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Patentstreit: BASF-Tochter verklagt Apple wegen Face ID

Das BASF-Tochterunternehmen Trinamix verklagt Apple wegen Face ID. Sie wirft dem Konzern die Verletzung von insgesamt sieben Patenten vor.
/ Przemyslaw Szymanski
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Face ID kam 2017 mit dem iPhone X auf den Markt. (Symbolbild) (Bild: ROSLAN RAHMAN/AFP via Getty Images)
Face ID kam 2017 mit dem iPhone X auf den Markt. (Symbolbild) Bild: ROSLAN RAHMAN/AFP via Getty Images

Die BASF-Tochter Trinamix hat Apple in den USA wegen Face ID verklagt. Wie Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die Klageschrift (Az. 7:26-cv-00348) berichtet, reichten die deutsche Trinamix GmbH und ihre US-Gesellschaft Trinamix Sensing LLC die Klage am 3. September 2026 beim US-Bezirksgericht für den westlichen Bezirk von Texas ein. Darin werfen die Kläger Apple vor, mit Face ID insgesamt sieben ihrer Patente zu verletzen.

Konkret geht es um Verfahren, mit denen eine Gesichtserkennung nicht nur die Form, sondern auch das Material eines erfassten Objekts untersuchen kann. Auf diese Weise soll das System menschliche Haut von einer künstlichen Nachbildung unterscheiden.

Nach Darstellung von Trinamix lassen sich dadurch Angriffe erschweren, bei denen jemand ein Gerät mit einem Foto, einer 3D-gedruckten Maske oder einer Nachbildung aus Silikon entsperren will. Solche Täuschungsversuche werden auch als Spoofing bezeichnet.

Zufällige Entdeckung bei Experimenten

Die Verfahren haben ihren Ursprung nach Angaben von Trinamix bei BASF. Wissenschaftler des Chemiekonzerns hätten 2010 bei Forschungsarbeiten mit organischen Solarzellen unerwartete Erkenntnisse gewonnen, aus denen zunächst Prototypen für dreidimensionale Kameras entstanden seien.

Um die Technik zur 3D- und Materialerkennung weiterzuentwickeln, gründete BASF im Jahr 2014 Trinamix als eigenständige Gesellschaft. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben inzwischen über mehr als 800 erteilte oder angemeldete Patente weltweit.

Neuere iPhones und iPads sollen Patente verletzen

Apple führte Face ID 2017 mit dem iPhone X ein. Diese erste Version soll die beanstandeten Verfahren laut Klageschrift allerdings noch nicht genutzt haben. Erst bei späteren Geräten habe Apple eine Material- und Hauterkennung eingebaut, die unter die Schutzrechte von Trinamix falle. Betroffen seien verschiedene Modelle des iPhone 15, iPhone 16 und iPhone 17 sowie mehrere Ausführungen des iPad Pro.

Den Klägern zufolge wusste Apple, dass Face ID in den genannten Geräten mit hoher Wahrscheinlichkeit Patente verletzt – oder hätte dies zumindest wissen müssen. Sie verlangen daher Schadensersatz in bislang nicht bezifferter Höhe. Außerdem soll das Gericht Apple weitere Verletzungen der Schutzrechte untersagen. Apple äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen.


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