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Parrot Bebop 2 angetestet: Länger und schneller fliegen

Die neue Drohne von Parrot kann länger in der Luft bleiben und eine vorgefertigte Strecke abfliegen. Wir haben uns angesehen, ob sich der Kauf lohnt.
/ Alexander Merz
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Parrot Bebop 2 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Parrot Bebop 2 Bild: Martin Wolf/Golem.de

Es wirkt wie die obligatorische Flugmission in Call of Duty, nicht einmal das Fadenkreuz fehlt: Das geht uns als Erstes durch den Kopf, als wir die Videobrille aufhaben. Was wir sehen, ist allerdings nicht gerendert, sondern das Videobild der Kamera in der neuen Drohne von Parrot, der Bebop 2. Auf einer Vorstellungsveranstaltung haben wir die neue Drohne einige Minuten ausprobiert.

Das Videosignal erhält die Videobrille über HDMI vom Skycontroller. Mit dem neuen schwarzen Skycontroller scheuchen wir die Drohne durch die Halle. Unsere anfängliche Befürchtung, beim Flug per First-Person-View-Headset (FPV) seekrank zu werden, ist unbegründet. Trotz hektischer Steuermanöver sorgt der Bildstabilisator stets für ein ruhiges Bild. Auch fliegt sich die Drohne wie schon der Vorgänger butterweich und liegt stabil in der Luft. Einziger Nachteil des Fluges per FPV ist die leichte Latenz der Anzeige. So trauen wir uns nicht, die Geschwindigkeit voll auszureizen. Immerhin soll die Drohne jetzt bis zu 60 km/h schnell fliegen können, vorausgesetzt, es gibt keinen Gegenwind. Neu ist die FPV-Funktion allerdings nicht, es gab sie schon bei den früheren Skycontrollern .

Parrot Bebop 2 vorgestellt - Bericht
Parrot Bebop 2 vorgestellt - Bericht (01:21)

Langer Flug mit bekannter Technik

Ansonsten hat sich auch bei den technischen Daten im Vergleich zum Vorgänger wenig geändert. Die Bebop 2 ist etwas größer, die Schutzbleche des Vorgängers sind verschwunden. Die Kamera hat immer noch einen 14-Megapixel-Sensor. Dessen Auflösung wird aber nicht voll ausgereizt, sondern künstlich auf Full-HD beschränkt. Die Reserve wird zur Bildstabilisierung verwendet und dient im Zusammenhang mit dem Fischaugen-Objektiv für Kameraschwenks, ohne die Drohne selbst zu bewegen. Die Aufnahmen werden weiterhin auf einem fest verbauten 8 GByte großen Flash-Baustein gespeichert.

Die größte Änderung gibt es beim Akku. Musste der Vorgänger noch mit einer Akkuladung von 1.200 mAh auskommen, ist sie beim Nachfolger mehr als doppelt so groß und beträgt 2.700 mAh. Statt auf 8 bis 12 Minuten Flugzeit soll die Bebop 2 damit auf bis zu 25 Minuten kommen. Wie sich während unseres Tests zeigt, ist die Angabe realistisch. Das ist auch deswegen bemerkenswert, weil die neue Drohne rund 100 Gramm mehr wiegt.

Was wir leider während unseres Tests nicht prüfen konnten, ist die Qualität des Videomaterials. Da sich aber bei der Aufnahmetechnik offenbar nichts geändert hat, sollten unsere Testergebnisse der ersten Bebop immer noch gültig sein.

Lang erwartetes Feature endlich verfügbar

Neben der neuen Drohne und dem schwarzen Skycontroller zeigte Parrot außerdem ein lang erwartetes Feature: Mit Hilfe der Flight-Plan-App kann jede Drohne von Parrot mit GPS eine festgelegte Strecke abfliegen. Dabei kann nicht nur die Strecke definiert werden, sondern auch das Verhalten der Drohne an verschiedenen Punkten.

Preis und Verfügbarkeit

Die Bebop 2 und der neue Skycontroller sind ab dem 14. Dezember im Handel erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung für die Drohne allein beträgt rund 550 Euro. Den Skycontroller gibt es vorerst wieder nur in Kombination mit der Drohne, im Paket kosten sie rund 950 Euro. Damit ist der empfohlene Preis der Drohne auf den ersten Blick höher als beim Vorgänger, das relativiert sich aber hinsichtlich der längeren Akkulaufzeit. Der schwarze Skycontroller ist dagegen preiswerter als die bisherigen Modelle, ohne dass ein funktionaler Unterschied zu ihnen erkennbar ist.

Überraschenderweise kostet auch das Flight-Plan-Feature Geld. Es ist als In-App-Kauf in der Freeflight-App sowohl für iOS als auch Android verfügbar und kostet knapp 20 Euro.

Fazit

Wer bereits eine Bebop und diverse Zusatzakkus besitzt, muss nicht unbedingt neidisch auf den Nachfolger schauen. Mit Ausnahme der Akkukapazität unterscheidet sich das neue Modell nicht viel vom alten.

Interessant wird die neue Drohne vor allem für diejenigen, die sich für automatisierte Flüge per Flight Plan interessieren. Auch wenn das mit anderen Drohnen von Parrot ebenfalls funktioniert - erst im Zusammenspiel mit der langen Akkulaufzeit dürfte die Funktion ihren maximalen Nutzen entfalten.

Wer häufig Videos aufnehmen will, sollte über ein FPV-Headset nachdenken - und dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen beachten. Zwar bietet es nur eine 2D-Ansicht, weshalb es gelegentlich schwerfällt, Entfernungen einzuschätzen. Trotzdem vereinfacht der Blick aus dem virtuellen Cockpit zusammen mit dem Skycontroller die Steuerung der Drohne und Ausrichtung der Kamera deutlich.


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