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Partec: Deutsche KI-Supercomputer-Firma will Nvidia-Verkaufsverbot

Partec will ein Verkaufsverbot für Nvidias DGX-Produkte in Europa durchsetzen. Doch der Kläger ist offenbar in Schwierigkeiten.
/ Achim Sawall
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Beim Supercomputer Juwels war Partec dabei. (Bild: Forschungszentrum Jülich / Wilhelm-Peter Schneider)
Beim Supercomputer Juwels war Partec dabei. Bild: Forschungszentrum Jülich / Wilhelm-Peter Schneider

Partec hat eine Patentverletzungsklage gegen Nvidia beim Unified Patent Court (UPC) in München eingereicht. Das gab die deutsche KI-Supercomputer-Firma am 9. August 2025 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Die Klage will erreichen, dass Nvidia den Vertrieb von KI-Produkten seiner DGX-Produktlinie in 18 Ländern in Europa einstellen muss. Zudem wird Schadenersatz gefordert.

"Das Patent in dieser Klage betrifft das Herzstück von KI-Supercomputern, die verwendeten Mikroprozessoren und deren Zusammenarbeit zur Bereitstellung von KI" , erklärte Partec. "Die aktuelle Klage betrifft das europäische Patent EP 3 614 263 B1 (EP 263)" , sagte Partec-Sprecherin Anna Lehmann Golem.de auf Anfrage.

Partec führt die Klage zusammen mit seinem Lizenzagenten BF Exaqc. Die Patente basierten auf "der jahrzehntelangen Entwicklung und dem Bau moderner Supercomputer bei Partec, insbesondere für den Einsatz im Bereich der künstlichen Intelligenz" , heißt es in einer Pflichtmitteilung an die Aktionäre.

Bereits im Oktober 2024(öffnet im neuen Fenster) wurde eine Patentrechtsklage gegen Nvidia auf Grundlage von zwei Patenten gestartet. Sie musste inzwischen teilweise fallengelassen werden, weil das Patent zur Computerclusteranordnung keinen Bestand hatte.

Keine Gehälter gezahlt

Das Forschungszentrum Jülich hatte 2020 bekannt gegeben, zusammen mit Atos, Nvidia und Partec den Supercomputer Juwels entwickelt zu haben. Partec ging im Sommer 2023 an die deutsche Börse und erreichte eine Marktkapitalisierung von rund 900 Millionen Euro, die später auf 1,4 Milliarden Euro stieg. Nun brach der Kurs des Münchner Unternehmens auf 250 Millionen Euro ein.

Die Wirtschaftswoche(öffnet im neuen Fenster) berichtete unter Berufung auf einen ehemaligen Beschäftigten, Anfang 2025 sei ein Projekt für einen Quantencomputer eingestellt worden. Auch eine angekündigte Quantum Factory ging nie in Betrieb.

Die Geschäftszahlen für 2024 liegen noch immer nicht komplett vor. Partec erwirtschaftete 7 Millionen Euro Umsatz, die liquiden Mittel lagen zum Halbjahresabschluss bei 288.000 Euro. Gehälter wurden laut Berichten von Beschäftigten ab Januar 2025 verzögert oder gar nicht ausgezahlt.


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