Quartalszahlen: Intel dank Steuererleichterungen wieder im Plus
Der Chiphersteller ist wieder im Plus. Der Abwärtstrend auf dem PC-Markt verlangsamt sich für Intel.
Intel ist im vergangenen Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt und hofft auf deutlich bessere Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte. Unterm Strich machte der Konzern von April bis Juni 2023 ein Plus von 1,48 Milliarden US-Dollar. Dabei half auch eine Steuererleichterung von rund 2,3 Milliarden US-Dollar. Noch im vergangenen Quartal verbuchte Intel einen Verlust in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar – der größte in der Firmengeschichte. Der operative Verlust lag im vergangenen Quartal weiter bei einer Milliarde US-Dollar.
Der Umsatz betrug 12,95 Milliarden US-Dollar. Die Talfahrt in Intels Geschäft mit PC-Prozessoren verlangsamte sich. Die Erlöse des Bereichs sanken im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 6,8 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal war der Umsatz mit dem allgemeinen Rückgang der PC-Verkäufe um 38 Prozent eingebrochen. Für das zweite Halbjahr geht Intel von einer Erholung aus. Die Nachfrage nach CPUs war zum Jahresanfang stark zurückgegangen.
Bei Technik für Rechenzentren gab es ein Minus von 15 Prozent auf vier Milliarden US-Dollar. Auch hier war der Umsatz im ersten Quartal um fast 40 Prozent eingebrochen. Immer noch hohe Lagerbestände dürften das Geschäft im weiteren Verlauf des Jahres weiter bremsen, sagte Finanzchef David Zinsner. Intel verlor in Rechenzentren zuletzt Marktanteile an den Konkurrenten AMD. Zugleich steht die Frage im Raum, ob mit der Verbreitung von Software mit künstlicher Intelligenz der Trend nicht noch stärker zu Chips des Konzerns Nvidia gehen wird, die für solche Anwendungen gut geeignet sind.
Im vergangenen Quartal machte das Geschäft mit Rechenzentren einen operativen Verlust von 161 Millionen US-Dollar. Die PC-Sparte brachte unterdessen ein Betriebsergebnis von 1,04 Milliarden US-Dollar ein. Beide Bereiche werden bereits umstrukturiert. Im Juli 2023 kündigte Intel an, die Mini-PC-Sparte NUC einzustellen. Im April 2023 verkaufte Intel sein Serverbaugeschäft an Mitac.
Intels Aktie legte im nachbörslichen Handel am Donnerstag um gut 8 Prozent zu. Intel-Chef Pat Gelsinger versucht, den Branchenriesen nach Verzögerungen bei neuen Prozessorgenerationen und anderen Problemen wieder auf Kurs zu bringen. Zu seinem Plan gehört unter anderem, Intel stärker zu einem Auftragsfertiger für andere Chipanbieter zu machen. Dabei will der Konzern auch die Kapazitäten in Europa unter anderem mit einer Fabrik in Deutschland ausbauen. Die Expansion kostet mehrere Milliarden US-Dollar, die zum Teil aus staatlichen Subventionen kommen sollen.
Nachtrag vom 28. Juli 2023, 11:25 Uhr
Der Artikel wurde um die Erwähnung einer Steuererleichterung, die Intel erhielt, ergänzt. Die Formulierung der Überschrift wurde angepasst.