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Parallels Access ausprobiert: OSX und Windows auf dem iPad

Mit Access bietet Parallels jetzt eine Software an, die Windows- und OSX-Programme auf das iPad spiegelt. Dort können sie wie native iOS-Apps bedient werden, was wir uns angeschaut haben.
/ Tobias Költzsch
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Parallels Access auf einem iPad Mini (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
Parallels Access auf einem iPad Mini Bild: Michael Wieczorek/Golem.de

Der Hersteller von Parallels Desktop hat mit Access(öffnet im neuen Fenster) eine neue Software vorgestellt, die ein iPad mit einem PC verbindet und Windows- und OSX-Programme auf dem Tablet wiedergibt. Diese werden dort wie native iOS-Apps dargestellt, Nutzer können sie zudem mit den bekannten Gesten wie Pinch-Zoom bedienen. Auch bei geringer Internetbandbreite soll es laut Parallels nicht zu nennenswerten Verzögerungen bei der Übertragung vom PC kommen.

Parallels Access ausprobiert
Parallels Access ausprobiert (01:18)

Um Parallels Access zu nutzen, müssen eine App auf dem iPad und ein Programm auf dem Windows-Rechner oder dem Mac installiert werden. Nach der Registrierung bei Parallels hat uns die iPad-App gleich unsere verbundenen Rechner angezeigt. Auf Knopfdruck wird die Verbindung zum ausgewählten Rechner hergestellt. Die Installation ist problemlos und dauerte bei uns nicht länger als fünf Minuten.

Komfortable Benutzeroberfläche

Der PC-Bildschirm wird mit Access nicht komplett auf das iPad gespiegelt, stattdessen gibt es eine eigene Benutzeroberfläche. Auf diesem App Launcher werden die auf dem PC installierten Programme wie App-Icons angezeigt. Nutzer müssen nicht wie bei anderen Remote-Lösungen kleine Schaltflächen auf dem Desktop drücken, sondern haben eine dem iPad angepasste Nutzeroberfläche. Diese ist komfortabler zu bedienen.

Zwischen den ausgeführten Programmen wechselt der Nutzer mit Hilfe des App Switchers: Auf Knopfdruck wird am unteren Bildschirmrand eine Übersicht aller offenen Programme angezeigt, die gerade auf dem Windows-PC oder Mac laufen. Hier können Programme auch geschlossen werden. Der App-Switcher-Knopf befindet sich auf einer Leiste am rechten Bildschirmrand, die zusätzlich Zugang zum App Drawer, den Einstellungen und der Bildschirmtastatur ermöglicht. Mit einem Wisch kann die Leiste ausgeblendet werden.

Bedienung wie beim iPad

Ein gestartetes Programm wird wie eine herkömmliche iPad-App im Vollbild dargestellt. Bedient wird es wie eine normale iOS-App, stark umstellen muss sich der Nutzer nicht. Ein einfaches Tippen entspricht dem Mausklick, ein Doppel-Tipper dem Doppelklick. Legt der Nutzer zwei Finger auf das Display, wird ein Rechtsklick ausgeführt. Gescrollt wird wie gewohnt, auch der Pinch-Zoom funktioniert, wenn das jeweilige Programm dies unterstützt. Bei Programmen wie Chrome erfolgt der Zoom stufenweise. Text gibt der Nutzer über eine Bildschirmtastatur ein.

Ruckelfreie Übertragung

Sowohl mit Windows als auch OSX läuft die Übertragung an unser iPad Mini in einem WLAN-Netzwerk problemlos. Parallels Access kann auch unterwegs genutzt werden, dann erfolgt die Übertragung über eine mobile Datenverbindung. Ab und an erscheint das Bild kurz etwas schlechter aufgelöst. Die PC-Programme lassen sich ruckelfrei nutzen, auch Spiele werden flüssig wiedergegeben. Allerdings funktioniert hier die Steuerung nicht immer zuverlässig, Diablo 3 wird zudem zwar gestartet, aber nicht auf dem iPad Mini angezeigt.

Die vom iPad gewohnte Bedienung funktioniert gut. Texte können wie gewohnt kopiert und eingefügt und dabei auch zwischen Windows-, Mac- und iOS-Programmen ausgetauscht werden. Kleine Schaltflächen lassen sich dank einer Bildschirmlupe leichter treffen. Die Funktion Smart Tab soll zudem erkennen, wenn der Nutzer sich vertippt hat, und dann die eigentlich gewollte Funktion starten. Unter Windows gibt es ab und zu Probleme mit der Kopieren-Funktion, diese Verbindungsmethode befindet sich aber auch noch im Betastatus.

Die iOS-App für Parallels Access ist kostenlos, pro verbundenem Rechner fallen jedoch 70 Euro Jahresgebühr an. Nutzer können die Funktion zunächst testen, der Testzeitraum für Mac-Verbindungen beträgt 14 Tage, für Windows-Rechner 90 Tage. Aufgrund der Beta-Testphase kann hier momentan noch kein Abo abgeschlossen werden. Ein Mac muss mindestens OSX 10.7 haben, auf einem Windows-Rechner muss mindestens Windows 7 laufen.

Fazit

Parallels Access ist eine interessante Lösung, um störungsfrei Mac- und Windows-Inhalte auf ein iPad zu bringen. Gut gefallen hat uns die Möglichkeit, die Programme wie eine native iOS-App zu bedienen, inklusive Copy-and-Paste zwischen allen Systemen. Spiele lassen sich hingegen oft nicht korrekt steuern.

Dieser Funktionsumfang hat jedoch auch seinen Preis: Mit 70 Euro Jahresgebühr pro verbundenem Rechner gehört Parallels Access nicht zu den günstigsten Remote-Programmen.


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