PC-Hardware: AMD setzt die Konkurrenz unter Druck

Intel abgehängt, Nvidia prescht vor: Durch die Radeon RX 6000 und die Ryzen 5000 kommt Bewegung in den Markt.

Eine Analyse von veröffentlicht am
AMD-Chefin Lisa Su stellt die Ryzen 5000 vor.
AMD-Chefin Lisa Su stellt die Ryzen 5000 vor. (Bild: AMD)

Nach der gestrigen Vorstellung der Ryzen 5000 (Vermeer) und einem Teaser auf die Radeon RX 6000 (Navi 2X) ist klar: Mit diesen CPUs und Grafikkarten wird sich der Gaming-Markt in den nächsten Monaten deutlich ändern, denn AMDs PC-Hardware setzt schon vor ihrer Verfügbarkeit die Konkurrenz ganz schön unter Druck.

Schon die bisherigen Ryzen 3000 (Matisse) sind bei gleicher Preislage in Anwendungen den Intel-Pendants klar überlegen, der Ryzen 9 3900XT etwa schlägt den Core i9-10850K im 430-Euro-Segment locker. Gaming bisher war die letzte Bastion von Intel, bei der deren CPUs sich noch teils mit Abstand absetzen konnten. Geht es nach AMD, ist ab November 2020 auch dieses Bollwerk gefallen, da die Ryzen 5000 dank Zen-3-Architektur gleich 20 Prozent mehr Leistung pro Takt aufweisen sollen.

Intel läuft bald hinterher

Es spricht Bände, dass Intel sich am Vorabend des Livestreams noch schnell zu Wort meldete. Wohlgemerkt nicht per Pressemitteilung über die offiziellen Intel-Kanäle, sondern einzig per Blog-Eintrag bei Medium, und dort wird dann im vorletzten Absatz fast wie beiläufig erwähnt, dass im ersten Quartal 2021 die Rocket Lake S genannten Desktop-Chips mit acht Kernen erscheinen sollen.

Es sind die ersten, die nicht mehr auf der seit 2015 genutzten Skylake-Technik basieren; allerdings ist das 10-nm-Verfahren weiterhin nicht serienreif, daher wird mal wieder 14 nm verwendet. Statt Januar dürfte es jedoch März werden, bis die CPUs im Markt ankommen, zumindest den bisherigen Roadmaps nach. Und dann muss die Verfügbarkeit von Rocket Lake gegeben sein, wohingegen AMD dank Fertigungspartner TSMC vermutlich größere Mengen zum Start liefern kann.

Nvidia wiederum ist mit der Geforce RTX 3080 (Test) vorgeprescht und hat eine Grafikkarte für 700 Euro veröffentlicht, die eine enorm hohe Performance zu einem sehr attraktiven Preis aufweist. Der frühe Launch jedoch hat zur Folge, dass die Geforce RTX 3080 nur in arg geringen Stückzahlen lieferbar ist. Die Geforce RTX 3070 wiederum wurde um zwei Wochen auf den 29. Oktober 2020 nach hinten verschoben, offiziell zugunsten der Verfügbarkeit. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt - am Vortag wird AMD die Radeon RX 6000 vorstellen.

Der Marktführer ist vorbereitet

Zudem soll Nvidia bereits an einer Geforce RTX 3070 Ti sowie einer Geforce RTX 3080 mit 20 GByte statt 10 GByte Videospeicher arbeiten. Allein die Tatsache, dass Nvidia gleich mehrere Modelle zwischen 500 und 800 oder vielleicht 900 Euro platzieren will, zeigt, dass von AMD wieder ernsthafte Konkurrenz in der Oberklasse oder gar im Highend-Segment erwartet wird. Das gab es zuletzt 2013 mit der Radeon R9 290X.

Der Blick auf AMDs Preisgestaltung legt zudem nahe, dass der Hersteller längst nicht mehr der vermeintliche Underdog ist. Alle Ryzen-5000-Modelle sind 50 US-Dollar teurer als ihre jeweiligen Vorgänger, denn AMD hat nach eigener Darstellung die absolut schnellsten CPUs und muss nicht den Preis als Hebel nutzen. Was die Radeon RX 6000 kosten werden, bleibt vorerst offen - zumindest Nvidias Preisgestaltung der Geforce RTX 3080/3090 lässt darauf schließen, dass AMD eher höher als niedriger plant.

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