Pandemie-Software: "Kein Mensch braucht Sormas"

Viele Länder lehnen die Software Sormas zur Dokumentation von Corona-Patientendaten ab. Sie mache mehr Arbeit, die anderswo gebraucht werde.

Artikel veröffentlicht am ,
Sormas wurde ursprünglich zur Bekämpfung von Ebola entwickelt.
Sormas wurde ursprünglich zur Bekämpfung von Ebola entwickelt. (Bild: HZI)

Eigentlich sollte die Software Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System (Sormas) bereits in den Gesundheitsbehörden Deutschlands etabliert und standardmäßig genutzt werden. Es scheint, als sei dies allerdings nicht überall der Fall, trotz einer Frist bis Ende Februar. 176 von 376 Gesundheitsämtern im Land seien noch nicht an das System angebunden. Das hat T-Online auf Anfrage erfahren. Der Trend hat sich damit seit Mitte Januar nicht geändert. Zu diesem Zeitpunkt berichtete Golem.de über die geringe Akzeptanz in den Bundesländern.

Stellenmarkt
  1. Ingenieur FH / Bachelor (m/w/d) der Fachrichtung Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Hochfrequenztechnik ... (m/w/d)
    Bayerisches Landeskriminalamt, Königsbrunn
  2. IT Spezialist Identity Management (gn)
    HORNBACH Baumarkt AG, Bornheim bei Landau Pfalz
Detailsuche

Bremen und Berlin gehörten bisher zu den wenigen Städten, welche die Software zumindest bereitstellen. Das bedeutet nicht, dass Bezirke diese auch nutzen. "Wir wollen und werden Sormas nicht benutzen", sagte der Amtsarzt Patrick Larscheid T-Online.de. Er arbeitet für den Berliner Bezirk Reinickendorf.

"Kein Mensch braucht Sormas. Survnet und Demis können alles, was Sormas auch kann", ergänzt er. Die beiden erwähnten Programme werden aktuell in der Hauptstadt primär genutzt, um Daten über die Coronapandemie, über deren Patienten, Fallzahlen und andere Informationen zentral zu sammeln.

Etablierte Programme funktionieren

Das System funktioniere zuverlässig und müsse daher nicht durch eine neue Software ersetzt werden. Denn das hätte zur Folge, dass sämtliche Daten wohl wieder manuell in die neue Sormas-Datenbank übertragen werden müssten. Dafür bleiben laut Thorsten Kühne, Gesundheitsstadtrat des Berliner Bezirkes Pankow, schlicht keine Mittel und Zeit übrig. Zurzeit archivieren Krankenhäuser im Bezirk ihre Patientendaten mittels Survnet und Demis, aber auch manuell erstellten Excel-Listen.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Sormas habe den Vorteil, dass gespeicherte Daten zwischen Nutzern der Software - in dem Fall Ämter - weitergereicht werden können. Das kann bei der Analyse über den Pandemieverlauf essenziell sein. Die Software Demis soll diese Funktion wohl bald ebenfalls erhalten.

In anderen Bundesländern wird Sormas allerdings nicht einmal angeboten: in Hamburg, Sachsen und im Saarland beispielsweise. Neben der Implementation der Software selbst muss dabei auch Personal geschult werden, was in vielen Fällen ein längerer Prozess sein kann. Es ist daher unwahrscheinlich, dass die selbstauferlegte Frist zu Ende Februar eingehalten werden kann - erst recht, wenn das Programm offen abgelehnt wird.

Sormas wurde ursprünglich für die Bekämpfung von Ebola in Afrika entwickelt. Die Software bietet Formulare und Eingabefelder für diverse Informationen und speichert diese lokal auf dem Gerät ab. Sobald eine Internetverbindung besteht, werden Informationen mit einer zentralen Datenbank synchronisiert, auf die alle so eingestellten Sormas-Endgeräte Zugriff haben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Kaiser Ming 17. Feb 2021

Es ging auch um die Daten, steht doch da. Du kannst auch gern einfach zum Thema was...

Rekaxis 16. Feb 2021

Dann sucht jeder für sich nach einer Lösung. Das die dann nich zusammenpassen, ist klar...

\pub\bash0r 16. Feb 2021

Das ist ja, was ich meine. "Digitalisieren" sollte halt mehr sein, als Papier durch...

Ely 16. Feb 2021

Die schaffen das nicht, weil das mit Fax und e-Mail bei hohen Fallzahlen zu lang dauert...

apmonkey 15. Feb 2021

Man muss beides machen! Am Anfang einer Kriese, wenn man ploetzlich mit etwas neuem...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Truth Social
Trumps soziales Netz bekommt Probleme mit Hackern und Lizenz

Hacker starten in Trumps-Netzwerk einen "Online-Krieg gegen Hass" mit Memes. Der Code scheint illegal von Mastodon übernommen worden zu sein.

Truth Social: Trumps soziales Netz bekommt Probleme mit Hackern und Lizenz
Artikel
  1. Bis Ende 2022: VW-Manager müssen wegen Chipkrise Verbrenner fahren
    Bis Ende 2022
    VW-Manager müssen wegen Chipkrise Verbrenner fahren

    2022 werden VWs Manager den Kurs des Unternehmenschefs Herbert Diess nicht fahren können - Elektroautos und Hybride können als Dienstwagen nicht bestellt werden.

  2. Infiltration bei Apple TV+: Die Außerirdischen sind da!
    Infiltration bei Apple TV+
    Die Außerirdischen sind da!

    Nach Foundation wartet Apple innerhalb kürzester Zeit gleich mit der nächsten Science-Fiction-Großproduktion auf. Diesmal landen die Aliens auf der Erde.
    Eine Rezension von Peter Osteried

  3. Krypto: NRW versteigert beschlagnahmte Bitcoin
    Krypto
    NRW versteigert beschlagnahmte Bitcoin

    Nordrhein-Westfalen hat Bitcoin im achtstelligen Eurobereich beschlagnahmt und will diese jetzt loswerden - im Rahmen einer Auktion.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • AOC CQ32G2SE/BK 285,70€ • Dell Alienware AW2521H 360 Hz 499€ • Corsair Vengeance RGB PRO SL 64-GB-Kit 3600 253,64€ • DeepCool Castle 360EX 109,90€ • Phanteks Glacier One 240MP 105,89€ • Seagate SSDs & HDDs günstiger • Alternate (u. a. Thermaltake Core P3 TG Snow Ed. 121,89€) [Werbung]
    •  /