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Patientenakte: ePA soll Ersteinschätzung und Terminerinnerungen bekommen

Mit Funktionen wie einer App-basierten Ersteinschätzung und Erinnerungen will Gesundheitsministerin Nina Warken die ePA attraktiver machen.
/ Peter Steinlechner , dpa
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Gesundheitsministerin Nina Warken (Bild: Carsten Koall/Getty Images)
Gesundheitsministerin Nina Warken Bild: Carsten Koall/Getty Images

Die bisher nur spärlich genutzte elektronische Patientenakte soll nach Plänen von Gesundheitsministerin Nina Warken für Versicherte leichter zugänglich und insgesamt nützlicher werden. Die nächsten Ziele: niedrigere Hürden beim Einloggen, digitale Hilfen bei der Gabe von Arzneimitteln und Terminerinnerungen für Versicherte.

Dies ist Teil einer sogenannten Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege, die die CDU-Politikerin in Berlin vorstellte, wie die Deutsche Presse Agentur (dpa) berichtet.

Die elektronische Patientenakte, kurz ePA, wurde für die allermeisten der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten zwar schon vor mehr als einem Jahr angelegt. Seit Oktober 2025 ist es für Ärzte verpflichtend, wichtige Daten einzutragen.

Laut Gesundheitsministerium nutzen bisher jedoch nur vier Millionen Versicherte die Patientenakte aktiv. Nach Warkens Plänen sollen es bis 2030 rund 20 Millionen sein.

ePA bisher vorwiegend für Kranke praktisch

"Bislang ist es ja so, dass die ePA besonders Sinn macht für Patientinnen und Patienten mit einer Krankheitsgeschichte, zum Beispiel mit vielen Befunden und Arztbesuchen" , sagte Warken.

"Wir wollen aber auch die aktive Nutzung der ePA für alle erreichen, wir wollen sie für alle Versicherten attraktiv machen." Dazu brauche es weitere Anwendungen mit einem konkreten Mehrwert.

Als Beispiel nannte sie die "digitale Ersteinschätzung" , die künftig der Schlüssel beim Zugang zum Facharzt werden soll: Per App könnten sich Versicherte etwa durch einen Fragebogen klicken, die Informationen würden in der Patientenakte hinterlegt. Anschließend wäre die Buchung eines Arzttermins möglich.

KI für weniger Papierkram

Die Digitalisierungsstrategie soll zudem einen Rahmen setzen, wie künstliche Intelligenz die Behandlung von Krankheiten verbessern und Gesundheitspersonal unterstützen kann. Stichwort ist dabei KI-gestützte Dokumentation. Sie soll Fachkräfte von administrativen Aufgaben entlasten.

Warkens Ziel: "Bis 2028 zielt die weiterentwickelte Strategie daher auf eine aktive Nutzung KI-gestützter Dokumentation in über 70 Prozent der Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen."

Ein weiterer Punkt ist die gezielte Nutzung von Gesundheitsdaten aus den elektronischen Patientenakten für die Forschung. Dafür wurde 2025 das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) gegründet. Allein bis Ende dieses Jahres sollen dazu bereits 300 Forschungsvorhaben angestoßen oder gestartet werden.

Ziel: weniger Pannen beim eRezept

Darüber hinaus sollen Dienstleistungen wie das elektronische Rezept künftig stabiler laufen. Die Gematik, die das System im Auftrag des Bundes betreibt, soll mehr "Durchgriffsrechte" bekommen. Insgesamt solle es weniger Komponenten geben, damit das System weniger störanfällig werde, sagte Warken.


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