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Patrouillierende Flugabwehrwaffe 358: Iran setzt Loitering SAM gegen US-Drohnen ein

Die iranische 358- Rakete ist eine besondere Hybridwaffe, die Drohnentechnologie mit Flugabwehrfähigkeit verbindet. Für die USA wird das zum Problem.
/ Andreas Donath
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Iranische Flugabwehrwaffe 358 (Bild: United Nations)
Iranische Flugabwehrwaffe 358 Bild: United Nations
Inhalt
  1. Patrouillierende Flugabwehrwaffe 358: Iran setzt Loitering SAM gegen US-Drohnen ein
  2. Der niederländische Turbojet und die Hongkonger Briefkastenfirmen
  3. Waffenbeschlagnahmungen und westliche Analysen
  4. Eine Waffe ohne direkten Vergleich

Als weltweit erstes operatives patrouillierendes Boden-Luft-Flugkörpersystem hat die 358-Rakete(öffnet im neuen Fenster) die asymmetrische Kriegsführung grundlegend verändert: Die Waffe im geschätzten Wert von 20.000 bis 70.000 US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) zerstört routinemäßig amerikanische MQ-9-Reaper-Drohnen im Wert von 32 Millionen US-Dollar. Das geschieht offenbar auch im aktuellen Irankrieg, wie Bloomberg berichtet.(öffnet im neuen Fenster)

Seit der Erstbeschlagnahmung durch die US Navy im November 2019 wurde die 358 von Huthis(öffnet im neuen Fenster) , Hisbollah(öffnet im neuen Fenster) und irakischen Milizen eingesetzt und schoss nachweislich zahlreiche westliche und israelische Drohnen ab. Iran bestätigte die Existenz der Waffe erst im September 2023 und stellte Anfang 2025 den verbesserten Nachfolger 359 vor.

Die 358 ist primär eine Boden-Luft-Waffe, keine Luft-zu-Luft-Munition im klassischen Sinne. Sie wird von einfachen Schienenstartrampen am Boden abgefeuert.

Eine Rakete, die wartet

Sie besteht aus einem schlanken, raketenförmigen Flugkörper mit Canard-Konfiguration und Schmetterlingsflossen am Heck, die aerodynamisch an die russische R-27-Luft-Luft-Rakete erinnert. Das vollständige System umfasst bis zu 16 Flügel und Flossen, wobei der Bediener die Flügelkonfiguration je nach Einsatzzweck anpassen kann. Die Waffe wird in drei Teilen transportiert und im Feld montiert.

Mit einer Länge von rund 2,7 m, einem Durchmesser von 150 mm und einem Gesamtgewicht von 58 kg ist die 358 kompakt genug, um auf handelsüblichen Lkw transportiert und abgefeuert zu werden.

Der Gefechtskopf wiegt 10 kg und ist als Splitter-Sprengkopf mit einem Wirkradius von rund 30 m ausgelegt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 700 km/h, die Einsatzreichweite beträgt 100 km bei einer Einsatzhöhe von bis zu 8.500 m.

Die Patrouillierzeit wird je nach Quelle mit 15 bis 50 Minuten angegeben, wobei die kürzere Zahl aus unabhängiger westlicher Analyse stammt. Gestartet wird die 358 per Festbrennstoff-Booster, der nach dem Ausbrennen abgetrennt wird. Ein kleiner Turbojet übernimmt danach den Reiseflug.


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