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Parasiten: Zecken werden von statischer Elektrizität angezogen

Zecken können nicht springen, sie werden durch statische Aufladung durch die Luft transportiert. So können sie einfacher ihren Wirt befallen.
/ Patrick Klapetz
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Eine Zecke auf einem Blatt - auf dem Weg zu ihrem Wirt? (Bild: Pixabay)
Eine Zecke auf einem Blatt - auf dem Weg zu ihrem Wirt? Bild: Pixabay

Ein Forschungsteam(öffnet im neuen Fenster) der Universität Bristol im Südwesten von England hat untersucht, wie Zecken ihre Wirte auswählen und ansteuern. Sie werden durch die elektrische Aufladung durch Luftlöcher angezogen, die ihre Wirte auf natürliche Weise ansammeln. Die Luftspalten sind um ein Vielfaches größer als die Parasiten selbst.

Das Team geht davon aus, dass dies die Effizienz bei der Suche nach Wirten erhöht, die sie befallen können. Zecken können nicht springen, entsprechend sei dies der einzige Mechanismus, mit dem sie mit Wirten in Kontakt kommen können.

Die Entdeckung ist das erste bekannte Beispiel dafür, dass statische Elektrizität bei der Anheftung eines Tiers an ein anderes Lebewesen eine Rolle spielt. "Wir wussten, dass viele Tiere und Menschen erhebliche elektrostatische Ladungen ansammeln können", erklärt Sam England in einer Pressemitteilung der Universität Bristol(öffnet im neuen Fenster). England ist Erstautor der Studie. Da Zecken eine Vielzahl von Krankheiten übertragen, sei es wichtig, deren Verhalten zu verstehen und zu verhindern.

Statische Aufladung passiert ganz natürlich

"Wir bekommen einen statischen Schock, nachdem wir auf einem Trampolin gesprungen sind oder wenn wir zum Beispiel einen Luftballon an unseren Haaren reiben. Elektrostatische Aufladung geschieht aber auch bei Tieren, wenn sie sich in der Natur an Gras, Sand oder anderen Tieren reiben", erklärt der Hauptautor.

Die Aufladungen können laut dem Wissenschaftler mehrere Hundert bis mehrere Tausend Volt entsprechen. Das entspreche mehr Spannung als aus der Steckdose kommt. Ob die statischen Ladungen anziehend oder abstoßend auf andere statische Ladungen wirken, hängt davon ab, ob diese positiv oder negativ geladen sind. Das Forscherteam hat sich gefragt, ob diese Ladung auch Zecken durch die Luft auf andere Tiere heben kann.

Das Team testete die Idee zunächst, indem es statisch aufgeladene Kaninchenfelle und andere Materialien in die Nähe von Zecken brachte und beobachtete, ob diese davon angezogen werden. Tatsächlich wurden die Zecken über Luftspalten mehrere Millimeter oder Zentimeter durch die Luft gezogen. Würde man diese Strecke auf den Menschen übertragen, entspräche das einem mehrere Stockwerke hohen Sprung.

Im weiteren Versuchsaufbau platzierte das Team die Zecken unter einer Elektrode mit einem Luftspalt dazwischen. Die Forscher erhöhten die "Ladung der Elektrode, bis die Zecken von der Elektrode angezogen wurden", erklärt Sam England. Die minimale Stärke des elektrischen Feldes stimmte mit der berechneten Spannung von Tieren und ihrer Umgebung überein. "Daher ist es wahrscheinlich, dass Zecken in der Natur durch statische Elektrizität auf Wirte angezogen werden", schlussfolgert England.

Auch andere Parasiten wie Milben, Flöhe oder Läuse könnten durch statische Ladung durch die Luft transportiert werden. Das muss noch erforscht werden. Um Bisse und damit übertragene Krankheiten zu vermeiden, könnte die Entwicklung eines antistatischen Sprays helfen, heißt es in der Pressemitteilung. Nun will das Team herausfinden, ob Zecken auch die sich nähernde elektrostatische Ladung ihrer potenziellen Wirte spüren können und sich entsprechend zu ihnen hinbewegen.

Zur Studie

Die Studie wurde im Fachmagazin Current Biology am 30. Juni 2023 veröffentlicht und heißt Static electricity passively attracts ticks onto hosts(öffnet im neuen Fenster) (Statische Elektrizität zieht Zecken auf den Wirt).


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