pB-Fusion: Chinesischer Konzern baut unmögliches Fusionskraftwerk
Laut Southern Chinese Morning Post(öffnet im neuen Fenster) hat der chinesische Energiekonzern ENN Group(öffnet im neuen Fenster) an einem Versuchsreaktor erstmals die Fusion von Wasserstoff- und Borkernen praktisch umgesetzt. Gemessen wurden demnach 100 Millionen Reaktionen pro Sekunde, was laut der Meldung von unabhängigen Experten bestätigt werden konnte.
Da es sich bei Wasserstoffkernen im Grunde nur um Protonen handelt, spricht man von einer Proton-Bor-Fusion. Bei einer einzelnen Reaktion wird etwa halb so viel Energie freigesetzt wie bei der Fusion von Deuterium und Tritium, die unter anderem im derzeit größten Fusionsreaktor Iter in Südfrankreich durchgeführt werden soll.
Das Wasserstoffisotop Tritium ist allerdings radioaktiv und muss zudem künstlich erzeugt werden. Bor und einfacher Wasserstoff hingegen sind reichlich verfügbar. Zudem soll laut Berechnungen insgesamt weniger radioaktive Strahlung bei der Reaktion freigesetzt werden als bei der Verschmelzung der Wasserstoffisotope.
Technische Umsetzung im Großformat zweifelhaft
Wobei die Proton-Bor-Fusion keine Kernfusion ist, sondern eine Kernspaltung. Der direkte Beschuss des Borkerns mit einem Proton lässt den neuen Kern in drei leichtere Heliumkerne beziehungsweise Alphateilchen zerfallen.
Das Hauptproblem dieser Reaktion ist die fehlende Selbsterhaltung. Anders als bei der Deuterium-Tritium-Fusion wird kein zusätzliches schnelles Teilchen freigesetzt, weshalb von außen permanent Energie in Form von gepulsten Laserstrahlen zugeführt werden muss. Der schematischen Darstellung des Experiments nach waren mehr als 6 Megawatt an Laserleistung für die Fusion notwendig.
Das Ergebnis ist bei 100 Millionen Fusionsreaktionen ein Gesamtenergieertrag im Bereich des 100-millionsten Teils einer Kilowattstunde. Im Vergleich dazu konnten im Joint European Torus, dem Vorgängerexperiment von Iter, beim erfolgreichsten Versuch pro Sekunde 2 Kilowattstunden freigesetzt werden.
Der gigantische technische Aufwand und der minimale Energieeintrag des chinesischen Experiments sprechen klar dagegen, dass die durchgeführte Reaktion auf absehbare Zeit praktisch nutzbar wird. Zur Weiterentwicklung der Lasertechnik und der Einschlussmöglichkeiten von Plasma könnte es seinen Beitrag leisten.
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