Patente: Microsoft prüft Exfat-Aufnahme in Linux-Kernel

Angeregt durch die Frage zur Aufnahme eines Exfat-Treibers in den Linux-Kernel prüft nun auch Microsoft die Möglichkeiten dafür. Bisher hat die Patentpolitik des Unternehmens eine Aufnahme verhindert.

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Ob der Exfat-Treiber in den Linux-Kernel kommt, hängt von Microsoft ab.
Ob der Exfat-Treiber in den Linux-Kernel kommt, hängt von Microsoft ab. (Bild: John5199/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Seit nunmehr fast sechs Jahren gibt es einen freien Linux-Treiber für das Dateisystem Exfat von Microsoft, in den Hauptzweig des Linux-Kernels ist der Treiber aufgrund von Softwarepatente bisher jedoch nicht eingepflegt worden. Eine erneute Diskussion um die Aufnahme durch die Kernel-Hacker führt nun aber dazu, dass Microsoft die Möglichkeiten dafür zumindest offiziell intern prüft.

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Angestoßen wurde dies durch den Entwickler Valdis Klētnieks, der Details zum weiteren Vorgehen zum Einpflegen seines Exfat-Treibers erfragt hat. Daraufhin haben mehrere Entwickler sowohl Klētnieks gefragt, wie dieser mit der Patentsituation von Exfat umgeht, als auch selbst darüber diskutiert.

Exfat-Patente könnten frei lizenziert werden

Immerhin ist Microsoft dem Linux-Patent-Pool des Open Invention Network (OIN) beigetreten. Ziel dieses Konsortiums ist es, dass Patente offen und gemeinschaftlich geteilt und genutzt werden. Die freien Patentlizenzen des OIN umfassen jedoch nur die Technik der sogenannten Linux-Systemdefinition, die genau genommen nur bereits in den Hauptzweigen der Software veröffentlichte Technik umfasst.

Hätte Microsoft den Exfat-Treiber bereits selbst zum Kernel hinzugefügt, würden die freien Patentlizenzen klar auch diesen Code umfassen. Darüber hinaus herrscht aber Uneinigkeit. Während das OIN selbst davon ausgeht, dass auch ohne eigentlichen Treiber die Technik der Exfat-Patente bereits im Kernel vorhanden ist, widerspricht dem etwa die Software Freedom Conservancy, die unter anderem Linux-Entwickler in Lizenzfragen vertritt.

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Der bei Microsoft für die Enterprise Open Source Group zuständige KY Srinivasan hat sich eigenen Angaben zufolge nun dieser Diskussion angenommen und führt diese intern bei Microsoft. Er will sich mit einem Ergebnis so schnell wie möglich bei der Kernel-Community zurückmelden. Vermutlich wird die Aufnahme des Treibers durch die Kernel-Entwickler erst dann unterstützt, wenn Microsoft dem öffentlich zugestimmt hat.

Der Code von Klētnieks basiert dabei auf den seit Jahren verfügbaren freien Quellen des Exfat-Treibers. Der Entwickler habe diesen lediglich an den aktuellen Linux-Kernel 5.2 sowie die Programmierrichtlinien der Kernel-Community angepasst. Der Treiber erschien ursprünglich als Leak von Samsung-Code auf Github und wurde schließlich GPL-konform wiederveröffentlicht.

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