. Und wie üblich, wenn zwei Bereiche abgegrenzt werden sollen, gibt es an den Berührungspunkten der beiden Reibungsverluste. Oder: Unternehmen wie NEPC, die ohne eigenes Zutun unter die Räder kommen.

 Peering: Provider-Streit um Netflix-Traffic lähmt unbeteiligte Firmen
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teleborian 06. Nov 2014

Also der von der Schweizer Regierung vorgegebene Betrag gilt nur für die Berghütten im...

rromijn 06. Nov 2014

es ist und bleibt das gleiche in allen Bereichen. Du musst ein gewisses Maß an Freiheit...

exxo 06. Nov 2014

+46 = 0

Andreas_B 06. Nov 2014

Vielleicht ist Dir nicht klar, was ein Eyeball Provider ist ... Es sind Provider, die...

Trockenobst 06. Nov 2014

Genau das Gegenteil. Netzneutralität verteilt 10.000 Anfragen auf Netflix Streams exakt...


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