Patentklagen: Steve Wozniak sieht Garagenfirmen in Gefahr

Steve Wozniak(öffnet im neuen Fenster) macht sich Sorgen um innovative Technikstartups. Sie müssten große Teile ihres knappen Kapitals dafür ausgeben, zuvor ungenutzte Patente aufzukaufen. Als Risiko für Startups sieht Wozniak die immer größeren Patentportfolios, mit denen sich etablierte Unternehmen gegenseitig in Schach halten.
"Mir liegen junge Menschen mit technischem Wissen und dem Willen zur Unternehmensgründung am Herzen" , sagte Wozniak im Interview mit der Australian Financial Review(öffnet im neuen Fenster) . Er selbst hatte Apple mit Steve Jobs in der Garage von dessen Vater gegründet und den ab 1977 ausgelieferten Apple II darin entwickelt.
Apple musste damals selbst 2 Dollar pro ausgeliefertem Computer an das Unternehmen RCA abführen, weil es bereits ein Patent darauf angemeldet hatte, wie Buchstaben in Punkte umgewandelt und auf einem Bildschirm dargestellt werden.
"So etwas wird immer wieder passieren – sehr einfache Ideen, die große Unternehmen mit großem Geld besitzen werden und für die der kleine Mann, der etwas [Neues] startet, bezahlen muss."
Innovationshemmer
Die meisten großen Technikunternehmen sind für den Apple-Mitgründer nicht wirklich innovativ. "Unternehmen wie Apple, Facebook, Twitter und Yahoo wurden alle von neuen Denkern mit neuen Ideen gestartet. Nun, mit dieser großen Patentsituation, gibt es bestimmte Kategorien, die stark abgeschottet sind, weil die großen Unternehmen dafür sorgen, dass ihnen alles gehört."
Apple zählt Wozniak aber zu den Ausnahmen, immerhin habe das Unternehmen ganz neue Märkte erschlossen. Es folge nicht nur den Rezepten anderer Unternehmen.
Auch wenn ihm bewusst sei, dass sich eine steigende Zahl von Technikspezialisten gegen das Patentsystem ausspreche, so sehe er es trotzdem als essenziell wichtigen Ansporn für junge Erfinder an, nach komplett Neuem zu streben, sagte Wozniak.



