Patent: Apple will Ambilight in der Datenbrille

Das US-Patent- und Markenamt hat Apple ein Patent zugesprochen, das eine Datenbrille beschreibt, die auch das periphere Gesichtsfeld des Benutzers berücksichtigt. Dadurch sollen Übelkeit und Schwindelgefühle vermieden werden.

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Apples Datenbrille soll Seekrankheit verhindern.
Apples Datenbrille soll Seekrankheit verhindern. (Bild: Andreas Donath/Golem.de)

Bei herkömmlichen Datenbrillen, vor allem denen, die die Augen umschließen, sieht der Anwender wie in einen Tunnel. Diese Art der Bildbetrachtung ist auf lange Dauer ermüdend und eignet sich deshalb nicht für eine längere Tragezeit, so Apple. Außerdem entstehen so Krankheitssymptome wie Schwindel und Übelkeit. Mit der patentierten Erfindung soll die periphere Sicht des Nutzers einbezogen werden, um diese Probleme zu verringern.

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Mit seiner Erfindung beschreibt Apple so etwas wie ein Ambilight für Datenbrillen. Links und rechts neben dem jeweiligen Display sollen LEDs oder andere Displays farblich passend zum Videobild eingeschaltet werden. Eine sehr ähnliche Funktion hat auch Philips Ambilight. Nur setzt Philips seine Randbeleuchtung bei Fernsehern ein, während Apple sie in viel kleineren Dimensionen nahe am Auge nutzen will.

Apple beschreibt in seiner Patentschrift nur vage die Technik, die dazu eingesetzt werden könnte, das Gesichtsfeld des Anwenders auszuleuchten. Ausgehend von einem oder zwei Hauptdisplays, die in Form von LC-, LCoS- oder OLED-Displays in der Datenbrille arbeiten, könnten neben LEDs weitere Displays oder gar Lichtleiter eingesetzt werden. Der Tunnelblick, der bei herkömmlichen Datenbrillen entsteht und die Tragedauer reduziert, aber auch Unwohlsein und Übelkeit (Motion Sickness) sollen sich nach Angaben von Apple damit vermeiden lassen.

Apple beschreibt auch gleich zwei Nutzungsszenarien für Head-Mounted-Displays (HMD), die vergleichsweise lange getragen werden. So könnten Chirurgen Daten aus der Radiologie bei der Operation ansehen, aber auch Soldaten, die Polizei und die Feuerwehr taktische Informationen oder das Videobild aus Kameras ansehen, ohne dass sie dafür ein Zusatzgerät in die Hand nehmen müssen. Mit zwei Displays, die Apple ebenfalls aufführt, könnten stereoskopische 3D-Bilder erzeugt werden und auch hier soll ein Rechner die Lichtinformationen, die im peripheren Gesichtsfeld eingeblendet werden, beim Abspielen errechnen.

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Apple hat das Patent "Peripheral treatment for head-mounted displays" (US8212859) im Oktober 2006 eingereicht und bekam es Anfang Juli 2012 zugesprochen. Ein passendes Produkt existiert jedoch nicht ganz im Gegensatz zu dem, was Google unter dem Project Glass vorgestellt hat.

Googles Datenbrille funktioniert im Vergleich zu den von Apple angeführten Brillentypen eher wie ein Head-up-Display im Auto oder Flugzeug: Das Mikrodisplay für ein Auge ist halbtransparent und verdeckt das Auge nicht vollständig. Der Träger muss etwas nach oben sehen, um das Display anzuvisieren. Google besitzt seit Mitte Juni 2012 ein eigenes Patent für eine Datenbrille, das die Steuerung des Systems über ein Touchpad am Brillenbügel gestattet.

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