Parrot Minidrones: Spaß zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Seine Minidrones-Serie bezeichnet Parrot selbst als Hightech-Spielzeug. Und trotz der vergleichsweise hohen Preise sollen von diesen Modellen seit dem vergangenen Jahr 600.000 Stück verkauft worden sein. Das war anscheinend Motivation genug, die Produktpalette zu vergrößern. Die neuen Flug- und Fahrmodelle haben jeweils neue Fähigkeiten erhalten, das Bootsmodell ist hingegen neu – zumindest im Prinzip, denn der Antrieb basiert auf bekannter Technik. Geübte Drohnenpiloten müssen trotzdem umlernen, wie wir feststellen mussten.

Fliegen mit dem Lastenschlepper und dem Glühwürmchen
Die Airborne Cargo und Night genannten Flugdrohnen entsprechen weitgehend dem Vorgänger Rolling Spider. Der Akku soll nun eine Minute länger durchhalten, statt 8 Minuten mindestens 9. Das deckt sich auch mit unserem Eindruck. Die Steuerung erfolgt per Bluetooth, kleine Flugkunststücke lassen sich per Knopfdruck über die Smartphone-App auslösen. Die Drohne verhält sich beim Flug wie bei Parrot üblich gutmütig und sehr stabil. Die eingebaute Kamera im Boden nimmt weiterhin nur in VGA-Auflösung auf und speichert sie im internen, 1 GByte großen Speicher der Drohne. Eine Liveübertragung des Bildes oder gar Video ist weiterhin nicht möglich.





Die Spezialität des Cargos sind seine Noppen an mehreren Punkten des Chassis und Gehäuses – die nicht zufällig kompatibel zu Legosteinen sind. Allzu viele Legosteine können aber nicht an der Drohne verbaut werden. Das Limit soll bei rund 10 Gramm liegen. Das entspricht dem Zusatzgewicht, das beim Rolling Spider die optionalen "Fahrräder" hatten. Das Night-Modell ist hingegen mit zwei recht hellen LEDs an der Front ausgerüstet, die nicht nur vor sich hin leuchten können, sondern auch blinken. Inwieweit sich aktivierte LEDs auf die Akkulaufzeit auswirkten, konnten wir leider nicht herausfinden.
Flott unterwegs oder besonders helle
Auch bei den beiden Fahrzeugen Jumping Night und Jumping Race fallen die Unterschiede zum Vorgänger nicht sofort ins Auge. Das Design wirkt aggressiver. An der Akkulaufzeit von rund 20 Minuten hat sich nichts geändert. Die Anbindung an das steuernde Smartphone oder Tablet erfolgt per WLAN auf 2,4 oder 5 GHz. Auch die beiden neuen Modelle können dank einer Spezialkonstruktion am Heck in die Höhe springen. Das Night-Modell schafft bis zu 80 cm Sprunghöhe, das Race-Modell bis zu 75 cm.
Neu sind das eingebaute Mikrofon und der Lautsprecher. Zusammen mit dem live übertragenen Videobild aus der Frontkamera ergibt das je nach Standpunkt eine simple Lösung zur Überwachung von Familienmitgliedern oder eine unterhaltsame Telepräsenz-Lösung. Praktisch ist die nunmehr vorhandene Möglichkeit, aufgenommene Bilder und Videos auf dem Fahrzeug selbst zu speichern und nicht mehr über das Smartphone. 4 GByte Speicher stehen dafür zur Verfügung.
Das Night-Modell hat als Zusatzfunktion zwei leuchtstarke LEDs mit verstellbarer Helligkeit, welche die Aufnahmen der Frontkamera ausleuchten können. Das Race-Modell hingegen verzichtet auf weitere Extras und soll vor allem schnell sein. Parrot spricht von einer Spitzengeschwindigkeit von 13,5 km/h. Das ist fast doppelt so schnell wie das Night-Modell. Ein echtes Rennfeeling mag sich bei uns trotzdem nur bedingt einstellen. Slides um Kurven und durchdrehende Räder verhindert zum einen die Software, zum anderen der einachsige Antrieb.
Spaß mit dem fliegenden Boot
Das Hydrofoil genannte Bootsmodell besteht aus einem Rumpf mit zwei Auslegern, jeweils aus Styropor. Insbesondere der Rumpf besteht dabei nicht nur aus geraden Schnitten, sondern ist tatsächlich hydrodynamisch ausgeformt. Auf dem Rumpf befindet sich ein Klapparm aus Kunststoff. Dieser nimmt eine Flugdrohne auf, die technisch weitgehend den übrigen Drohnen entspricht, aber auf deren Extras verzichtet.
Solange das Boot nicht beschleunigt wird, liegt die Drohne auf dem Rumpf auf. In diesem Zustand kann sich das Boot um die eigene Achse drehen, ohne dabei die Position zu ändern. Wird das Boot beschleunigt, klappt der Arm allein durch die höhere Umdrehungszahl der Rotoren nach oben und wirkt dann wie klassischer Propeller. Wir hatten Spaß mit dem Hydrofoil, es ist gut zu steuern. Und dank der Fähigkeit, sich im Stand zu drehen, müssen auch Anfänger keine Angst davor haben, sich in eine Ecke des Swimmingpools zu manövrieren und nicht wieder herauszukommen. Der Swimmingpool sollte aber nicht allzu klein sein, der Wendekreis des Hydrofoil ist doch recht groß. Außerdem eignet sich das Modell nur bedingt für einen Ausflug zum Baggersee oder raueren Gewässern. Soweit es für uns erkennbar war, verfügt die eingesetzte Drohne nicht über einen besonderen Schutz gegen eindringendes Wasser.
Verfügbarkeit und Preise
Alle neuen Modelle sollen in verschiedenen Farbkombinationen ab Ende Juli/Anfang August in den Handel kommen. Alle können über die kostenlose Freeflight-App von Parrot gesteuert werden. Die Flugdrohne Airborne Cargo soll 99 Euro kosten, das Night-Modell ist mit 129 Euro deutlich teurer. Die beiden Fahrmodelle kosten jeweils 199 Euro. Das Bootsmodell ist mit 169 Euro etwas preiswerter, obwohl es zwei Modelle in einem vereint.
Alte Modelle weiter verfügbar
Die Vorstellung der neuen Modelle kam durchaus überraschend. Bei seinen großen Kameradrohnen, der AR.Drone und der Bepop , ließ sich Parrot je zwei Jahre Zeit, ein neues Modell vorzustellen. Die ersten Mini-Drohnen wurden hingegen erst 2014 vorgestellt und bekommen jetzt schon Nachfolger. Diese älteren Modelle sollen aber weiterhin verfügbar sein.



