Patentrecht: Neues Gesetz soll Patent-Trollen Verkaufsverbote erschweren

Bei Patentstreitigkeiten sollen künftig Gerichte entscheiden dürfen, ob Verkaufsverbote noch vor einem Urteil verhältnismäßig sind.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Patent-Trolle sollen es künftig etwas schwerer haben.
Patent-Trolle sollen es künftig etwas schwerer haben. (Bild: Elena Giglia/CC-BY 2.0)

Der Bundestag hat eine Reform des Patentrechts beschlossen, die Unternehmen vor einer missbräuchlichen Verwendung des Patentschutzes bewahren soll. Die in der Nacht zum Freitag verabschiedete Gesetzesnovelle beschränkt das Recht von Patentinhabern, einen Unterlassungsanspruch gegen Patentverletzer durchzusetzen. Für die Initiative stimmten die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD. Die gesamte Opposition war dagegen.

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Bislang konnten Patentinhaber gegen mutmaßliche Patentverstöße eine Unterlassung beanspruchen - noch bevor in dem eigentlichen Rechtsstreit ein Urteil gesprochen wurde. Dies führte häufig dazu, dass ein angeblich patentverletzendes Produkt mehrere Jahre lang vom Markt genommen werden musste. Eine Herausforderung für die Wirtschaft: Uwe Wiesner etwa, Chef-Patentanwalt von Volkswagen, hatte schon vor Jahren darauf hingewiesen, welche Probleme nicht nur sein Unternehmen, sondern die gesamte Branche mit dem ungehinderten Zugang von Patentinhabern zu Unterlassungsklagen in Deutschland habe.

Künftig können Gerichte nun entscheiden, ob es verhältnismäßig ist, dass der Inhaber eines Patents einen Unterlassungsanspruch durchsetzen will - oder ob dem Hersteller des beanstandeten Produkts durch den drohenden Produktionsstopp eine unverhältnismäßige Härte droht.

Die große Koalition will damit sogenannte Patent-Trolle stoppen, denen betroffene Unternehmen aus Angst vor einem Produktionsstopp oft hohe Summen zahlen. Allerdings soll es nur in eng begrenzten Ausnahmefällen zur jetzt beschlossenen Einschränkung des Patentschutzes kommen.

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Die Initiative IP2Innovate, die unter anderem von Adidas, BMW, Daimler, der Deutschen Telekom und SAP getragen wird, begrüßte die Reform: "Das deutsche Patentrecht ist endlich im 21. Jahrhundert angekommen." Nun könne die Patentpraxis zu einer zeitgemäßen Balance zwischen Patentschutz und Innovationsförderung finden.

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Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) lobte die Reform. "Der Missbrauch des Patentrechts hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, es wurden spektakuläre Unterlassungsverfahren gegen die Industrie geführt", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller laut einer Mitteilung. "Das hat zu hohen Kosten geführt, die die Unternehmen unnötig belastet haben." Die jetzt beschlossene Patenrechtsreform sei eine gute Nachricht für den Industriestandort Deutschland.

Eine Sprecherin der Volkswagen AG sprach von einem "klaren Signal gegen Patent-Trolle". "Die Reform ist ein wichtiger Schritt für ein faires und weniger missbrauchsanfälliges Patentrecht in Deutschland." Die Praxis müsse jetzt zeigen, inwieweit die deutschen Gerichte diese Chance aufgreifen werden.

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atilla 13. Jun 2021

Für etwas Hintergrundinformarion siehe atilla.pramhas.name patent-trolls-as-parasites und...

tomate.salat.inc 12. Jun 2021

Was mir im Artikel fehlt ist die genaue Haltung. Gibt es vllt berechtigte Kritik an dem...

bplhkp 12. Jun 2021

Nein das wird nicht zugegeben.



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