Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Papst Leo XIV.: Vatikan muss sich lateinische Wörter für Enzyklika ausdenken

In seiner ersten Enzyklika widmet sich Papst Leo XIV. Tech-Unternehmen – bislang aber noch nicht auf Latein: Viele Wörter fehlen noch.
/ Tobias Költzsch
2 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV., Magnifica humanitas (Bild: Alberto PIZZOLI / AFP via Getty Images)
Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV., Magnifica humanitas Bild: Alberto PIZZOLI / AFP via Getty Images

Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV., Magnifica humanitas, ist aktuell bereits in einigen Sprachen verfügbar – nicht aber in einer der beiden Amtssprachen des Vatikans. An der lateinischen Übersetzung werde aktuell noch gearbeitet, berichtet der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die Katholische Nachrichtenagentur KNA.

Demnach wird eine lateinische Fassung erst nach der Sommerpause erwartet. Grund ist, dass viele der im Text enthaltenen modernen Wörter keine Entsprechungen im Lateinischen haben. Latinisten müssen also erst Neologismen schaffen, also neu gebildete Wörter, die auch Sinn ergeben.

Neologismen sind in der lateinischen Sprache nichts Unübliches. So erschien im Jahr 2004 Patrick Süskinds Roman Das Parfum in einer lateinischen Version, der eine umfangreiche Liste von Neuschöpfungen beiliegt. Auch der erste Teil der Harry-Potter-Buchreihe ist auf Latein erhältlich.

Einige Wörter machen den Übersetzern offenbar Schwierigkeiten

Welche Wörter die Latinisten neu erschaffen müssen, ist nicht bekannt. Einige wichtige Formulierungen wie etwa KI lassen sich leicht ins Lateinische übersetzen (intellegentia artificialis(öffnet im neuen Fenster)). Auch der moderne Begriff des Computers lässt sich leicht auf Latein ausdrücken. Bei anderen Wörtern beziehungsweise Formulierungen ist das aber offenbar schwieriger. In der lateinischen Version der Wikipedia(öffnet im neuen Fenster) dürften sich entsprechende Begriffe vielfach schon finden.

Magnifica humanitas(öffnet im neuen Fenster) ist die erste Enzyklika des aus den USA stammenden Papstes. Nach einer Einleitung, in der Leo XIV. die Prinzipien der Soziallehre der katholischen Kirche darlegt, geht er auf das Verhältnis zwischen Menschen und Technologie ein, vor allem hinsichtlich KI.

Dabei fordert der Papst etwa, Algorithmen und digitale Plattformen als Allgemeingüter zu behandeln und nicht als das Eigentum weniger Konzerne. Technikfeindlich ist die Enzyklika nicht, weist aber darauf hin, dass bestimmte Technologien kontrolliert werden sollten.


Relevante Themen