Paul Allen: Microsoft-Mitgründer gestorben

Jahrzehntelang hat Paul Allen gegen den Krebs gekämpft, nun ist der Mitgründer des Softwareunternehmens Microsoft an der Krankheit gestorben. Seine Familie und Weggefährten wie Bill Gates sind bestürzt.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Microsoft-Migründer Paul Allen 2018
Microsoft-Migründer Paul Allen 2018 (Bild: Vulcan)

Der Microsoft-Mitgründer Paul Allen ist tot. Er starb im Alter von 65 Jahren nach Komplikationen im Zusammenhang mit einer Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung, wie das Unternehmen Vulcan, dessen Gründer und Vorsitzender der US-Unternehmer war, im Namen seiner Familie mitteilte. Allen zählte lange Zeit zu den reichsten Menschen der Welt, war Besitzer zweier US-Profisport-Teams und engagierte sich in der Luft- und Raumfahrt.

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1975 gründete er den Softwarekonzern Microsoft zusammen mit seinem Kindheits- und Jugendfreund Bill Gates. Dieser sagte in einer Stellungnahme, der Tod eines seiner ältesten und liebsten Freunde breche ihm das Herz: Von der gemeinsamen Schulzeit über die Gründung von Microsoft bis hin zu gemeinsamen wohltätigen Projekten sei Allen ein "wahrer Partner" gewesen. Ohne ihn existierten Personalcomputer heutzutage nicht. "Er hätte viel mehr Zeit verdient", sagte Gates. "Wir werden ihn schrecklich vermissen."

Allen zufolge stammten die wichtigsten Ideen Microsofts von ihm. Er war maßgeblich daran beteiligt, dem Computerkonzern IBM für den ersten Personalcomputer ein Betriebssystem zu beschaffen, das als MS-DOS die Basis für den Erfolg von Microsoft legte. Den Durchbruch schaffte Microsoft 1980, nachdem sich IBM dazu entschieden hatte, das Betriebssystem für den ersten PC nicht selbst zu entwickeln, sondern bei der Firma von Allen und Gates einzukaufen. Er habe in den Anfangsjahren gut mit Gates zusammengearbeitet, sagte Allen später.

1982 diagnostizierten Ärzte bei ihm Lymphdrüsenkrebs. In der Folge warf Allen Gates und dem späteren Microsoft-Chef Steve Ballmer vor, sie hätten versucht, ihn daraufhin aus dem Unternehmen zu drängen. Gates habe sich zwar später entschuldigt, und es habe eine Aussprache mit Ballmer gegeben, doch Allen verließ deswegen im Februar 1983 das Unternehmen.

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Er kämpfte den Krebs mehrmals nieder, zuletzt vor neun Jahren, blieb aber gesundheitlich angeschlagen. Laut US-Medien teilte er jüngst mit, dass er erneut wegen Lymphdrüsenkrebs in Behandlung sei.

Allens Familie trauert

"Mein Bruder war ein bemerkenswertes Individuum auf jeder Ebene", teilte Allens Schwester Jody Allen mit. "Während die meisten Paul Allen als Technologen und Philanthropen kannten, war er für uns ein geliebter Bruder und Onkel und ein besonderer Freund." Millionen von Menschen seien von Allens Großzügigkeit berührt gewesen und von seiner Hartnäckigkeit, sich für eine bessere Welt einzusetzen, erklärte Vulcan-Vorstandschef Bill Hilf in der Mitteilung.

Allen zählte lange Zeit zu den reichsten Menschen der Welt. Zuletzt schätzte Forbes sein Vermögen auf gut 20 Milliarden US-Dollar. Der Microsoft-Mitgründer spendete Geld für wohltätige Zwecke, zudem engagierte er sich mit hohen Immobilieninvestitionen bei der Stadtentwicklung der US-Westküstenmetropole Seattle und war Besitzer der American-Football-Mannschaft Seattle Seahawks sowie des Basketballteams Portland Trail Blazers.

Allen engagierte sich in der Luft- und Raumfahrt und war vor 14 Jahren nach eigenen Angaben der alleinige Investor für Spaceship One. Es war ein Experimentalflugzeug für kommerziellen suborbitalen Raumflug, mit dem der erste privat finanzierte suborbitale Ausflug ins Weltall gelang. Zuletzt machte Allens Firma Stratolaunch von sich reden. Das Unternehmen baut das gleichnamige größte Flugzeug der Welt, das bislang nur am Boden getestet wurde.

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