Auf dem Raspberry Pi nur über Umwege nutzbar

Golem.de: Kann man einen Raspberry Pi mit Paperino verbinden?

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Poser: Momentan funktioniert das mit der Paperino Library nur über Umwege. Diese ist in der Wiring-Sprache geschrieben, einer in der Programmiersprache C geschriebenen Bibliothek speziell für Arduino. Es gibt aber bei der Cloud-Plattform Particle zum Beispiel die Möglichkeit, Arduino-Code auf Raspberry Pi laufen zu lassen.

Jahn: Unser Projekt ist außerdem Open Source. Wer technisch versiert genug ist, kann sich also gerne unsere auf Github veröffentlichte Library nehmen und als Linux-Treiber auf den Raspberry Pi portieren.

  • Fertige Platinen (Bild: Paperino)
  • Anfangs bauten die zwei Entwickler ihre Platinen noch selbst. (Bild: Paperino)
  • Die Controllerplatine ohne Display (Bild: Paperino)
  • Das E-Paper-Display mit aufgestecktem Arduino-Board (Bild: Paperino)
  • Markus (l.) und Robert, die Gründer des Projekts (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Ein erster Prototyp des Paperino (Bild: Paperino)
  • Ein erster Prototyp des Paperino (Bild: Paperino)
  • Ein erster Prototyp des Paperino (Bild: Paperino)
Ein erster Prototyp des Paperino (Bild: Paperino)

Golem.de: Das ist schon mal eine gute Nachricht für Arduino-Bastler. Wird es denn in Zukunft auch andere Displaygrößen als 1,1 Zoll geben - etwa 10 oder 7 Zoll?

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Poser: Wir sind am Überlegen, das zu machen, allerdings in kleinen Schritten - 10 Zoll wäre schon ein sehr großer Schritt. Unser Ansatz war es, das System so einfach wie möglich zu halten. Und der nächste Schritt wäre erst einmal, statt eines 1-Zoll- 2-Zoll-, 3-Zoll- und 4-Zoll-Displays zu bauen.

Golem.de: Welche Vorkenntnisse sind nötig, um Paperino zu verwenden?

Poser: Es war wirklich das Ziel, dass man mit acht Zeilen Hallo-Welt-Code das Board erst einmal zum Laufen kriegt. Und dann haben wir auf dem Entwicklerportal Github für die allerersten Schritte weitere Beispiele hochgeladen. Das ist eine Art Tutorial, in dem man lernt, wie beispielsweise Graustufen eingestellt werden und was es für Update-Modi beim E-Paper-Display gibt.

Golem.de: Was sind die Schritte vom Konzept bis zum fertigen Produkt? Welche Hürden müssen genommen werden?

Jahn: Dadurch, dass wir ja bereits mit E-Paper-Displays gearbeitet haben, hatten wir natürlich ein gewisses Vorwissen. Allerdings hatten wir keine Ressourcen, auf die andere nicht auch hätten zugreifen können. Die Displays kommen mit einer Referenzschaltung. Der erste Schritt ist es also, erst einmal diese mit einem Mikrocontroller nachzubauen und zu schauen, ob das Display überhaupt geschaltet werden kann. Von diesem krude handgelöteten und gesteckten Aufbau sind wir dann Schritt für Schritt zum fertigen Produkt gekommen.

Golem.de: Und die Hersteller dafür findet man wahrscheinlich in China, oder?

Jahn: Klar, die Bestückung der Leiterplatten haben wir in China machen lassen. Wir hatten erst vor, das selbst per Hand zu machen und hatten einen Prototyp mit zehn Stück laufen, neun davon funktionsfähig. Wir haben dann gemerkt: Mit 90 Prozent Ausbeute und der Zeit, die wir dafür gebraucht haben, ist das wohl nicht machbar.

Daher haben wir unsere Daten dem Partnerunternehmen PCBway geschickt. Das hat dann von der Materialbeschaffung bis zur fertigen Platine alle Schritte übernommen. Wir mussten nur noch unsere Displays einkleben und Funktionstests durchführen.

  • Fertige Platinen (Bild: Paperino)
  • Anfangs bauten die zwei Entwickler ihre Platinen noch selbst. (Bild: Paperino)
  • Die Controllerplatine ohne Display (Bild: Paperino)
  • Das E-Paper-Display mit aufgestecktem Arduino-Board (Bild: Paperino)
  • Markus (l.) und Robert, die Gründer des Projekts (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Ein erster Prototyp des Paperino (Bild: Paperino)
  • Ein erster Prototyp des Paperino (Bild: Paperino)
  • Ein erster Prototyp des Paperino (Bild: Paperino)
Anfangs bauten die zwei Entwickler ihre Platinen noch selbst. (Bild: Paperino)

Golem.de: Das klingt ja nicht unüberwindbar schwierig. Gab es denn Probleme wie beispielsweise eine Sprachbarriere?

Jahn: Die Kommunikation lief über E-Mail. Das ging schnell und unsere chinesischen Partner haben eigentlich immer alles verstanden. Klar musste man manche Sachen anders formulieren, aber auf Englisch ging das eigentlich recht gut.

Probleme hatten wir eher am Ende, wenn es beispielsweise um den Zoll ging. Das sind Dinge, an die man anfangs nicht denkt: Da muss Zoll gezahlt, dort eine Einfuhrumsatzsteuer abgegeben werden. Das ist eine Falle, in die man relativ schnell tappen kann.

Golem.de: Auf der Crowdfunding-Plattform Crowd Supply haben Sie für Paperino etwa 6.000 US-Dollar gesammelt. War es schwer, die Crowdfunding-Finanzierung zu bekommen?

Jahn: Am Ende ist es nicht so schwer, wie es aussieht! Das lag bei uns auch an der Crowdfunding-Seite Crowd Supply, die sich von anderen Crowdfunding-Seiten wie Kickstarter unterscheidet. Die Plattform ist speziell nur auf Hardwareprojekte ausgelegt. Daher wird genau unsere Zielgruppe angesprochen und nicht jeder, wie bei Kickstarter. Wir wurden von ihnen außerdem unterstützt. Wir haben eine Art Mentor zur Seite gestellt bekommen.

Wir mussten uns mit unserem Prototyp bewerben. Vor dem Start einer Kampagne durchläuft man diesen Prozess. Am Ende wurde uns auch die große Aufgabe abgenommen, alle einzelnen Pakete an die Backer zu liefern. Das ist eines der großen Probleme, das wir bei fehlgeschlagenen Projekten herauslesen - dass der Aufwand der Lieferung unterschätzt wird.

Golem.de: Aber das Crowd Supply möchte mit Sicherheit auch einen Anteil am Gewinn oder eine Pauschale erhalten?

Jahn: Ganz genau. Sie behalten sich auch eine bestimmte Zeit lang das Recht vor, das Produkt exklusiv verkaufen zu dürfen. Danach kann man es selbst auch über andere Kanäle vertreiben.

Golem.de: Haben Sie neben der Crowdfinanzierung noch weiteres Geld für die Entwicklung des Paperino aufwenden müssen?

Jahn: Es kommt darauf an, wie man das betrachtet. Der reine Produktionsrahmen zum Schluss war kostendeckend. Es musste am Anfang noch ein wenig Geld für die Entwicklung investiert werden.

Was außer Acht gelassen werden sollte, wenn man nicht ganz schlechte Laune haben will, ist die Arbeitszeit. Unter deren Berücksichtigung kämen wir auf keinen Fall auf eine positive Bilanz. Das ist auch der Grund, warum wir das von vornherein als Hobbyprojekt deklariert haben.

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 Paperino im Interview: "Am Ende ist es nicht so schwer, wie es aussieht"Vom Konzept bis zum Produkt in einem Jahr 
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FrankM 26. Apr 2018

Aber das ist nicht so hipp crowd-gefunded worden. PS: Das eBay Display: Three-color E...

mbirth 09. Apr 2018

Das Sharp Memory Display braucht kontinuierlich Strom, um was anzuzeigen. Nicht viel...

gadthrawn 26. Mär 2018

Ist dir klar, dass das Display aus dem Artikel 1,1" ist? so um 20¤ liegen die 2,9...

gadthrawn 26. Mär 2018

ah.. hab nur auf das Kabel an dem einen Board geschaut und bin von usb ausgegangen...



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