PC-Hardware: Warum Grafikkarten derzeit schlecht lieferbar sind

Eine RTX 3000 oder eine RX 6000 zu bekommen, ist schwierig: Eine hohe Nachfrage trifft auf Engpässe - ohne Entspannung in Sicht.

Eine Analyse von veröffentlicht am
PC-Hardware: Warum Grafikkarten derzeit schlecht lieferbar sind
(Bild: Oliver Nickel, Golem.de)

Die Shops der Händler sind leer, dafür stapeln sich bei Ebay allerhand Fakes und Wucher-Angebote: Wer derzeit eine aktuelle AMD- oder Nvidia-Grafikkarte kaufen möchte, muss sehr viel mehr Geld hinlegen, als die Modelle offiziell kosten sollen, oder aber teils wochenlang warten. Denn egal ob Geforce RTX 3090/3080/3070 oder Radeon RX 6800 (XT), der Markt ist wie leergefegt.

Stellenmarkt
  1. Referent (m/w/d) für den Bereich Infomationstechnologie
    Katholisches Datenschutzzentrum, Dortmund
  2. Berater Krankenhausinformationssystem (KIS) Neueinführungen (m/w/d)
    Helios IT Service GmbH, Berlin-Buch, deutschlandweit
Detailsuche

Einige Anbieter gehen transparent mit der Situation um, Proshop etwa legt offen, wie viele Grafikkarten von den jeweiligen Herstellern geordert wurden, wie viele unterwegs sind und wie viele Personen auf ihren Pixelbeschleuniger warten. Dabei fällt auf, dass das Verhältnis von bestellten Karten zu denen, die von AMDs sowie Nvidias Partnern an Proshop verschickt wurden, weiterhin sehr schlecht ausfällt.

Zwar leiden derzeit Lieferungen aus Asien nach Europa darunter, dass die Preise für Luft- und Seefracht signifikant gestiegen sind. Das alleine ist aber nicht der Grund für die schlechte Verfügbarkeit, der ist noch weiter hinten in der Lieferkette zu suchen. Alle Partner beziehen ihre Grafikchips - oft als Paket inklusive Videospeicher - von AMD und Nvidia. Die wiederum sind darauf angewiesen, dass die GPUs und der GDDR6(X) von den wenigen Auftragsfertigern in entsprechender Menge produziert werden.

AMD hat hier den vermeintlichen Vorteil, bei der weltgrößten Foundry herstellen zu lassen. Jedoch hat auch die Kapazität von TSMC irgendwo Grenzen, zumal AMD sich selbst Konkurrenz macht: Die Navi-21-GPUs der Radeon RX 6800 werden genauso in einem 7-nm-Verfahren gefertigt wie die CPU-Chiplets und SoCs, die dann als Epyc für Server und als Ryzen für Desktop, Embedded sowie Mobile verkauft werden. Nvidia lässt bei TSMC den riesigen GA100-Chip produzieren, auch die Prozessoren der Playstation 5, der Xbox Series X und der Xbox Series S nutzen alle die 7-nm-Kapazitäten.

Golem Akademie
  1. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    24.–25. Januar 2022, virtuell
  2. Cloud Computing mit Amazon Web Services (AWS): virtueller Drei-Tage-Workshop
    14.–16. Februar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Bei Nvidia kommen noch mehr Faktoren zusammen: Der GDDR6X-Speicher für die Geforce RTX 3090/3080 wird exklusiv von Micron gefertigt, es besteht keine Option, auf Samsung oder SK Hynix auszuweichen. Für die GA102- und GA104-Chips hat sich Nvidia zwar von TSMC abgewandt und konkurriert daher nicht mit AMD oder den Konsolenherstellern, dennoch spricht CEO Jensen Huang davon, dass sich die Lage bei den Geforce RTX 3000 frühestens in einigen Monaten entspannen werde.

Huang wird dabei untypisch konkret und verweist auf die Halbleiterfertigung, deren Zyklen auch Nvidia unterworfen sei. Die GA102/GA104-Chips werden von Samsung Foundry im 8N genannten Verfahren produziert, einem angepassten 8LLPP-Node. Ein kompletter Wafer-Fab-Durchlauf dauert mehrere Wochen, wie hoch am Ende die Ausbeute (Yield) ausfällt, verrät allerdings kein Fertiger öffentlich. Die Ampere-GPUs sind mit 628 mm² und 392 mm² weitaus größer als die Prozessoren, die Samsung sonst üblicherweise produziert - das kann, muss aber nicht problematisch sein.

AMD-Grafikkarten bei Alternate

Bei begrenzter Kapazität oder gar Fertigungsproblemen wäre zugunsten der Verfügbarkeit theoretisch eine Option gewesen, dass AMD und Nvidia ihre Grafikkarten schlicht später veröffentlicht hätten, damit mehr Chips zur Verfügung stehen. Aus Sicht der Hersteller wäre das aber verlorener Umsatz, denn was an die Partner verkauft wird, gilt als verbucht. Solange also nicht mehr GPUs ausgeliefert werden, ist auch keine bessere Verfügbarkeit zu erwarten. Ob TSMC künftig mehr 7-nm-Wafer prozessieren und Samsung Foundry mehr 8N-Chips herstellen kann, wissen wir allerdings nicht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


hgharryle 06. Apr 2021

Das müsste die Regulierungsbehörde in die Hand nehmen, und den Herstellern Ordentlich...

HabeHandy 26. Nov 2020

Eigentlich müsste TSMC mehr Kapazität für nVidia frei haben da mit Huawei ein wichtiger...

Dangermouse 26. Nov 2020

Der kann ja noch keine 2 Jahre alt sein - dann bekommste den doch getauscht...

Razor98566 26. Nov 2020

Alles gut, streame auch nicht oft genug, als dass sich das lohnen würde. Aber vielen...

Trollversteher 25. Nov 2020

Von dem, was man so liest ist das ja auch noch voll im Rahmen der "recommended...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Fernwartung
Der Kundenansturm, der Teamviewer nicht gut getan hat

Wie schätzt man die weitere Geschäftsentwicklung ein, wenn die Kunden in der Pandemie plötzlich Panikkäufe machen? Das gelang bei Teamviewer nicht.
Ein Bericht von Achim Sawall

Fernwartung: Der Kundenansturm, der Teamviewer nicht gut getan hat
Artikel
  1. Netzneutralität: Google und Meta verteidigen sich gegen Telekom-Vorwürfe
    Netzneutralität
    Google und Meta verteidigen sich gegen Telekom-Vorwürfe

    Die beiden großen Internetkonzerne Google und Meta verweisen im Gespräch mit Golem.de auf ihren Beitrag zur weltweiten Infrastruktur wie Seekabel und Connectivity.

  2. Pluton in Windows 11: Lenovo will Microsofts Sicherheitschip nicht aktivieren
    Pluton in Windows 11
    Lenovo will Microsofts Sicherheitschip nicht aktivieren

    Die neuen Windows-11-Laptops kommen mit dem Chip Pluton. Lenovo will diesen aber noch nicht selbst aktivieren.

  3. Probefahrt mit BMW-Roller CE 04: Beam me up, BMW
    Probefahrt mit BMW-Roller CE 04
    Beam me up, BMW

    Mit futuristischem Design und elektrischem Antrieb hat BMW ein völlig neues Fahrzeug für den urbanen Bereich entwickelt.
    Ein Bericht von Peter Ilg

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3070 989€ • The A500 Mini Retro-Konsole mit 25 Amiga-Spielen vorbestellbar 189,90€ • RX 6800 16GB 1.129€ • Intel Core i9 3.7 459,50€ Ghz • WD Black 1TB inkl. Kühlkörper PS5-kompatibel 189,99€ • Switch: 3 für 2 Aktion • RX 6700 12GB 869€ • MindStar (u.a. 1TB SSD 69€) [Werbung]
    •  /