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Klimabilanz von E-Autos: Die Auto-Lüge der EU gibt es nicht

Schon vor der Veröffentlichung hat ein Papier zur Klimabilanz von E-Autos politischen Wirbel verursacht. Die Erkenntnisse sind aber nicht neu und eher trivial.
/ Friedhelm Greis
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Die TU München hält E-Autos für die effizienteste Antriebsform. (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Die TU München hält E-Autos für die effizienteste Antriebsform. Bild: Friedhelm Greis/Golem
Inhalt
  1. Klimabilanz von E-Autos: Die Auto-Lüge der EU gibt es nicht
  2. Forscher: E-Autos am effizientesten

Wie klimafreundlich sind Elektroautos wirklich? Diese Frage wird seit dem Hochlauf der E-Mobilität kontrovers diskutiert. Ebenso hart wird darum gestritten, ob es sinnvoll ist, batterieelektrische Autos als klimaneutrale Antriebsform einzustufen. Forscher der Technischen Universität (TU) München fordern nun in einem 93-seitigen Whitepaper(öffnet im neuen Fenster) (PDF), die Klimapolitik im Autobereich stärker an der Klimabilanz des kompletten Lebenszyklus auszurichten.

Schon vor der Veröffentlichung löste das Papier politischen Wirbel aus. Die Bild sprach(öffnet im neuen Fenster) von der "Auto-Lüge der EU" und von "politischem Sprengstoff", weil die Wissenschaftler zu einer sensationellen Erkenntnis gelangt sein sollen(öffnet im neuen Fenster): "E-Autos sind nicht CO2‑frei und damit auch nicht klimaneutral!" Potzblitz, wie konnte das nur jahrelang übersehen worden sein.

Die banale Erkenntnis hielt Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) nicht davon ab, ein weiteres Mal das Aus vom Verbrenner-Aus zu fordern. Dieses Mal sogar mit dem Segen der Wissenschaft. Dabei hat die TU München gar nicht selbst geforscht, sondern nach eigenen Angaben 19 Studien mit 47 modellierten Szenarien ausgewertet.

Forderung: Klimabilanz am Lebenszyklus ausrichten

Die Forscher kommen zu dem Schluss: Die EU solle sich beim Klimaschutz im Verkehr stärker auf den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge konzentrieren. Denn die Tatsache, dass ein E-Auto im Betrieb kein CO2 ausstoße, bedeute nicht, dass es klimaneutral hergestellt und betrieben werde.

Zudem sei es wichtiger, im Verkehr zwar auf den Einsatz von fossilen Kraftstoffen zu verzichten, jedoch keine komplette Dekarbonisierung anzustreben. Was bedeutet, dass synthetisch und klimaneutral hergestellte Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, künftig eingesetzt werden sollten.

Das alles ist so trivial, dass das White Paper im Grunde keine Berichterstattung verdient. Denn die EU will bis zum Jahr 2050 bekanntlich klimaneutral werden. Das setzt voraus, dass industrielle Prozesse wie die Produktion von Batteriezellen und von gesamten Fahrzeugen ebenfalls klimaneutral sind. Auch der Strommix zum Betrieb von E-Autos sollte aus erneuerbaren Quellen stammen.

Die Forderungen aus dem White Paper enthalten daher keine Argumente gegen das E-Auto. Im Gegenteil.


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