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Pearl: Colani-Design löst Technokraten-3D-Drucker ab

Ifa 2013
Der Elektronikversender Pearl hat auf der Ifa einen neuen 3D-Drucker vorgestellt. Das Gerät wurde vom bekannten Designer Luigi Colani entworfen, der es mit markigen Sprüchen vorgestellt hat.
/ Werner Pluta
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Luigi Colani mit 3D-Drucker: Puppen tanzen auf den Gardinen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Luigi Colani mit 3D-Drucker: Puppen tanzen auf den Gardinen. Bild: Werner Pluta/Golem.de

Die Zeichnung sei eine Lüge. Die dreidimensionale Skulptur hingegen sei wahr, lautet das Credo des bekannten Designers Luigi Colani(öffnet im neuen Fenster) . Folgerichtig hat der aus Berlin stammende Designer einen 3D-Drucker entworfen, den das Unternehmen Pearl vertreiben wird. Auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin wurde das Gerät vorgestellt (Halle 8.2, Stand 103).

Colani Freesculpt heißt das Gerät, das eine Weiterentwicklung des Freesculpt EX1(öffnet im neuen Fenster) ist, den der Elektronikversender bisher im Angebot hat. Die wichtigste Veränderung ist das Gehäuse. Ist der EX1 ein konventioneller Quader, hat Colani dem Gerät seine typische organische Form verliehen: Statt gerader Kanten herrschen geschwungene Linien vor.

Revolution in Heimarbeit

Colani begrüßte die Entwicklung des 3D-Druckes. Die Geräte gäben vielen Menschen die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden. Allerdings seien die 3D-Drucker keine Geräte für die Industrie. Das sei eine "Revolution im stillen Kämmerlein" . Da die Geräte zu Hause stünden, solle das Aussehen eine Rolle spielen, forderte er.

An technischen Details war über den 3D-Drucker nicht viel zu erfahren. Nur so viel: Das Gerät verarbeitet Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (ABS) und kann mit zwei Rollen mit Kunststoffdraht bestückt werden, druckt also zweifarbig. Alternativ kann eine Rolle mit Polyvinylalkohol (PVA) eingelegt werden. Aus dem wasserlöslichen Kunststoff können Stützstrukturen für überkragende Elemente aufgebaut werden. Nach dem Druck werden sie einfach im Wasserbad entfernt.

Scannen und faxen

Wie der Freesculpt EX1-Scan-Copy(öffnet im neuen Fenster) wird auch der Colani-Drucker über eine Scan-Einrichtung verfügen, um Gegenstände scannen und gleich drucken zu können. Ein Scan kann auch gleich von dem Drucker aus an einen anderen verschickt werden, um darauf das Objekt zu bauen – 3D-Fax nennt Colani diese Funktion.

Mehr wollten Pearl und der Designer nicht verraten – damit die Konkurrenz nichts nachmachen könne, bis das Gerät auf den Markt kommt. Zudem sollen bis dahin noch einige technische Verbesserungen vorgenommen werden. Das soll erst Anfang 2014 der Fall sein. Der Preis soll unter 1.000 Euro liegen.

Technokratisches Design

Colani sorgte bei der Präsentation für Stimmung: Den ersten Pearl-3D-Drucker bezeichnete er als Gerät, das "von Technokraten" entworfen worden sei. Er habe deshalb an seinem heimischen Küchentisch in anderthalb Monaten den neuen entworfen. Das sei nur der Auftakt für eine weitere Zusammenarbeit zwischen Pearl und ihm. Colani lebt inzwischen in China, wo er nach eigenen Angaben "an den fünf bedeutendsten Hochschulen" lehre und "die Nummer eins" sei.

Für die Zukunft kündigte Colani für jedes Jahr eine Innovation an, die er auf der Ifa vorstellen werde, um Deutschland wieder nach vorne zu bringen. "Es werden Köpfe rollen und Puppen auf den Gardinen tanzen" , versprach Colani.


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