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Part Time Scientists: Hell yeah, it's Crowdfunding!

Die Part Time Scientists wollen die Vorbereitungen für ihren Mondflug über Kickstarter finanzieren. Spender nehmen als Belohnung am Testprogramm teil: Sie dürfen den Rover Asimov über eine Mondteststrecke fahren.
/ Werner Pluta
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Rover Asimov: 200 Quadratmeter großes Testgelände (Bild: Part Time Scientists)
Rover Asimov: 200 Quadratmeter großes Testgelände Bild: Part Time Scientists

Die Gruppe Part Time Scientists(öffnet im neuen Fenster) bittet die Internetgemeinde um Mithilfe bei der Finanzierung ihres Raumfahrtprojekts: Die internationale Gruppe, deren Schlachtruf "Hell Yeah, It's Rocket Science" lautet, nimmt am Google Lunar X-Prize(öffnet im neuen Fenster) teil. Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter möchte sie Geld für das Projekt einwerben(öffnet im neuen Fenster) .

Part Time Scientists - RRE - Trailer (Kickstarter)
Part Time Scientists - RRE - Trailer (Kickstarter) (02:20)

Das Ziel des Teams ist der Mond, und da sei eine gute Vorbereitung unabdingbar, erklären die Raumfahrer. Damit ihr Rover auf dem Mond gut zurecht kommt, wollen sie ein 200 Quadratmeter großes Testgelände in einer stillgelegten Industriehalle einrichten. Die Bedingungen sollen dem Landeareal von Apollo 17(öffnet im neuen Fenster) gleichen, die Halle wird mit vielen Sensoren ausgestattet, um Daten zu sammeln. Dort soll der Asimov genannte Rover getestet werden.

Mondsimulation

Sie hätten Asimov schon auf der Straße, im Sand, auf einem Spielplatz und in einer Höhle fahren lassen. Das reiche aber nicht aus, um die Bedingungen auf dem Mond zu simulieren, erklären die Part Time Scientists. Ein Test müsse auf einem vergleichbaren Untergrund stattfinden - also auf ähnlich scharfkantigem Regolith. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Mechanik des Rovers stabil genug ist, wenn es darauf ankommt.

Außerdem soll auf Testparcours Asimovs Fahrtüchtigkeit verbessert werden: Durch die Entfernung des Mondes zur Erde gibt es bei der Fernsteuerung einen Zeitversatz von drei Sekunden. Damit muss das Team klarkommen. Die Teilzeitforscher haben dafür Rover Remote Experiment (RRE) erfunden: Dabei wird ein Rover, ausgerüstet mit der gleichen Kamera, mit der später auch das Mondfahrzeug bestückt sein wird, über einen irdischen Parcours gesteuert. In die Kommunikation mit dem Roboter wird ebenfalls ein entsprechender Zeitversatz eingebaut.

Nutzer als Tester

An dieser Stelle kommen die Spender ins Spiel: Wer ab 15 US-Dollar spendet, darf zur Belohnung mit dem Rover über das Testgelände fahren - ferngesteuert über das Internet. Das funktioniert entweder mit HTML5 über den Browser auf dem Computer oder - falls es technisch machbar ist - auch per Touch-Eingabe auf einem Tablet.

Testfahrer

Jeder Teilnehmer erhält zu Beginn eine kurze Einführung und dann für seinen Slot eine Aufgabe, die je nach Gusto eher spielerisch oder eher wissenschaftlich-anspruchsvoll ausfällt. Während der Testfahrten zeichnet das Team Daten auf, anhand derer es dann die Steueralgorithmen für den Rover verbessern will.

Abgespeckter Mondrover...

Als Testfahrzeuge stehen Asimovs der Baureihe 2.5 bereit. Das ist eine abgespeckte Version, der sich vom aktuellen Asimov R3 nur darin unterscheidet, das einige Teile, die für den Einsatz auf dem Mond konzipiert sind, durch weniger stabile für den Erdeinsatz ersetzt sind. So sei sichergestellt, dass die bei den Testfahrten erzielten Ergebnisse auf den Asimov R3 übertragen werden könnten, aber die Kosten niedriger gehalten werden können.

Es sei das erste Mal, dass die Öffentlichkeit in die Tests eines Mondfahrzeugs einbezogen werde, erklären die Part Times Scientists. Die Teilnehmer erhalten am Ende ein Zertifikat und können die Daten, die sie generiert haben, herunterladen. Die Aktion soll im Oktober starten und wird einen Monat dauern, insgesamt stehen 18.000 Slots zur Verfügung. Gefahren wird 23 Stunden am Tag. Eine Stunde ist für die Wartung der Rover vorgesehen.

... nach Tests als Belohnung

Wer mehr spendet, erhält außer der RRE-Teilnahmeberechtigung auch Teile des Rovers: Für 250 US-Dollar gibt es ein Rad von Asimov. Für 500 US-Dollar eine einfache Ausführung des Rovers, Asimov R0, als Bausatz. Die Testfahrzeuge können ebenfalls erworben werden, für 7.500 US.-Dollar pro Stück. Im Angebot stehen fünf Stück, die nach Abschluss des RRE-Programms im November ausgeliefert werden. Die Part Times Scientists möchten für ihre Mondfahrt über Kickstarter 100.000 US-Dollar aufbringen. Die Aktion läuft noch bis zum 23. August.

Der Google Lunar X-Prize wurde von Google und der X-Prize-Foundation ausgeschrieben . Ziel ist es, bis zum 31. Dezember 2014 einen Roboter weich auf dem Mond landen zu lassen. Er soll sich dann mindestens 500 Meter vom Landeplatz wegbewegen und Bilder, Videos sowie Daten zur Erde funken. Als Preisgeld sind 20 Millionen US-Dollar ausgesetzt, das Geld reduziert sich allerdings um 5 Millionen US-Dollar, wenn eine staatlich finanzierte Mission vorher auf dem Mond landet - das wird im Laufe des Jahres 2013 sein. Der Wettbewerb endet am 31. Dezember 2015.


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