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Paypal-Konkurrent Wero: "Wir brauchen keine neue EZB-App"

Die Wero-Chefin kritisiert den digitalen Euro mit seiner Doppelstruktur. Dennoch möchte sie mit dem neuen Zahlungsmittel kooperieren, nicht dagegen.
/ Achim Sawall
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Berliner Volksbank zeigt die Direktüberweisung mit Wero (Bild: Berliner Volksbank)
Berliner Volksbank zeigt die Direktüberweisung mit Wero Bild: Berliner Volksbank

Martina Weimert, Chefin der European Payments Initiative (EPI), die hinter dem europäischen Bezahldienst Wero steht, kritisiert die Pläne für den digitalen Euro. Sie habe zwar nichts gegen den digitalen Euro an sich, "aber die Idee, jetzt noch europäische Standards zu wählen, kommt einfach fünf Jahre zu spät", hat Weimert der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) gesagt.

Wero, der deutsche Konkurrent für Paypal und US-Kreditkartenbetreiber, hinter dem rund 50 europäische Banken stehen, habe diese Standards festlegen müssen. "Der digitale Euro schafft eine zweite Infrastruktur, die weitgehend noch einmal das Gleiche machen wird und die je nach finalem Design nur teuer für Händler und Banken wird", erklärte Weimert.

Der digitale Euro solle als Zahlungsmittel kommen, sich aber an bestehenden Bezahldiensten wie Wero orientieren oder mit diesen kooperieren. "Wir können den digitalen Euro den Verbrauchern anbieten, dafür brauchen wir keine neue EZB-App in unseren Märkten", sagte die EPI-Chefin.

Wero kämpft mit großen Startschwierigkeiten

Wero ist der Versuch europäischer Banken, eine Alternative zu Paypal, Mastercard und Visa aufzubauen. Europaweit hat der Dienst mehr als 50 Millionen Kunden, in Deutschland 2,7 Millionen.

Das digitale Bezahlsystem ist direkt in die Apps der teilnehmenden Banken integriert. Geplant sind Echtzeitüberweisungen, Geldanforderungen und Zahlungen beim Onlineshopping. Es wird keine IBAN benötigt, sondern nur die Mobilfunknummer oder E-Mail-Adresse des Empfängers.

Im Jahr 2024 machte die Firma hinter Wero noch einen Verlust von mehr als 50 Millionen Euro. Bis 2030 ist laut Weimert wohl eine weitere Finanzspritze nötig. Erst danach sei Profitabilität denkbar. Bis dahin müsse das Projekt aber noch mehr aktive Partner finden.

Händlern und einigen Dienstleistern bezüglich ihrer Planung vertraut

Im Einzelhandel ist die Lösung noch gar nicht vertreten, der Start im Online-Handel lief zuletzt eher schleppend. Weimert wirft das auch den Handelsunternehmen vor: "Wir haben den Händlern und einigen Dienstleistern bezüglich ihrer Planung vertraut, das war teilweise ein Fehler", sagte sie der Süddeutschen Zeitung.

Der digitale Euro soll die Alternative zu Bargeld werden und wird zurzeit von der Europäischen Zentralbank (EZB) vorangetrieben. Nutzer sollen mit dem digitalen Euro Geld senden und in Geschäften einkaufen können.

Im Juni soll das EU-Parlament über einen Gesetzesentwurf dazu abstimmen, der dann ab 2029 Realität werden soll. Dann könnten Händler zu einer Akzeptanz gezwungen werden. Das wäre ein großer Vorteil gegenüber privatwirtschaftlichen Lösungen wie Paypal oder eben auch Wero.

Ein wichtiges Merkmal des digitalen Euro ist, dass ohne Internetverbindung via Bluetooth oder NFC von Smartphone zu Smartphone bezahlt werden kann, genau wie mit einem Geldschein.


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