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Patenttrolle: Klagen kosteten 2011 29 Milliarden US-Dollar

Einer Studie der Boston University zufolge haben 2011 Klagen von sogenannten Patenttrollen in den USA 29 Milliarden US-Dollar gekostet. Das schade vor allem kleineren und mittleren Unternehmen, so die Forscher.

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Patenttrolle verursachen jährlich Kosten von 29 Milliarden US-Dollar.
Patenttrolle verursachen jährlich Kosten von 29 Milliarden US-Dollar. (Bild: Isabelle Grosjean/CC BY-SA 3.0)

Forscher an der Boston University haben in einer Studie die Kosten untersucht, die 2011 durch Klagen von "Non-Praciticing Entities" (NPE) verursacht wurden, von sogenannten Patenttrollen. Ihr Ergebnis: Die dabei aufgelaufenen Kosten beziffern sich auf 29 Milliarden US-Dollar. Über die Hälfte stammt von großen Unternehmen, den Rest mussten kleine und mittlere Unternehmen zahlen.

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Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die Klagen der NPEs nicht den Erfindern und kleineren Unternehmen zugutekommen, für die sie sich mutmaßlich einsetzen. Denn die Patentklagen kosten vor allem kleinere Firmen Geld, das ihnen für eigene Innovationen fehlt. Bei den börsennotierten NPEs, deren Finanzen deshalb offenliegen, geht lediglich ein Viertel der Einnahmen an die Patenthalter, so die Studie.

Schaden für kleinere und mittlere Unternehmen

Die verklagten Unternehmen haben durchschnittliche Einnahmen von jährlich 10,8 Millionen US-Dollar. Etwa 82 Prozent der beklagten Firmen haben der Studie zufolge weniger als 100 Millionen US-Dollar Umsatz im Jahr. Kleinere und mittlere Unternehmen kamen für 37 Prozent der in der Studie ermittelten Kosten auf.

Gemessen an deren Einnahmen sind die Kosten für kleinere Unternehmen den Forschern zufolge höher als bei größeren Unternehmen. Der Studie zufolge kosten die Klagen Hardwarefirmen signifikant mehr als Softwareherstellern, denn diese haben höhere Vergangenheitskosten und ihnen kann durch Verkaufsverbote oder Umstrukturierung ihrer Produkte ein höherer wirtschaftlicher Schaden zugefügt werden.

5.842 Klagen im Jahr 2011

Die Forscher in Boston haben für ihre Studie 82 Unternehmen befragt, die sich insgesamt gegen 1.184 Klagen wehren mussten, die zwischen 2005 und 2011 stattfanden. Insgesamt zählt die Studie 5.842 Klagen im Jahr 2011.

Die Patenttrolle sind laut Studie uneinheitlich. Bei der Mehrzahl der Klagen geht es um einen Streitwert von einigen hunderttausend US-Dollar. Andere NPEs klagen mehrere hundert Millionen US-Dollar ein.

US-Richter genervt

Erst kürzlich zeigten sich mehrere Richter in den USA zu den zahlreichen Patentklagen zwischen großen Unternehmen zunehmend genervt.

Der US-Bundesrichter Richard Posner hat in dem Prozess Apple vs. Motorola die Äußerungen der Kontrahenten als "albern" und "lächerlich" sowie das gesamte US-Patentsystem als "funktionsgestört" ("dysfunctional") bezeichnet. Der US-Richter James Robart, der dem Rechtsstreit Microsoft vs. Apple vorsitzt, sagte: "Das Gericht ist sich sehr wohl bewusst, dass es als Schachfigur in einer globalen, geschäftlichen Auseinandersetzung benutzt wird."



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linuxuser1 27. Jun 2012

Weil alle Firmen das so machen?! Großes Portfolio = gut wenn es zu Klagen kommt. Was...

Accolade 27. Jun 2012

Ja, diese ganzen Anwälte beschäftigen sich gegenseitig. Anstatt das die Menschen an einem...

sparvar 27. Jun 2012

solange man nur eine summe in den raum wirft kann man mit ihr nichts anfagen. außer "oho...

SaSi 27. Jun 2012

gewinnorientierte unternehmen machen aus scheiße gewinn, mit dem passenden werkzeug...


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