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Patrick Drahi: Eutelsat verhandelt über Verkauf an Telekom-Milliardär

Der europäische Satelliten -Netzbetreiber Eutelsat könnte bald zum Konzern von Patrick Drahi gehören. Doch ein erstes Angebot wurde zurückgewiesen.
/ Achim Sawall
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Satellitenkonstellation (Bild: NOIRLab/NSF/AURA/P. Marenfeld)
Satellitenkonstellation Bild: NOIRLab/NSF/AURA/P. Marenfeld

Der Satellitennetzbetreiber Eutelsat hat ein erstes Übernahmeangebot des französischen Milliardärs Patrick Drahi abgelehnt. Wie Eutelsat bekanntgab(öffnet im neuen Fenster) , wurde ein feindliches Übernahmeangebot, alle Aktien des Unternehmens zu kaufen, als zu niedrig zurückgewiesen. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) über die versuchte Übernahme berichtet. Nach zwei informierten Quellen gehen die Gespräche jedoch weiter.

Die Eutelsat-Aktie stieg um 15,6 Prozent auf 11,97 Euro – knapp unter dem Angebotsvorschlag von Drahi – und verlieh dem Unternehmen damit einen Börsenwert von rund 2,4 Milliarden Euro (2,8 Milliarden US-Dollar).

Was macht Eutelsat?

Das französische Unternehmen Eutelsat ist der drittgrößte Satellitenbetreiber der Welt und hat weltweit 1.200 Beschäftigte. Der staatlich unterstützte Investor Bpifrance hält einen Anteil von 20 Prozent an dem Unternehmen, die ebenfalls staatlich unterstützte Investmentbank Bpifrance auch. Eutelsat konkurriert mit den in Luxemburg ansässigen SES und Intelsat in Großbritannien und betreibt 36 Satelliten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Das Unternehmen verkauft Kapazitäten an Rundfunkanstalten, bietet Internetdienste und stellt Verbindungen zu Flugzeugen und Schiffen her. Eutelsat berichtet seit fünf Jahren über rückläufige Umsätze und sinkende Gewinnen. Im April kaufte Eutelsat 24 Prozent der Anteile an OneWeb für 550 Millionen US-Dollar.

Drahi ist Chef des Verwaltungsrats der französisch-niederländischen Unternehmensgruppe Altice Europe und des französischen Kabelnetzbetreibers Numericable. In Frankreich ist die von ihm im Jahr 2013 von dem Medienkonzern Vivendi gekaufte SFR die Nummer zwei der Telekommunikationsanbieter hinter Orange (France Telecom). Zudem ist Drahi Mehrheitsaktionär von Hot (Israel), Portugal Telecom und Orange Dominicana. Ihm gehören auch Nachrichtensender, Zeitungen und Zeitschriften. Im 5. März 2021 listete Forbes sein Nettovermögen auf 11,7 Milliarden US-Dollar, damit lag er auf der Liste der Milliardäre des Jahres 2020 auf Platz 248.

In den USA gehören Drahi 35 Prozent an Altice USA, wozu die Kabelnetzbetreiber Suddenlink Communications und Cablevision gehören. Suddenlink wurde im Jahr 2015 mit 9,1 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Gesellschaft Altice USA hatte Drahi im Jahr 2018 abgespalten.


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