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Panfrost: Freier Mali-Treiber bekommt stabile Veröffentlichung

Der freie Panfrost-Treiber unterstützt die Bifrost-GPUs von ARM , die auch in aktuellen Geräten wie Smartphones und anderen SoC genutzt werden.
/ Sebastian Grüner
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Der Panfrost-Treiber für Linux läuft stabil auf Bifrost-GPUs. (Bild: Se Mo/Flickr.com)
Der Panfrost-Treiber für Linux läuft stabil auf Bifrost-GPUs. Bild: Se Mo/Flickr.com / CC-BY-SA 2.0

Mit der kommenden stabilen Version 20.3 der 3D-Userspace-Grafikbibliothek Mesa wird der freie Panfrost-Treiber erstmals stabile Unterstützung für die Bifrost-GPUs von ARM bieten. Das berichtet die Initiatorin des Treiberprojekts Alyssa Rosenzweig im Blog der Linux-Spezialisten Collabora(öffnet im neuen Fenster) . Die Veröffentlichung von Mesa 20.3 ist für Ende November 2020 geplant. Wichtig ist die Ankündigung vor allem mit Blick auf die Verfügbarkeit und Nutzung dieser GPUs. Denn der per Reverse-Engineering erstellte Treiber läuft damit zumindest theoretisch auch auf aktuell noch verfügbarer Hardware.

Rosenzweig demonstriert die Funktionsfähigkeit des Panfrost-Treibers auf einer Mali G52. Diese wird etwa in aktuellen Smartphone-SoCs wie Mediateks Helio oder auch ähnlichen SoC etwa für Smart-TV von Mediatek oder für Set-Top-Boxen von Rockchip genutzt. Auch einige wenige aktuelle Single-Board-Computer nutzen die G52-GPUs(öffnet im neuen Fenster) in ihren Chips.

Der künftig stabil verfügbare freie Grafiktreiber für die Chips könnte die Nutzung klassischer Linux-Distributionen auf dieser Hardware deutlich vereinfachen und damit einige Embedded-Projekte für neue Geräte befeuern. So hatten wir in unserem Pinephone-Test kritisiert , dass das Smartphone eine vergleichsweise alte und wenig leistungsfähige Grafikeinheit verwendet. Eine künftige Revision des Linux-Smartphones könnte aber dank der Treiber-Unterstützung auf Chips mit der Mali G52 wechseln. Ebenso erscheinen weitere ARM-Laptops mit Linux möglich. So setzen bereits einige Chromebooks auf diese GPU.

Mittelfristig könnte für die genannte Hardware der freie und kanonische Linux-Grafik-Stack mit Mesa verwendet werden. Wahrscheinlich ist das aber nicht nur wegen der Verfügbarkeit des Treibers. Vielmehr hatte das Panfrost-Team vermeldet, dass dieses bereits Unterstützung von ARM erhält . Möglicherweise führt dies langfristig dazu, dass ARM auf seinen eigenen nichtkanonischen Treiber verzichtet und stattdessen die Mesa-Grafiktreiber verwendet.


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