Passwort-Richtlinien: Schlechte Passwörter vermeiden

Groß- und Kleinbuchstaben, mindestens ein Sonderzeichen, aber nicht irgendeins? Viele Passwort-Richtlinien führen dazu, dass Nutzer genervt oder verwirrt sind, aber nicht unbedingt zu sichereren Passwörtern. Wir geben Tipps, wie Entwickler es besser machen können.

Artikel von Hanno Böck veröffentlicht am
Schlechte Passwörter: Die sollten Onlineservices auf jeden Fall ablehnen - aber wie? Wir geben Tipps anhand der Richtlinien des US-Nist.
Schlechte Passwörter: Die sollten Onlineservices auf jeden Fall ablehnen - aber wie? Wir geben Tipps anhand der Richtlinien des US-Nist. (Bild: Hanno Böck)

"Ihr neues Passwort muss zwischen 8 und 14 Stellen lang sein, Buchstaben, mindestens eine Zahl sowie mindestens ein Sonderzeichen enthalten. Sonderzeichen sind !, @, $, %, /, =, ?, `, +, ~, #, _, ., ;, :, {, }, |. Das erste Zeichen Ihres Passwortes darf kein ? oder ! Sein." So lautet die Passwort-Richtlinie beim Anlegen eines Online-Accounts bei der AOK (Rechtschreibfehler wie im Original).

Inhalt:
  1. Passwort-Richtlinien: Schlechte Passwörter vermeiden
  2. Bereits kompromittierte Passwörter verbieten

Diese Passwort-Richtlinie ist sicher ein Extremfall, aber sie steht beispielhaft für etwas, das häufiger zu sehen ist: Services erwarten von ihren Nutzern, sich bei den Passwörtern an allerlei willkürliche Regeln zu halten. Viele davon sind nervig, andere sind schädlich, weil sie sicherere Passwörter verhindern. Dabei geht es besser.

Passwort-Empfehlungen des Nist für Servicebetreiber

Darüber, wie Nutzer ihre Passwörter am besten verwalten, ist in letzter Zeit viel geschrieben und gesagt worden. Eine häufige Empfehlung lautet: Ein Passwort für jeden Service, die Verwendung von Passwort-Managern und wenn möglich, die Verwendung von Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Doch wie sollen Anbieter von Online-Services die Passwort-Problematik am besten handhaben? Dafür lohnt ein Blick in die Empfehlungen, welche die US-Standardisierungsbehörde Nist (National Institute of Standards and Technology) 2017 veröffentlicht hat. Im Rahmen der Digital Identity Guidelines gibt das Nist auf drei Seiten Ratschläge für den Umgang mit Passwörtern.

Stellenmarkt
  1. IT-Projektmanager Personaleinsatzplanung inhouse (m/w/d)
    Helios IT Service GmbH, Berlin, deutschlandweit
  2. IT-Infrastruktur-Systembetre- uer (m/w/d)
    Psychiatrisches Zentrum Nordbaden, Wiesloch
Detailsuche

Relativ offensichtlich ist, dass es nicht sinnvoll ist, Vorgehensweisen zu verbieten, die Passwörter sicherer machen können. So sollten keine zu knappen Längenbegrenzungen vorgegeben werden - das Nist empfiehlt, dass mindestens 64 Zeichen zulässig sein sollten. Das ist aber die absolute Untergrenze, denn es kann durchaus sinnvoll sein, noch längere Passwörter zu erlauben. Wer seine Passwörter aus ganzen Sätzen konstruiert, überschreitet diese Grenze möglicherweise und wählt dabei ein vergleichsweise sicheres Passwort.

Alle Zeichen erlauben

Weiterhin sollten die möglichen Zeichen nicht eingegrenzt werden. Alles sollte erlaubt sein: Neben Groß- und Kleinbuchstaben auch Sonderzeichen, und zwar nicht nur bestimmte. Das Nist empfiehlt dabei, generell Unicode-Zeichen zu erlauben. Auch Leerzeichen sollten möglich sein.

Das Nist rät auch von vielem ab, was in der Vergangenheit üblich war. Etwa davon, spezielle Regeln für die Zusammensetzung eines Passworts zu machen. Groß- und Kleinbuchstaben oder Sonderzeichen zu verlangen, gilt demnach nicht mehr als Stand der Technik.

Denn: Rein mathematisch betrachtet ist es viel wichtiger, längere Passwörter zu wählen als Zeichen aus unterschiedlichen Zeichenklassen. Es gibt verschiedene zielführende Strategien für sichere Passwörter, und nicht alle benötigen Sonderzeichen oder Großbuchstaben. Ebenfalls rät das Nist von Richtlinien ab, die einen regelmäßigen Passwortwechsel vorsehen.

Doch wenn man diese Regeln alle weglässt - wie verhindert man, dass Nutzer besonders unsichere Passwörter wählen? Das Nist empfiehlt dazu, dass Passwörter mindestens acht Zeichen haben sollen. Dabei solle es vermieden werden, den Nutzernamen oder auch den Namen des Services selbst als Passwort zu verwenden. Des Weiteren könne das Passwort mit Wörterbuchlisten abgeglichen werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Bereits kompromittierte Passwörter verbieten 
  1. 1
  2. 2
  3.  


FaLLoC 08. Jul 2019

Ich hatte bereits Zusatzentropie für die Falschschreibung berücksichtigt. Und geschickte...

Blacki 29. Apr 2019

Naja, das kommt drauf an. Manchmal geht das Backend ja nicht. Dann kann man das nur über...

Missingno. 26. Apr 2019

https://www.zeit.de/1995/33/Wie_das_Ue_ins_Tuerkische_kam/seite-2

Olliar 17. Apr 2019

Wie verhindert man, das die NSA den Dienst betreibt und einen Hash, der in der Liste ist...

robinx999 12. Apr 2019

Im Artikel steht doch "Wer seine Passwörter aus ganzen Sätzen konstruiert, überschreitet...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
MS Satoshi
Die abstruse Geschichte des Bitcoin-Kreuzfahrtschiffs

Kryptogeld-Enthusiasten kauften ein Kreuzfahrtschiff und wollten es zum schwimmenden Freiheitsparadies machen. Allerdings scheiterten sie an jeder einzelnen Stelle.
Von Elke Wittich

MS Satoshi: Die abstruse Geschichte des Bitcoin-Kreuzfahrtschiffs
Artikel
  1. Gigafactory Berlin: Tesla verzichtet für Akkufertigung auf staatliche Förderung
    Gigafactory Berlin
    Tesla verzichtet für Akkufertigung auf staatliche Förderung

    Tesla verzichtet für die geplante Akkufertigung in Grünheide bei Berlin auf eine mögliche staatliche Förderung in Milliardenhöhe.

  2. Microsoft: Xbox-Spieler in Halo Infinite von Crossplay genervt
    Microsoft
    Xbox-Spieler in Halo Infinite von Crossplay genervt

    Im Multiplayer von Halo Infinite gibt es offenbar immer mehr Cheater. Nun fordern Xbox-Spieler eine Option, um gemeinsame Partien mit PCs zu vermeiden.

  3. 50 Prozent bei IT-Weiterbildung sparen
     
    50 Prozent bei IT-Weiterbildung sparen

    Die Black Week 2021 in der Golem Karrierewelt läuft weiter: 50 Prozent bei zahlreichen Live-Workshops, Coachings und E-Learnings sparen - noch bis Montag!
    Sponsored Post von Golem Akademie

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Heute ist Black Friday • Corsair MP600 Pro XT 1TB 167,96€ • Apple Watch Series 6 ab 379€ • Boxsets (u. a. Game of Thrones Blu-ray 79,97€) • Samsung Galaxy S21 128GB 777€ • Premium-Laptops (u. a. Lenovo Ideapad 5 Pro 16" 829€) • MS Surface Pro7+ 888€ • Astro Gaming Headsets [Werbung]
    •  /