Pascal-Grafikkarte: Obacht bei Nvidias zweiter Geforce GTX 1060

Nvidia hat ohne größere Ankündigung die Geforce GTX 1060 veröffentlicht, eine Grafikkarte für Spieler. Wer nun anmerkt, die Geforce GTX 1060 wurde von uns doch schon getestet – der hat recht. Das neue Modell trägt zwar den gleichen Namen, unterscheidet sich aber in zwei Punkten: Der Videospeicher fasst 3 statt 6 GByte und statt 1.280 Shader-Einheiten gibt es nur noch 1.152 Rechenkerne, weshalb Geforce GTX 1055 (Ti) als Bezeichnung angebrachter wäre.

Die 128 ALUs weniger gehen mit einer verringerten Texturierleistung einher, da Nvidia bei der Geforce GTX 1060 mit 3 GByte einen von zehn Shader-Blöcken des verwendeten GP106-Chips deaktiviert. Am 192 Bit breiten Speicherinterface, am L2-Cache, an den Raster-Endstufen und an den Taktraten hat Nvidia nichts geändert, weshalb die neue Geforce rein von der Chipgeschwindigkeit her grob fünf Prozent langsamer rechnen dürfte als das bisherige Modell.
Egal welche Auflösung: 3 GByte sind arg knapp
Weitaus stärker wirkt sich die halbierte Speichermenge aus: 3 GByte sind für heutige Spiele bei maximalen Details oft nicht mehr ausreichend, wenn die Schatten- und Texturdetails maximiert werden. Das ist angesichts der durchaus hohen Geschwindigkeit der Geforce GTX 1060 ziemlich frappierend, da 1080p- oder 1440p-Gaming an sich kein Problem darstellt. Läuft der Speicher über , führt das zu einer drastisch verringerten Bildrate und ständigen Rucklern.
Preislich beginnt die Geforce GTX 1060 mit 3 GByte bei 210 Euro, ein Referenzdesign (Founder's Edition) gibt es nicht, sondern einzig Partner-Modelle. Die Karte kostet in etwa so viel wie die Radeon RX 470 – die ist zwar langsamer, verfügt aber über 4 GByte Videospeicher. Wir zumindest halten bei ähnlichem Preis eine etwas geringere Rechengeschwindigkeit für viel eher verschmerzbar als (zu) wenig Framebuffer, gerade bei Mittelklasse-Karten, die üblicherweise über einen längeren Zeitraum verwendet werden.