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Leistungsaufnahme reduzieren

Als leidenschaftlicher Overclocker und Enthusiast bin ich zwar ebenfalls stets auf der Jagd nach ein paar fps, für ein paar Wochen im Sommer lohnt es sich aber, einige Stellschrauben auch mal in die andere Richtung zu drehen. Immerhin können die Temperaturen um bis zu 20 Grad höher sein als normalerweise. Gerade Bewohner von Dachgeschosswohnungen kennen Raumtemperaturen von mehr als 40 Grad im Sommer.

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Bei der Grafikkarte ist das am einfachsten. Mit der Software Msi-Afterburner lässt sich das sogenannte Powertarget der gesamten Platine verändern. Wir empfehlen dabei, den Regler auf etwa 65-75 Prozent einzustellen. Wichtig: Autostart und automatisches Laden der Einstellungen aktivieren, sonst sind die Einstellungen beim nächsten Neustart wieder weg.

Bei niedrigeren Werten sinkt die Taktrate der GPU zu stark ab, was zu merkbar weniger Performance in Spielen führt. Darüber sinkt die Bildrate weniger stark, da Hersteller nicht selten für die letzten paar Prozent Performance relativ viel Leistung opfern. Mit rund 2.500 statt 2.800 MHz fehlt uns kaum Performance, selbst Cyberpunk 2077 läuft weiterhin sehr gut, inklusive Raytracing.

Prozessor in den Eco-Mode versetzen

Etwas komplizierter wird es bei Prozessoren, dort ist unter Umständen ein Ausflug ins Bios/Uefi nötig. Die Einstellungen selbst sind aber auch hier relativ einfach. Wir wollen die Gesamtleistungsaufnahme der CPU begrenzen, um weniger Abwärme zu produzieren. Dabei gilt Ähnliches wie bei der Grafikkarte: Kleinere Einschränkungen sind manchmal kaum zu bemerken.

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Mit Standardeinstellungen ist unser Intel Core i5-13600K in einem älteren Gehäuse nicht ausreichend gekühlt. [1/21]

Die Performance scheint zwar in Ordnung zu sein, dauerhaft betreiben wollen wir die CPU so allerdings nicht. [2/21]

Als erstes begrenzen wir die Leistungsaufnahme im Bios. 65 Watt sollen es dauerhaft sein, für zehn Sekunden erlauben wir 85 Watt. [3/21]

Abgesehen von unseren manuellen Einstellungen sollen die von Intel vorgegebenen Parameter eingehalten werden. [4/21]

Da die Kühlung bei normaler Raumtemperatur ausreicht, speichern wir unsere neuen Einstellungen als Sommer-Profil ab. [5/21]

Die alten Einstellungen hinterlegen wir als Winter-Profil. Falls wir später wieder mehr Leistung freigeben wollen, können wir einfach das Profil laden. [6/21]

Die Temperatur-Limits im Bios eignen sich leider nicht. Bei unserem Asus-Mainboard führen sie zu extrem niedriger Performance. [7/21]

Zurück im Betriebssystem bemerken wir die geänderten Einstellungen nur im Multicore-Benchmark. Die Alltagsleistung ist praktisch unberührt. [8/21]

Die meisten Mainboards verfügen über eine Lüftersteuerung auf Basis der CPU-Temperatur. [9/21]

Die Kurve lässt sich per Voreinstellung oder komplett manuell anpassen. [10/21]

Das resultiert in etwas mehr Performance, aber auch höherer Lautstärke. [11/21]

Mit beschränktem Leistungsbudget erreichen wir das thermische Limit der CPU nicht mehr. [12/21]

Und mit Turbo-Lüfterkurve werden die Temperaturen sogar noch einmal minimal besser. [13/21]

Das Reinigen der Lüftergitter und des CPU-Kühlers hat erneut deutlich bessere Temperaturen mit sich gebracht. [14/21]

Die Temperaturbegrenzung im Bios funktioniert hingegen nicht. Sie führt zu viel zu niedriger Taktrate. Der Computer ist so kaum benutzbar. [15/21]

Auch die Grafikkarte wird im regulären Betrieb wärmer als uns lieb ist. [16/21]

Bis zu 73 Grad Celsius sind zwar nicht problematisch. Wir probieren trotzdem, ohne viel Leistungsverlust unter 70 Grad zu kommen. [17/21]

Erst unter 65 Prozent Leistungsbudget taktet die GPU stark herunter. Wir stellen daher genau diesen Wert ein. [18/21]

Das Resultat sind rund 8 Grad niedrigere Tempraturen, obwohl wir weiterhin 120 Fps in Hunt Showdown mit maximalen Grafikeinstellungen und 4K-Auflösung erreichen. [19/21]

Auch unter 60 Grad sind möglich, wenn wir die Lüfterkurve anpassen. Mit einem etwas rauschenden Lüfter bleibt die GPU bei 58 Grad Celsius. [20/21]

Von 100°C am Prozessor und 73°C für die Grafikkarte sind wir weit entfernt. Und haben keinen Cent dafür ausgegeben. In Alltagsanwendungen und Spielen ist der Leistungsverlust nicht spürbar. [21/21]

Sollten Auto-OC Funktionen des Mainboards aktiv sein, sollten sie während der heißen Wochen deaktiviert werden. Am besten legt man vor den Änderungen ein Profil im Bios an, mit dem man später einfach hin- und herschalten kann. Wir haben für unseren Intel Core i5-13600K ein Sommerprofil mit 65 Watt sowie ein Winterprofil mit 5,8 GHz-OC angelegt.

Etwas einfacher haben es Besitzer von AMD-Prozessoren, denn hier reicht bereits die Ryzen-Master-Software, die auf der Herstellerseite heruntergeladen werden kann. Dort lässt sich der Eco-Modus in verschiedenen Abstufungen bis 45 Watt einstellen und direkt übernehmen. Alternativ kann das aber ebenfalls im Bios festgelegt werden, was wir bevorzugen.

Lüfterkurven und Hausmittel

Wir haben uns weitgehend auf die Reduzierung von Hindernissen und der Leistungsaufnahme konzentriert. Das hat vor allem den Grund, dass Mainboards und Grafikkarten ihre Lüfter meistens bereits sehr gut selbst steuern. Viele Grafikkarten schalten ihre Lüfter unterhalb 60 Grad Celsius sogar ab oder drehen sehr langsam.

Andersherum wird die Grafikkarte kaum wärmer als 75 Grad, egal ob im Raum 20 oder 32 Grad sind, sondern die Lüfter drehen je nach Bedarf schneller oder langsamer. Wer niedrigere Temperaturen bevorzugt oder lieber fünf Grad mehr in Kauf nimmt, um einen leiseren PC zu haben, kann im Msi-Afterburner die Lüfterkurve manuell nachjustieren.

Die meisten Bios-Menüs bieten das gleiche auch für Prozessor- und Gehäuselüfter. Ein Turbomodus oder eine eigene Kurve kann für bessere Temperaturen sorgen, aber auch geräuschoptimierte Modi lassen die Lüfter hochdrehen, sobald es nötig wird. Wir konzentrieren uns daher vor allem darauf, die mögliche Kühlleistung zu erhöhen und den Bedarf an Kühlung zu senken.

Was, wenn all das nichts hilft?

Gerade die LAN-Party-Generation kennt die Sommerabende in der Garage oder auf dem Dachboden, wo vermutlich nur wenige Computer am Ende des Wochenendes noch ein Seitenteil hatten. Diese Maßnahme funktioniert nach wie vor hervorragend. In einem guten Gehäuse mit ausreichend Lüftern sollte das zwar nicht mehr nötig sein, beides kostet aber Geld.

Das Seitenteil abzuschrauben und notfalls noch einen Tischventilator danebenzustellen kostet abgesehen von ein paar skeptischen Blicken vom Partner oder der Partnerin nicht viel. Die sogenannte Fenster-Mod lebt also auch im Jahr 2023 und bringt Computer zuverlässig durch warme Sommernächte.

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