Patterson und Hennessy: ACM zeichnet RISC-Entwickler aus

Prozessoren in Smartphones und Tablets oder Sensoren in Maschinen profitieren von einer Chip-Architektur, die die Informatiker Dave Patterson und John Hennessy in den 1980er Jahren erdacht haben. Die ACM hat die beiden RISC-Entwickler mit dem Turing-Award ausgezeichnet.

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Dave Patterson (r.) und John Hennessy: Mobil- und IoT-Revolution ermöglicht
Dave Patterson (r.) und John Hennessy: Mobil- und IoT-Revolution ermöglicht (Bild: ACM)

Einfacher, schneller und deshalb erfolgreich: Die Association for Computing Machinery (ACM) hat den Informatikern Dave Patterson und John Hennessy den renommierten Turing Award für ihre Verdienste in der Entwicklung von Mikrochips verliehen.

Patterson und Hennessy entwickelten in den 1980er Jahren eine neue Architektur für Prozessoren. Die Idee war, Chips zu bauen, die einfacher sein sollten als ihre Vorgänger, dadurch sollten sie schneller sein und weniger Leistung aufnehmen. RISC nannten sie ihr Konzept, Reduced Instruction Set Computer. Sie beschrieben das Konzept in dem 1989 erschienenen Buch Computer Architecture: A Quantitative Approach.

Die ersten RISC-Chips kamen von Sun und MIPS

Die ersten RISC-Chips kamen Mitte der 1980er Jahre auf den Markt. Gebaut wurden sie von Sun Microsystems und MIPS Technologies. Die beiden Unternehmen konnten sich jedoch nicht gegen den großen Konkurrenten Intel durchsetzen, dessen Chips zum Standard wurden.

Mit der Verbreitung mobiler Geräte, die auf kleine Prozessoren mit geringer Leistungsaufnahme angewiesen sind, erlebte das RISC-Konzept mit dem Design des britischen Unternehmens ARM - eine Abkürzung für Advanced RISC Machine - eine Renaissance.

Heute basieren nach Angaben der ACM 99 Prozent der mehr als 16 Milliarden im Jahr produzierten Mikroprozessoren auf der RISC-Architektur. Sie stecken vor allem in Smartphones, Tablets und vor allem in den vielen Geräten, die über das Internet of Things (IoT) vernetzt sind.

Beide arbeiten für Alphabet

Hennessy war 16 Jahre lang Präsident der Stanford University und ist heute im Vorstand von Alphabet. Patterson arbeitet in einem Forschungslabor von Google, das Chips für künstliche Intelligenz entwickelt.

Pattersons und Hennessys Arbeit habe "dazu beigetragen, die Mobil- und IoT-Revolution zu ermöglichen", würdigte die ACM. Der Preis, der nach dem britischen Mathematiker und Computerpionier Alan Turing benannt ist, ist die höchste Auszeichnung im Bereich Informatik. Er ist mit einem Preisgeld von einer Million US-Dollar dotiert, das sich die beiden teilen.

Frühere Preisträger sind etwa Vint Cerf, der maßgeblich an der Entwicklung des TCP/IP-Protokolls beteiligt war, Leslie Lamport, der Erfinder des Textsatzsystems LaTeX, oder zuletzt Whitfield Diffie und Martin Hellman für ihre Arbeiten im Bereich der asymmetrischen Kryptographie.

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