Passwortmanager: Keeper erfindet "potenzielle" Sicherheitslücken

Ein Problem in der Browser-Extension des eigenen Passwortmanagers ist für den Hersteller Keeper nur eine "potentielle" Sicherheitslücke - ein Begriff, der so nicht existiert. Sicherheitsforscher haben außerdem ein neues Problem bei Keeper Security entdeckt.

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Keeper will Dan Goodin weiter verklagen.
Keeper will Dan Goodin weiter verklagen. (Bild: Keeper Security)

Keeper, der Hersteller des Passwortmanagers Keeper Security, hat vor Gericht eine kreative Lösung entwickelt, um gegen unliebsame journalistische Berichterstattung vorzugehen. Das Unternehmen verklagte im vergangenen Jahr den Journalisten Dan Goodin, nachdem dieser über eine Sicherheitslücke berichtet hatte, die der Google-Sicherheitsforscher Tavis Ormandy gefunden hatte.

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Keeper behauptet in vom Sicherheitsforscher Jake Williams gefundenen Gerichtsunterlagen, es habe sich nur um eine "potentielle Sicherheitslücke" gehandelt und nicht um ein tatsächliches Problem. Goodin und ein Anwalt hatten beantragt, die Klage abzuweisen ('motion to dismiss'), Keeper fordert die Ablehnung des Antrages. Williams führt aus, dass man bei Sicherheitslücken zwar darüber diskutieren könne, ob und inwiefern sie sich von einem Angreifer ausnutzen lassen, nicht aber über die Frage, ob es sich um eine Sicherheitslücke handele oder nicht.

Das Unternehmen hatte dem Journalisten "rücksichtslose Missachtung der Wahrheit" vorgeworfen. Goodin habe die Produkte des Herstellers und das Unternehmen Keeper "zerstören" wollen. Das Unternehmen geht außerdem gegen die Behauptung vor, dass eine Sicherheitslücke in dem Passwortmanager selbst existiert habe - nur eine Browsererweiterung sei betroffen gewesen. Tatsächlich werden Nutzer bei der Installation aber aufgefordert, die Erweiterung zu installieren, schrieb Ormandy damals.

Angeblich Codesigning-Zertifikat veröffentlicht

Unterdessen berichtet das Portal ZDnet, dass es bei Keeper Security ein weiteres Sicherheitsproblem gegeben haben soll. Der für das Auffinden von Datenlecks und ungesicherten AWS-Instanzen bekannte Chris Vickery habe einen ungesichertes S3-Bucket des Unternehmens gefunden und dort neben älteren Installationsdateien des Passwortmanagers auch ein Codesigning-Zertifikat entdeckt, mit dem iOS- und MacOS-Versionen der Programme signiert werden können.

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Keeper hatte den Zugang nach kurzer Zeit abgesichert, widerspricht aber einigen Behauptungen von Vickery. So sei es nicht möglich gewesen, Inhalte auf dem Bucket ohne Authentifizierung abzulegen. Auch ein Zertifikat soll dort nicht enthalten gewesen sein. Die anders lautenden Screenshots erklärt Keeper indes nicht. Das Unternehmen will nach Angaben von ZDnet aber weitere Untersuchungen zu dem Problem anstellen.

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