Pandemie-Logistik: Apple verschickt leere iPad-Kartons um die halbe Welt
Um Lieferverzögerungen während der Coronapandemie zu reduzieren und Kunden nicht zu verärgern, hat Apple den Umweltschutz hintenangestellt. Dafür nahm der Konzern enorme Transportumwege und hohe Kosten in Kauf, wie die Fachpublikation The Information(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf interne Quellen berichtete.
Als beispielsweise die gestiegene Nachfrage nach iPads in China dazu führte, dass die dort hergestellten braunen Versandkartons der Tablets zu neige gingen, ließ Apple einen Restbestand aus den USA per Frachtflugzeug palettenweise nach China bringen. Apples Distributionszentrum befindet sich jedoch in Singapur, also gingen die Kartons dorthin und wurden dann weiter zu Kunden nach China verschickt.
Das ist laut The Information aber nur eines von mehreren Beispielen. Weil der Passagierflugverkehr weltweit massiv zurückgefahren wurde, konnten viele Waren nicht mehr im Frachtteil der Maschinen transportiert werden. Apple charterte deshalb eigens Frachtflugzeuge, um die selbst gesteckten Verkaufstermine in den USA halten zu können.
Homepods in Lkw Tausende Kilometer unterwegs
Dem Bericht zufolge mietete Apple auch Lastwagen, um Homepod Minis aus Vietnam über den Landweg 2.300 km weit zum Hafen nach Schanghai zu fahren, weil direkte Schiffsrouten in die USA aufgrund von Quarantäneeinschränkungen nicht genutzt werden konnten. Die Homepod Minis wurden von Schanghai aus per teurem, aber schnellerem Express-Containerschiff in die USA gebracht, wie aus Schiffsmanifesten hervorgeht.
Um Airpods von Vietnam aus zu chinesischen Häfen zu bringen, wurden statt des Seewegs ebenfalls Lkw genutzt. Von den Häfen aus wurden die Geräte dann in die USA verschifft. Dabei gilt der Transport per Schiff im Hinblick auf CO2-Emissionen als umweltfreundlicher als der Lkw-Transport(öffnet im neuen Fenster).
Umweltschutz vereinbar mit Gewinnstreben?
Dieses logistische Vorgehen(öffnet im neuen Fenster) passt nicht zu Apples angeblicher Umweltfreundlichkeit. Der Konzern wolle ab dem Jahr 2030 komplett klimaneutral arbeiten, hieß es Mitte 2020. Dazu solle der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids um 75 Prozent gesenkt und der Rest mit Lösungen zur Bindung des Treibhausgases ausgeglichen werden."Jedes Unternehmen muss angesichts der Covid-19-Herausforderungen seine Zukunft bewerten – aber wir sehen keinen Konflikt zwischen unseren Klima-Plänen und den wirtschaftlichen Notwendigkeiten", sagte Umweltchefin Lisa Jackson im Juli 2020.
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