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Von Medikamenten und Mord

Wilfried Hafner, noch heute Geschäftsführer von Securstar, sprach freizügig mit dem Journalisten. Le Roux habe angefangen, für Drivecrypt geschriebenen Code auch in das quelloffene E4M einzubauen, und damit Securstars Geschäftsgeheimnisse quasi kostenlos im Internet zu verteilen. Daraufhin zur Rede gestellt, entschuldigte sich Le Roux bei seinem neuen Chef, er sei beim Programmieren durcheinandergekommen. Das Arbeitsverhältnis konnte er damit nicht retten, Le Roux verließ die Firma 2002 und verschwand dann von der Bildfläche.

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Ratliff zufolge baute Le Roux daraufhin zunächst einen weltweiten Onlinehandel für Medikamente auf. Unter seiner neuen Firma, RX Limited, unterhielt er eine Vielzahl an Onlineshops wie Your-pills.com und Allpharmmeds.com. Darüber verkaufte er verschreibungspflichtige Medikamente mit blanko ausgestellten Arztrezepten. Le Roux baute ein Netz zuarbeitender Arztpraxen und Apotheken auf, die ihm mehr oder weniger legal sowohl die Blankorezepte als auch die Medikamente lieferten. Über seine Internetseiten organisierte er die Kundschaft und alle Beteiligten verdienten gut daran.

Die so erwirtschafteten Millionen begannen auch die US-Drogenbehörde DEA zu interessieren. Bis dahin hatte Le Roux seine Geschäftsfelder auf Drogenhandel, Waffenschmuggel und Auftragsmord ausgeweitet. Die Wende brachte laut Ratliff ein schlecht ausgeführter Mord in Manila auf den Philippinen, der offenbar auf Le Rouxs Konto geht. Anfang 2012 wurde dort die 43-jährige Immobilienmaklerin Catherine Lee ermordet, die offenbar bei einem Deal mit Le Rouxs Organisation geschlampt hatte. Aufmerksamkeit weckten bei den Strafverfolgern außerdem eine vor der liberianischen Küste gesunkene Yacht mit Kokain im Millionenwert an Bord sowie eine 200 Mann starke paramilitärische Miliz in Somalia, die von Le Roux bezahlt angeblich den Auftrag hatte, den dortigen Drogenanbau zu bewachen.

Verbindungen zur US-Regierung?

Im Mai 2012 wurde Le Roux schließlich von Agenten der DEA festgenommen und in die USA überführt. Auf die Titelblätter der Weltpresse schaffte es Paul Le Roux allerdings erst zwei Jahre später, als bekanntwurde, dass er offenbar einen Deal mit der amerikanischen Justiz aushandeln konnte. Für eine Strafminderung packte er als Informant über das Drogenmilieu und ehemalige Geschäftspartner aus. Medienberichten zufolge wurde er aus dem Gefängnis in Brooklyn, in dem er bis dahin eingesessen hatte, bereits im September 2013 wieder entlassen.

Ungeklärt bleibt, wie weit Le Roux' Kooperation mit den amerikanischen Behörden geht und ob es einen Zusammenhang zwischen seiner Festnahme 2012, seiner Freilassung 2013 sowie der plötzlichen Einstellung von Truecrypt 2014 durch die damaligen anonymen Entwickler gibt. Gewiss ist aber, dass einer der meistgesuchten Drogenbarone der Welt in jungen Jahren als Erfinder von Truecrypt einen wertvollen, gemeinnützigen Beitrag zur Open-Source-Szene geleistet hat.

 Paul Le Roux: Der Truecrypt-Erfinder, ein Drogenbaron und Auftragskiller
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johnripper 07. Apr 2016

..wie sehr Golem mit seinen Artikel anderen Verlagen in Qualität inbs. Recherche weit...

AntonZietz 06. Apr 2016

Ja und? Das die Beschreibung einer einzelnen Episode, die nichts mit TrueCrypt zu tun...

berritorre 04. Apr 2016

Gilt deine Antwort mir? Dann verstehe ich den Zusammenhang nicht...

DY 04. Apr 2016

Wieder mal großes Kino der Märchenwelt. Man basht Truecrypt und dazu noch seinen...

berritorre 03. Apr 2016

Richtig, um als Drogenboss aufzusteigen musst du quasi automatisch auch schwerstkriminell...


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