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Siemens und Schunk: Akkufahrzeuge werden mit 600 bis 1.000 Kilowatt aufgeladen

Große Fahrzeuge müssen besonders schnell aufgeladen werden, weil der Akku sehr groß ist. Siemens plant, Bussen eine Leistungsaufnahme von 600 Kilowatt zu ermöglichen. Einen Pantografen brauchen die Fahrzeuge dafür nicht. Konkurrent Schunk steigert auf ein Megawatt, allerdings mit Onboard-Pantograf.

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Schnellladesystem SLS 103 von Schunk
Schnellladesystem SLS 103 von Schunk (Bild: Schunk)

Siemens' Schnellladetechnik für akkubasierte Fahrzeuge soll bald das Laden von Energiespeicher mit 600 Kilowatt ermöglichen. Das geht aus dem aktuellen Zeeus E-Bus Report (PDF) hervor. Bisher ist die Technik etwa in Hamburg mit 300 Kilowatt im Einsatz. In einigen anderen Umsetzungen sind bereits 450 Kilowatt möglich. Allerdings verrät der Report die Einsatzorte nicht.

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Siemens setzt dabei auf einen sogenannten Top-Down-Pantografen. Gemeinhin werden diese Konstrukte Stromabnehmer genannt und sind vom Aussehen her mit denen von Eisenbahnen und Straßenbahnen verwandt. In diesem Falle wäre Stromspender aber korrekter, denn der Pantograf wird nicht vom Bus durch die Stadt getragen, sondern findet sich in der Ladesäule. Diese fährt den Pantografen von oben zu den Ladekontakten auf dem Bus herunter. Nachteilig ist daran eine vergleichsweise präzise Abstellung des Fahrzeuges. Ein Trolley-Bus mit Akku, wie er in Eberswalde nahe Berlin schon lange getestet wird, kann sich irgendwo unter einem Fahrdraht aufladen - und das sogar während der Fahrt. Das Siemens-System wird hingegen an Endhaltestellen positioniert. Ladesäule und Bus kommunizieren über IEEE 802.11a, um sich auszutauschen.

Die Erhöhung der Leistung ist für die Reduktion der Standzeiten an Endhaltestellen wichtig. Hat ein Bus Verspätung und musste wegen Stau und Hitze etwa den Akku für die Fahrt und Klimaanlage stark belasten, dann ist der Ladevorgang an der Endhaltestelle ein großer Kostenfaktor bei der Umlaufplanung und Stabilisierung des Verkehrs, der möglichst nicht anfallen sollte. Sonst müssen Reservebusse einkalkuliert werden.

Allgemein gehört die Top-Down-Pantografen-Lösung zu den schnellsten Lademechanismen. Der Weg andersherum (Onboard Bottom-up-Pantograf) wird von Siemens nur mit 120 Kilowatt angeboten.

Bottom-up mit einem Megawatt

Konkurrent Schunk will hingegen mit einem Onboard-Pantografen hohe Leistungen erzielen. Der SLS 103 wird auf dem Bus montiert und soll sich sogar für Doppeldecker eignen. Ein Fahren unter dem Fahrdraht ist allerdings nicht vorgesehen. Der Ladekontakt wird binnen fünf Sekunden hergestellt und selbst ein Bus mit einseitiger Absenkung (Kneeling) kann geladen werden. Damit dürfte sich das System auch für Haltestellen unterwegs gut eignen, insbesondere da die Stromversorgung mit bis zu 1.000 Kilowatt möglich ist. So ein Laden bei Gelegenheit dürfte operative Vorteile mit sich bringen.

Neben den beiden deutschen Unternehmen Schunk und Siemens arbeiten auch einige andere Hersteller daran, Werte oberhalb von 500 Kilowatt in der Praxis zu realisieren. Üblicherweise werden Busse derzeit mit wenigen 100 Kilowatt aufgeladen, in Depots über Nacht sogar mit noch weniger. Bombardiers Induktionssystem Primove 200 arbeitet etwa mit 200 Kilowatt. Derzeit forschen viele Städte an der für sie idealen Lade- oder Versorgungsmethode für den elektrobasierten ÖPNV.



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[Benutzernamen... 16. Nov 2017

Mit Nutzbremse und einem gut ausgebauten Netz kann man das gut ausgleichen. Da nie alle...

Anonymer Nutzer 16. Nov 2017

Eine ziemlich gut versteckte Metallplatte - die eher aussieht wie ein Kabelschacht. (Die...

Seradest 15. Nov 2017

Richtig, ist sogar in der SI-Broschüre genannt.

Anonymer Nutzer 15. Nov 2017

Es gibt ja mehr als nur die Menge an Strom. Da wäre zum Beispiel die Form. Eventuell...


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