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Patentantrag: EA könnte Streamer beim Matchmaking bevorzugen

In Actionspielen wie Fortnite oder Battlefield 5 kann das ein Nachteil sein: Die Onlineverbindungen von Streamern müssen Spiele- und Videodaten übertragen. In einem Patentantrag denkt Electronic Arts darüber nach, das beim Matchmaking mit in die Berechnung der Skillstärke einzubeziehen.
/ Peter Steinlechner
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Streamer auf einer Veranstaltung von Twitch (Bild: Robert Reiners/Getty Images)
Streamer auf einer Veranstaltung von Twitch Bild: Robert Reiners/Getty Images

Schon mal vom Streaming Latency Skill Compensator (SLSC) gehört? Das Wort erinnert vage an Zurück in die Zukunft, ist aber das wichtigste Element in einem Patentantrag von Electronic Arts, der jetzt im Netz aufgetaucht(öffnet im neuen Fenster) ist. Es geht darum, die Nachteile von Streamern auszugleichen – also von Spielern, auf deren Leitung neben den Spieledaten auch Videodaten übertragen werden.

Das kann tatsächlich zu einer schlechteren Latenz führen und damit auch zu Nachteilen etwa bei schnellen Actiontiteln wie Fortnite, Apex Legends und Battlefield 5. Schließlich gibt es nicht nur millionenschwere Influencer, die sich locker mehrere Leitungen legen lassen können, sondern auch viele unbekannte Streamer, die ihrem Hobby mit schmalem Budget aus Begeisterung nachgehen.

Der Streaming Latency Skill Compensator ist laut dem Patentantrag ein Wert, der bei der Ermittlung der Spielstärke für das Matchmaking berechnet wird – übrigens ebenso wie der Umstand, dass Streamer unter Umständen mit besonderen Eingabegeräten arbeiten müssen. Der SLSC dürfte dafür sorgen, dass Streamer eher auf etwas schwächere Spieler treffen.

Nach den Partien soll der SLSC-Wert immer wieder neu berechnet werden. Wenn ein Spieler zwar als Streamer erkannt und anders eingestuft wurde, aber ständig gegen die schwächeren Teilnehmer gewinnt, könnte sich das System also im Laufe der Zeit selbst korrigieren.

Twitch, Youtube, Mixer – Streaming im Überblick
Twitch, Youtube, Mixer – Streaming im Überblick (03:48)

Ein paar Nachteile von bekannten Streamern kann das System übrigens nicht direkt berücksichtigen: Einige der Promis – auch Tyler "Ninja" Blevins – spielen zwar auf höchstem Niveau. Sie geraten aber aufgrund ihres Namens auch schneller ins Visier anderer Gamer, müssen gleichzeitig zumindest ansatzweise schlaue oder unterhaltsame Sachen sagen – und das konstant, über Monate und Jahre.

Erst Anfang März 2020 hatte sich Jack 'Courage' Dunlop auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) über den Leistungsdruck beklagt: "Ich glaube, es ist das skillbasierte Matchmaking, das mein Gehirn erschöpft hat. Es gibt keinen Moment zum Entspannen." Die Idee hinter dem Patent von Electronic Arts könnte zumindest ein bisschen Linderung bringen.


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