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Forscher: E-Autos am effizientesten

Selbst Markus Söder kann nicht leugnen, dass die E-Autos elektrischen Strom effizienter nutzen als mit E-Fuels betriebene Verbrenner. Daher ist es wichtig, den verfügbaren grünen Strom nicht für ineffiziente Systeme zu verwenden. Die Forscher kommen abschließend selbst zum Schluss, dass der batterieelektrische Antrieb "unter den aktuellen Bedingungen in der EU einen Effizienzvorteil aufweist".

Zudem betreiben Hersteller teilweise schon große Anstrengungen, um die Klimabilanz der Autoproduktion zu verbessern. Die Auswertung der TU München ergibt, dass manche E-Autos den CO2-Ausstoß im Vergleich zu einem Verbrenner um 89 Prozent reduzieren. In anderen Fällen sei jedoch eine Mehrbelastung von 21 Prozent zu verzeichnen. Die durchschnittliche Reduzierung beträgt 41 Prozent.

Im Whitepaper wird daher vorgeschlagen, die Klimabilanz in drei Phasen von den Abgasen auf den Lebenszyklus umzustellen:

  1. Einführung einer verpflichtenden Lebenszyklus-Berichterstattung, ohne diese zunächst an verbindliche Grenzwerte zu knüpfen (2026 bis 2029)
  2. Einführung einer leistungsbasierten Anrechnung, sobald die Berichterstattung einen vergleichbaren Datensatz geliefert hat (2029 bis 2032)
  3. schrittweise Einführung verbindlicher, auf dem Lebenszyklus basierender Grenzwerte ab 2032 (ab 2032)

Diese Vorgaben sind in der Tat technologieoffen. Denn sie verknüpfen die Klimabilanz nicht mit dem Antrieb, sondern mit den tatsächlichen CO2-Emissionen bei Produktion und Nutzung von Autos. An der Problematik der Verbrennertechnik ändert sie jedoch nichts. Elektroautos bleiben effizienter, leiser und sauberer im Betrieb.

Angesichts der Fortschritte der Akkutechnik werden sie bis zum Jahr 2035 vermutlich auch günstiger in der Anschaffung und erst recht im Betrieb sein. Es dürfte daher weder den Verbrauchern noch der Autoindustrie helfen, den Umstieg so lange wie möglich hinauszuzögern.

Nachtrag vom 1. September 2026, 21:33 Uhr

Kritik an dem Papier kam sogar aus der TU München selbst. Autoexperten wie er seien in das Werk nicht eingebunden worden, schrieb Professor Markus Lienkamp, der den Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik leitet, nach Angaben des Spiegel(öffnet im neuen Fenster) (Paywall). Die Autoren – ein Materialforscher, ein Experte für Kreislaufwirtschaft und ein Professor für Internationale Beziehungen – seien "methodisch ausgewiesen, aber nicht in der Domäne Automobil erfahren. (...) Relevante Professoren der TUM, wie Andreas Jossen, Malte Jaensch, Thomas Hamacher und Markus Lienkamp, wurden nicht eingebunden."

Dem Bericht zufolge wurde das Papier laut Lienkamp nicht nach wissenschaftlichen Standards von Fachkollegen geprüft. "Ich hätte als Reviewer das Paper (...) zur Überarbeitung zurückgewiesen", schreibt Lienkamp demnach. Denn damit werde "alter Wein in nicht besonders attraktiven Schläuchen serviert".

Abschließend hält Lienkamp fest: "Das Elektroauto ist die einzige langfristige Lösung zur Reduzierung der CO2-Emissionen." Zwar besage das die Studie der Universitätskollegen im Kern – nur die Zusammenfassung enthalte merkwürdigerweise andere Schlüsse.


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