Pastewka: Amazon will Einspruch gegen Schleichwerbungsvorwurf einlegen

Amazon verteidigt sich. Der Streaminganbieter will Einspruch einlegen. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hatte Amazon aufgefordert, eine Folge der Comedy-Serie Pastewka wegen Schleichwerbung aus dem Angebot zu nehmen.

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Media-Markt-Logos sind in der vierten Folge der achten Staffel von Pastewka immer wieder prominent zu sehen.
Media-Markt-Logos sind in der vierten Folge der achten Staffel von Pastewka immer wieder prominent zu sehen. (Bild: Amazon/Screenshot und Zuschnitt: Golem.de)

Im Streit um den Vorwurf der Schleichwerbung in einer Folge der Comedy-Reihe Pastewka geht es weiter. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hat Amazon diese Woche angewiesen, eine Folge der Comedy-Serie Pastewka aus dem Angebot zu nehmen. Dagegen will Amazon Einspruch einlegen, teilte das Unternehmen Golem.de auf Nachfrage mit.

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Die vierte Folge der achten Staffel der Comedy-Serie Pastewka verstößt nach Ansicht der Behörde gegen das Schleichwerbeverbot des Rundfunkstaatsvertrags. Dieser Aufforderung ist Amazon bisher nicht nachgekommen, die beanstandete Folge ist weiterhin verfügbar. Golem.de erfuhr von Amazon, dass es noch einige Tage dauern werde, bis die Folge entfernt wird. Und dann will Amazon diese nicht ersatzlos aus dem Sortiment nehmen, sondern mit einer umgeschnittenen Version ersetzen. Dabei werde die Folge in Bezug auf die von der Behörde beanstandeten Stellen umgeschnitten, teilte Amazon mit.

Die fragliche Pastewka-Folge trägt die Bezeichnung Das Lied von Hals und Nase und spielt zum Großteil vor und in einer Media-Markt-Filiale. Die gesamte Folge sei von häufigen und intensiven Darstellungen sowie Erwähnungen der Marke Media Markt geprägt, ohne dass dies programmlich-dramaturgisch begründet werde, urteilt die Bayerische Landeszentrale für neue Medien. Sie hat Amazon daher mit sofortiger Wirkung untersagt, die Folge auszustrahlen.

Behörde beobachtet Verhalten von Amazon

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien betonte auf Nachfrage von Golem.de, dass Amazon eigentlich rechtlich verpflichtet sei, die vierte Folge der achten Staffel von Pastewka nicht länger anzubieten. "Sollte bei der Landeszentrale der Eindruck entstehen, dass Amazon die Untersagungsverfügung nachhaltig ignoriert, wird über die Einleitung der Verwaltungsvollstreckung zu entscheiden sein", sagte eine Sprecherin.

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In der Serie spielt der Komiker Bastian Pastewka sich selbst. In der vierten Folge übernachtet er in einem Wohnmobil auf dem Parkplatz einer Media-Markt-Filiale, dabei ist das Logo des Elektronikmarkts immer wieder prominent zu sehen. Später spielt die Folge auch in der Media-Markt-Filiale selbst. Bereits seit Februar 2018 gab es Vorwürfe, dass hier verbotene Schleichwerbung zum Einsatz komme.

Media Markt weist den Vorwurf zurück

Media Markt hat auf Nachfrage von Golem.de den Vorwurf der Schleichwerbung zurückgewiesen. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte: "Für die betreffende Pastewka-Staffel hat Media Markt keine Produktplatzierung gebucht. Media Markt war lediglich ein von Brainpool angemieteter Drehort, Brainpool hat dafür eine produktionsübliche Miete bezahlt. Es gab keine weitere Form der Zusammenarbeit bzw. keine weiteren Absprachen und somit auch keine Leistungen seitens Media Markt an Brainpool."

Die Comedy-Serie Pastewka lief früher auf dem privaten Fernsehsender Sat.1, der die Serie 2014 nach sieben Staffeln absetzte. Amazon übernahm die Serie und brachte Ende Januar 2018 eine achte Staffel auf den Markt, die dann bei Amazons Videostreamingdienst gezeigt wurde. Am 25. Januar 2019 soll die neunte Pastewka-Staffel bei Amazon Prime Video für Abonnenten kostenlos verfügbar sein.

Für die Inhalte von Amazon Instant Video ist die Bayerische Landeszentrale für neue Medien zuständig, weil das Unternehmen seinen Sitz in Bayern hat. Der Fall wurde durch die Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Cornelia Holsten, initiiert, die bereits im Februar 2018 kurz nach der Ausstrahlung der achten Staffel von Pastewka öffentlich die Vermutung aufgestellt hatte, dass es sich bei der vierten Folge um nicht erlaubte Schleichwerbung handele.

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